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Test: 47 Laboratory Midnight Blue 4733, 4734, 4736, 4730 | CD-Player, D/A-Wandler, Vollverstärker, Endstufe

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  1. 1 Test: 47 Laboratory Midnight Blue 4733, 4734, 4736, 4730 | CD-Player, D/A-Wandler, Vollverstärker, Endstufe

6moonsDieser Testbericht erschien im Januar 2012 im englischsprachigen Audio Review Magazin 6moons.com und kann dort in der Originalversion gelesen werden: 47 Labs Midnight Blue series. Er ist durch uns übersetzt worden und wird hier den deutschsprachigen Lesern präsentiert. 6moons und fairaudio haben die Übereinkunft, gegenseitig ausgewählte Artikel zu übersetzen und für die englische beziehungsweise deutsche Leserschaft zu publizieren. Der Autor des Artikels ist am Anfang des Textes genannt, an seinem Ende finden Sie einen eMail-Link zu 6moons, falls Sie Fragen haben oder ein Feedback geben möchten. Der Bericht und alle Bilder unterliegen dem Copyright von 6moons.

Ihr fairaudio-team

Januar 2012 / Marja & Henk

47 Labs klingt ein wenig wie der Name eines okkulten Kreises oder mystischen Clubs. Zum Glück ist das aber nicht der Fall, wenngleich die Produkte dieser Marke über die Zeit dennoch eine weltweite (Fan-)Gemeinde gewonnen haben. Was nicht verwunderlich ist: 47 Labs verfolgt ohne Frage eine recht eigenständige Produktphilosophie, die genau „ins Schwarze“ treffen kann – aber natürlich auch gleichermaßen zu polarisieren vermag. Wer steckt hinter der Marke?

Nun, 47 Labs ist Junji Kimura und Junji Kimura ist 47 Labs (deutscher Vertrieb: www.blackforestaudio.com). Kimura-san begann seine Audio-Karriere ursprünglich als Entwickler mit starkem Fokus auf alles, was mit Vinyl zu tun hat. Plattenspieler, Tonabnehmer, aber auch Röhren waren die Dinge, die Junjis Arbeitstage bestimmten. Aus dieser Perspektive heraus mag es auch leicht verständlich sein, dass 1982 die ersten, eher schüchtern unternommenen Entwicklungsausflüge in die digitale 47 Labs Midnight Blue series 4730 Stereo TunerWelt tatsächlich eher zu Frustration führten. Angesichts der seinerzeit vorherrschenden Mängel beziehungsweise des noch unzulänglichen Sounds wäre es wohl eindeutig leichter gewesen, weiterhin aufs analoge Pferd zu setzen und den damalig beworbenen „perfekten Klang“ einfach für immer zu vergessen. Aber so tickte man jener Tage in Tokio genau nicht … Statt weiterhin ausschließlich in der analogen Komfortzone zu verharren, machte sich Junji Kimura daran, den bestmöglichen Sound aus dem neuen Medium zu kitzeln – auch für einen Entwickler-Veteranen kein leichter Weg.

47 Labs Midnight Blue series 4730 Stereo Tuner

Die Bewerkstelligung dieser Aufgabe ließ einige Jahre ins Land ziehen und mündete schließlich in einem 20-kg-Monster von CD-Player. Obwohl als solcher noch nicht marktreif, zog Junji Kimura damit eine Menge Aufmerksamkeit auf sich – allerdings mehr durch ein zusätzliches „Nebenprodukt“ als durch den Player selbst. Um nämlich den Player während der Entwicklungsarbeit regelmäßig einschätzen zu können, konzipierte Junji kurzerhand einen Transistorverstärker – der aber gar nicht wie ein Transistorverstärker klang. Dieses Seitenprojekt charakterisierte sich durch einen extrem kurzen Signalweg sowie einen minimalen Bauteileaufwand. Und zeitigte enthusiastische Urteile von Hörern. Unversehens war eine offenbar sehr marktfähige Basis für den Gaincard-Verstärker geschaffen. Dessen Klangqualität und schaltungstechnische Schlichtheit hatten aber auch eine Kehrseite – nämlich das nachfolgende Aufkommen vieler Kopien, sogenannter „Gain Clones“, verständlicherweise nicht gerade zur Freude Junji Kimuras.

Aber wie auch immer: Dieser Verstärker-Meilenstein war schließlich die Initialzündung für die Marke 47 Labs. Obwohl alles andere als offensichtlich, beziehen sich die Zahlen im Markennamen in recht verschlüsselter Art und Weise auf den Namen Kimura. Im Japanischen lautet das Kurzwort für Gelb „ki“, für Violett dagegen „mura“. Die Brücke zu den Zahlen bildet der die Ohmwerte beschreibende Farbcode, der sich auf Widerständen befindet, Widerstände mit gelb-violetten Farbringen weisen dabei einen Wert von 47 Ohm aus.

Dieses Buchstaben- und Farbspiel ist typisch für Kimura-san: Stets etwas querdenkend und mit eigenständigen Ideen und Kabel 47 LabsLösungen aufwartend. Aber Originalität ist die eine Sache – der eigentliche Grundgedanke seiner Entwicklungen ist Unkompliziertheit. Werden diese Zutaten in gutes Engineering „gerührt“, resultieren minimalistische Lösungsansätze auf Basis von Form-follows-Function-Designs. Der kurze Signalpfand im Gaincard-Verstärker und der auf den Kopf gestellte Entwicklungsansatz beim CD-Laufwerk PiTracer sind hier beispielhaft.

Ultimative Einfachheit herrscht nicht zuletzt auch bei den hauseigenen Kabeln, seien es die NF- oder Lautsprecherkabel. Ein ziemlich steifer Mantel beinhaltet hier einen einzelnen, aber hochqualitativen Single-Core-Kupferleiter. Dieser steht vorne aus einem einfachen Plastikstecker heraus beziehungsweise wird um diesen mehrfach gewickelt (auch das illustriert ein Bericht auf 6moons, der Übersetzer). Schon recht schräg, funktioniert aber großartig …

47 Labs Midnight Blue series 4730 Stereo Tuner

Über die Jahre hinweg entstand ein verschiedene Qualitäts- und Preisstufen abdeckendes Produktportfolio. Gemein ist allen Produkten ein schon recht spezielles Äußeres, welches allerdings wohl nicht jeder potenzielle Kunde wertschätzen dürfte. Die neue Midnight Blue-Serie – optisch übrigens mitgestaltet von einem Sony-Designer – gibt sich dagegen konventioneller, was das Äußere anbelangt und soll offensichtlich ein etwas breiteres Publikum ansprechen. Die inneren Werte betreffend will man dagegen seinen eigentümlichen Minimalismus- und Qualitätsansätzen unverändert treu bleiben.

Test: 47 Laboratory Midnight Blue 4733, 4734, 4736, 4730 | Vollverstärker, Vor-End-Kombi

  1. 1 Test: 47 Laboratory Midnight Blue 4733, 4734, 4736, 4730 | CD-Player, D/A-Wandler, Vollverstärker, Endstufe
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