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DSP & Emotionen

20. Januar 2021 / Hans-Georg Seidel

Zur Thematik emotionale Reproduktion über DSP-Lautsprecher – relativer „Emotionsbooster“ Lyravox-Lautsprecher

Kürzlich las ich in einem Profi-Testmagazin zu meiner großen Überraschung, dass nach dortiger Einzel-Meinung DSP-Lautsprecher doch einen Teil Authentizitäts-Feeling rauben. Nun sind diese Magazine ja das Gegenteil von prosaischer Beschreibung von klanglichen Eigenschaften, sehr nüchtern und auf das Grundlegendste begrenzt.

Wie sehen die Meinungen der Redaktion dazu aus? Natürlich ein extrem subjektives Feld, völlig klar. Insofern mglw. auch unterschiedliche Gewichtungen. Ist diese Einzelmeinung pure Nostalgie oder ist sie faktisch fassbar?

Mit frdl. Grüßen
Hans-Georg Seidel

Hallo Herr Seidel,

die pauschale Aussage „DSP-Lautsprecher rauben Authentizität“ scheint mir so sinnig zu sein wie die Behauptungen Röhren oder Transistoren, Vinyl oder Streaming, viel oder wenig Gegenkopplung klingen per se besser. Es mag schön sein, wenn man seinen persönlichen Glaubenssatz gefunden hat, mit der Realität muss das aber nicht immer zusammenpassen …

Die eigentliche Frage ist ja nicht „DSP – ja oder nein“, sondern welche Ziele man mit der Technik verfolgt. Lässt man eine DSP-gestützte automatische Einmessung laufen, die als Zielwert den messtechnisch linealglatten Frequenzgang anstrebt, werden die meisten Hörer das Ergebnis nicht als natürlich/authentisch empfinden. Aber so schlicht muss man ja nicht vorgehen – und viele seriöse Anbieter tun das auch nicht, sondern stimmen final „mit dem Ohr“ ab. So etwa Lyravox, aber auch Ascendo oder Audiodata, um zwei weitere zu nennen. Letztlich ist das DSP ein Werkzeug, um die klangliche Wunschvorstellung zu erreichen – man muss mit ihm umgehen können, sonst kann es auch nach hinten losgehen.

Viele Grüße
Ralph Werner

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