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16. April 2021 / R. Hohn

Hallo fairaudio-Team,

es ist ja bekanntlich so, dass die Stromaufbereitung (siehe Test GigaWatt PowerPrime, die Red.) viel Stoff für Streitereien in allerlei Foren bietet und selbsternannte Elektrofachmänner gebetsmühlenartig vorrechnen, dass das alles nichts bringt, aber es zum Teil selbst nicht probiert haben, oder das Glück haben auf dem Land zu leben mit wenig Verunreinigung im Netz und keinem Elektrosmog. Wahrscheinlich reicht sogar dieser kleine Bericht für eine große Diskussion.

Ich selbst habe nicht so ein Glück und verzweifle oft beim Musikhören. Es reicht von Glücksgefühlen, Gänsehaut am späten Abend und größter Frustration unter der Woche mittags. Dies hat nichts mit der jeweiligen Verfassung oder Laune zu tun und lässt sich auch nicht immer zeitlich festmachen.

Nach einem bestimmt dreiviertelstündigem Gespräch mit Herrn Strassner (ein sehr netter Mann mit einer ruhigen Ausstrahlung) auf einer Messe in Darmstadt, habe ich, obwohl ich auch sehr skeptisch war, eine Filternetzleiste von HMS gekauft. Nun will ich aber nicht behaupten, dass meine Probleme gelöst sind. Ich habe immer noch große Schwankungen im Klangbild, höre aber insgesamt auf höherem Niveau. Die Filterleiste beruhigt das Klangbild, die Höhen verfranzen nicht mehr so, verschiedene Hi-Hats gleichzeitig sind z.B. deutlich voneinander zu unterscheiden und kein Einheitsbrei. Beckenschläge klingen länger und besser hörbar aus. Der Bass ist besser verfolgbar und alles klingt etwas organischer.

Für manchen klingt das vielleicht nicht so anspringend und dynamisch, aber es lohnt sich und auch das Gehirn freut sich, weil es die Instrumente nicht selbst aufwendig voneinander trennen muss und man kann länger entspannt Musik hören.

Was mir aber auch sehr wichtig erscheint und den meisten relativ unwichtig erscheint, ist das Fernhalten von Stromkabel, Chinchkabel analog und digital, Netzwerkkabel voneinander. Nach meiner Erfahrung sollte man mindestens 10 cm einhalten, oder wo das nicht möglich ist mit kleinen Trennplatten z.B. aus Kunststoff arbeiten. Auch das Abschließen aller offenen Anschlüsse (auch nicht gebrauchte Netzwerkanschlüsse oder Digitalanschlüsse und sogar Kopfhöreranschlüsse) sind ein Versuch wert. Den Turmbau zu Babel werden die meisten wahrscheinlich nicht mehr machen und die Geräte auf Abstand halten.

So, dies war mal ein Teil meiner Erfahrungen und wenn der Beitrag veröffentlicht wird, kann er vielleicht anderen helfen auch etwas zu probieren, denn eigentlich wollen wir ja alle nur genussvoll Musik hören.

Viele Grüße
Reiner

Lieber Herr Hohn,

vielen Dank für Ihren interessanten Erfahrungsbericht. Mit modernen Filterlösungen haben wir klanglich ebenfalls sehr gute Erfahrungen (siehe unser Testarchiv -> bitte "Netzfilter" unter "Kategorie"-Menü wählen) gemacht, die ich ganz ähnlich beschreiben würde wie Sie. Dynamikeinschränkungen sollten mit modernen, wertigen Filtern tatsächlich kein Problem sein, zumal häufig ja extra Steckplätze für stromfordernde Verstärker angeboten werden. Letzteres ist ja auch bei der von Ihnen erwähnten HMS Energia MkII der Fall, die wir bereits im Test hatten und seitdem hinter meinem Rack im Dauereinsatz ist. Durch die Einzelsteckplatzfilterung wird übrigens auch die Beeinflussung der Geräte untereinander reduziert - es geht nicht nur um von außen einwirkende Störungen.

Kabel auf Abstand zu halten, ist ebenfalls eine gute Idee, nimmt doch die Intensität von elektromagnetischen Feldern, wenn sie sich kugelförmig ausbreiten, pro Flächeneinheit überproportional mit der Entfernung ab - und zwar mit dem Quadrat der Entfernungsveränderung.

Mit Blick auf weitere, allgemeine Tipps zum Klangtuning verweise ich auch gerne auf unseren Bericht Tipps & Praxis Tuning-Tricks für guten Hifi-Klang.

Weiterhin maximalen Hörgenuss!

Beste Grüße
Jörg Dames

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