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47 Lab Midnight Blue Serie – Soundcheck

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  1. 4 47 Lab Midnight Blue Serie - Soundcheck

Angesichts dieser Fülle an kleinen 47-Labs-Geräten war es gar nicht so einfach, sich für eine bestimmte Kombination zu entscheiden. Passend zur Philosophie des Hauses starteten wir schließlich mit der einfachsten Lösung: Dem 4735 CD-Player sowie 4736 Vollverstärker. Lautsprecherseitig waren die eiförmigen Vaessen Aquarius und darüber hinaus Arcadian Audio Pnoe Hörner im Einsatz. Sogar an den empfindlichen Hörnern war keine Spur von Rauschen oder Brummen zu vernehmen. Das Betriebsgeräusch des CD-Players war in unmittelbarer Nähe zum Gerät wahrnehmbar, aber von der eigentlichen Hörposition aus nahezu unhörbar.

An den Aquarius-Lautsprechern hatte der kleine Amp schon mehr zu leisten, benötigen die 30-cm-Tieftöner doch schon entsprechende Energiezufuhr, aber die 2 x 25 Watt erwiesen sich als mehr als ausreichend, um ein realistisches Abbild der Musik zu generieren, sofern die Aufnahme nicht zu mächtig-opulenter Natur war. Irgendwelche klanglichen Einfärbungen glänzten durch Abwesenheit – kein Frequenzbereich wurde betont, es tönte schlicht und ergreifend klar mit ausreichend Punch und Unmittelbarkeit.

47 Labs Midnight Blue series 4736 Vollverstärker

Als wir dann den 4736 gegen die Vor/Endkombi 4733/4734 tauschten, blieb der grundsätzliche Klangcharakter (beziehungsweise dessen Abwesenheit) erhalten, gleichwohl wurden aber einzelne Details stärker offenbart, was sich auch durch ein Mehr an Bühnentiefe äußerte und zudem die Musiker im Bühnenbild größer erschienen ließ. An den Aquarius-Lautsprechern zeitigten die größeren Leistungsreserven zudem mehr Dynamik im Bass.

Zu einer größeren Veränderung kam es dann, als wir den 4735 als pures Laufwerk einsetzen und die Wandlung dem DAC im 4733 überließen – die Tonalität änderte sich signifikant. Es klang tonal leichter, die Musik fühlte sich zudem langsamer an und die Musiker wirkten auf das, was sie spielten, weniger fokussiert. Alles in allem litt einfach die musikalische Schlüssigkeit. Eine mögliche Ursache könnte die Übersetzung vom nativen I²S-Protokoll (CD-Player) zu S/PIDF und zurück zu I²S (DAC) sein. Dies und der einhergehende längere Signalpfad mögen verantwortlich für die leichtgewichtigere Tonalität sein. Aber was auch immer ursächlich sein mag: Wir bevorzugten jedenfalls den Einsatz des 4735 als „ganzen“ Player gegenüber einer reinen Laufwerksfunktion.

47 Labs Midnight Blue series 4736 Vollverstärker

Der DAC des 4733-Vorverstärkers erwies sich aber schließlich als wahrer Schatz, wenn es darum ging, Signale vom Computer beziehungsweise dem installierten Player XXHighEnd in Empfang zu nehmen. Vorsichtig sollte man mit billigen Kompromissen beim USB-Kabel sein, etwaige Unzulänglichkeiten werden einem brutal vor Ohren geführt und eine Wegwerfstrippe macht sich schmerzhaft bemerkbar. Die Investition in ein mehr als nur anständiges Kabel wird sich dagegen unversehens bezahlt machen – wir selbst haben uns für ein ASI-USB-Kabel entscheiden und mögen dieses sehr.

47 Labs Midnight Blue series 4736 Vollverstärker

Fazit

Nun, obwohl sich der Dress-Code für diese Serie schon moderater und uniformer (oder anders gesagt: ein bisschen weniger unkonventionell) gibt, bleibt 47 Labs nichtsdestotrotz 47 Labs. Sicher, unterm Midnight-Blue-Kleid ist der Mut zum Anderssein und zur Einfachheit nach wie vor präsent und zahlt sich aus: Es resultiert kompromisslose analoge wie digitale Signalverarbeitung, die weder etwas hinzufügt noch wegnimmt.

47 Labs Midnight Blue series 4735 CD-Player

Wenn Sie uns nach dem Sahneteil der Midnight-Blue-Serie fragen, müssen wir auf den CD-Player 4735 zeigen. Was dieses Gerät aus den guten alten Redbook-CDs zieht, ist mehr als die meisten hochgezüchteten Over-/Upsampling-Multichip-Konzepte zu leisten imstande sind. Einfache Silberscheiben sind mittlerweile zu Ramschpreisen erhältlich, während viele Audiophile ihre Sammlungen auflösen und auf Musik von der Festplatte umsteigen. Für uns dagegen endet das Stöbern in Second-Hand-Läden stets mit einem Stapel Schnäppchen in der Hand …

Die Entscheidung zwischen Vollverstärker und Vor-/End-Kombi ist schon komplizierter und wird in großem Ausmaß vom Lautsprecher abhängig sein: 90 dB mögen hier so etwas wie eine Grenze sein. Drunter scheinen die Extrareserven der 4734-Endstufe willkommen. Drüber sollte der Vollverstärker in der Lage sein, zufriedenstellenden Sound-Level, Detailreichtum etc. zu leisten. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass den schlicht konzipierten Midnight-Blue-Kistchen weder optisch noch klanglich irgendetwas entgegensteht – was aufgenommen wurde, wird auch reproduziert.

47 Labs Midnight Blue series 4735 CD-Player

Qualität der Verpackung: keine Angabe – erste Modelle, die direkt vom Vertrieb bereitgestellt wurden
Zustand der gelieferten Geräte: Tadellos Bedienungsanleitung: siehe Qualität der Verpackung Preisgestaltung: Sehr wettbewerbsstark im Bereich des 47-Labs-Portfolios. Der CD-Player sticht aus der Serie heraus. Anmerkungen: Mit Ausnahme des Tuners feierten alle Midnight Blue-Komponenten, die hier besprochen wurden, kürzlich Premiere auf der X-Fi Audioshow im holländischen Utrecht, auf welcher Junji Kimura die komplette Serie vorführte. Der holländische Vertrieb lieferte im Anschluss direkt ohne Originalverpackung und Bedienungsanleitung an uns.

Deutscher Vertrieb:

Black Forest Audio
Telefon: 07246-633
eMail: BlackForestAudio@t-online.de
Web: www.blackforeststaudio.de

eMail des 6moons-Autoren:
marja@6moons.com

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Test: 47 Laboratory Midnight Blue 4733, 4734, 4736, 4730 | Vollverstärker, Vor-End-Kombi

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