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Test-Fazit: D/A-Wandler von Lindemann und Hegel

Inhaltsverzeichnis

  1. 4 Test-Fazit: D/A-Wandler von Lindemann und Hegel

Die beiden hier vorgestellten D/A-Wandler unterscheiden sich in mancherlei Hinsicht. Da ist natürlich die Preisfrage: Für den Hegel HD11 32bit muss man einige Hunderter mehr ausgeben. Und wer unbedingt einen symmetrischen Ausgang benötigt, für den fällt der Lindemann USB-DAC 24/196 von vornherein aus, denn der hat keinen.

Hegel- und Lindemann-DAC

Was den problemlosen Betrieb und das bequeme Verbandeln mit dem Computer angeht, unterscheiden sich die beiden Probanden nicht, hier tauchten keinerlei Probleme auf. Die von den Ausmaßen wie vom Funktionsumfang her kleine Fernbedienung des Hegels hat ihren Minimalisten-Charme – doch wollen die meisten nicht sowieso mit Playlisten arbeiten, Titel/Alben suchen und Cover betrachten können? Dann muss man sich ohnehin an den Rechner bequemen oder am Smartphone/Tablet seine Musikwünsche eingeben, da nutzt einem die kleine Checkkarte des HD11 nicht viel.

Auch in klanglicher Hinsicht stellen Lindemann und Hegel durchaus unterschiedliche Charaktere dar. Natürlich ist das Ausmaß dieser Unterschiede geringer, als würden an dieser Stelle zwei Verstärker oder gar Lautsprecher mit den gleichen Worten beschrieben – das versteht sich hoffentlich von selbst -, aber an einer gut abgestimmten, transparenten Kette sind die Tendenzen doch leicht nachzuvollziehen. Fürs Geld bieten beide DACs einen erstklassigen klanglichen Gegenwert – aber nicht die gleiche „akustische Signatur“:

Lindemann USB-DAC 24/192:

Lindemann USB-DAC 24/192

  • Ausgeglichene Gesamttonalität mit etwas sanfterem Präsenzbereich und leichtem Abfallen in den allerobersten Oktaven. Deshalb ist zum einen ein luftigerer Hochtonbereich vorstellbar, zum anderen eine zackigere Transientenwiedergabe, mehr „harte Kante“ bei knackigen Impulsen. Freilich dürfte dieser Charakterzug auch mit ein Grund sein, warum der Lindemann im positiven Sinne zu keiner Zeit dazu neigt, kantig, kühl oder ungelenk zu klingen (oder meinetwegen: „digital“ zu tönen). Vielfach klingen mäßige Aufnahmen über ihn genießbar und sogar charmant.
  • Der Bassbereich besitzt ein ausgeglichenes Volumen und guten Tiefgang; vom „Trockenheitsgrad“ ein guter Kompromiss zwischen saftig und konturiert.
  • Eher sonore denn helle Mitten und langzeittaugliche, sanfte Höhen.
  • Anständiges dynamisches Verhalten. Wenn man denn eine Tendenz heraushören möchte: Die Musik wird eher fließend als betont rhythmisch präsentiert.
  • Die virtuelle Bühne öffnet sich angenehm Richtung Hörer, die Abbildung der Klänge gerät nicht zum Klein-Klein – es wird ein involvierender Gesamteindruck geboten. Die Präzision der Abbildung ist gut – aber es gibt Schärferes. Die Tiefenstaffelung ist völlig okay – aber auch nicht überdurchschnittlich.

Hegel HD11 32 Bit:

Hegel HD11 32 Bit

  • Tonal neutrales Gerät mit Tendenz zu einem eher schlankeren Grundtonbereich. An den Extremen herrscht Durchzeichnung: Tiefbass wie Superhochton sind voll da.
  • Die Basswiedergabe gerät dem Hegel sehr trocken, konturiert und „schnell“.
  • Die mittleren Lagen sind schlackenlos. Das macht sie sehr transparent und klar, kann in einer sowieso schon sehr „fettfrei“ spielenden HiFi-Kette im Einzelfall aber auch zu viel werden, insbesondere bei mäßigen/dünnen Aufnahmen. Der Hegel ist kein Charmeur, sondern eher ein „Weiterreicher“ – was im richtigen Umfeld hervorragend klingt.
  • Sehr dynamisch aufspielender DAC. Impulse kommen in ganzer Härte, segensreicher Weise wird auch das Ausklingen der Töne sehr akkurat nachgezeichnet, so dass der Hegel bei all seinem mitreißenden Temperament nicht ins rhythmische „Stakkato“ fällt. Dieses Timing ist eine besondere Stärke des HD11.
  • Eine weitere Stärke ist die transparente Raumausleuchtung: Die virtuelle Bühne beginnt bei der Grundlinie der Boxen und geht von dort auffallend, ja, beeindruckend tief nach hinten. Die Präzision der Abbildung ist hoch, es wirkt aber auch nicht rechtwinklig oder grobpixelig-überscharf. Die Klänge besitzen eine plastische Gestalt.

Fakten:


Lindemann USB-DAC 24/192

  • Konzept: D/A-Wandler mit asynchronem USB-Anschluss und Apodizing-Filter
  • Preis: 680 Euro
  • Maße & Gewicht: 12 x 4,5 x 13,3 cm (B x H x T), 0,395 kg
  • Farben: Silber
  • Ein-/Ausgänge: Digital-In: 1 x USB (asynchron), 2 x S/PDIF (1 x Cinch, 1 x TosLink), Analog-Out: 1 x Cinch
  • Sonstiges: Datenraten bis 24 Bit/192 kHz werden über allen Eingänge akzeptiert
  • Garantie: 2 Jahre
  • Lindemann audiotechnik GmbH:
    Telefon: 089 – 89 13 67 90
    eMail: info@lindemann-audiotechnik.de
    Web: www.lindemann-audio.de

Hegel HD11 32 Bit

  • Konzept: D/A-Wandler mit adaptivem USB-Anschluss und Linear-Phase-Filter
  • Preis: 1.050 Euro
  • Maße & Gewicht: 21 x 6 x 26 cm (B x H x T) / 3,5 kg
  • Farben: Schwarz
  • Ein-/Ausgänge: Digital-In: 1 x USB (adaptiv), 3 x S/PDIF (2 x Cinch, 1 x TosLink), Analog-Out: 1 x Cinch und 1 x XLR
  • Sonstiges: Datenraten bis 24 Bit/192 kHz über S/PDIF, bis 24 Bit/96 kHz über USB
  • Garantie: 2 Jahre
  • Connect Audio Vertrieb GmbH
    Telefon: 06434 – 50 01

    eMail: info@connectaudio.de
    Web: www.connectaudio.de

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Test: Lindemann USB-DAC 24/192 und Hegel HD11 32 Bit | D/A-Wandler

  1. 4 Test-Fazit: D/A-Wandler von Lindemann und Hegel

Über den Autor

Equipment

Analoge Quellen: Laufwerk: SME Model 15 Tonarm: SME 309 Tonabnehmer: MC: Denon DL-103R, Dynavector DV-20X2 H, Transrotor Figaro; MM: Shelter 201 Sonstiges: Flux-HiFi (Nadelreiniger), VPI HW-16.5 (Plattenwaschmaschine)

Digitale Quellen: D/A-Wandler: Luxman DA-06 CD-Player: NAD C546BEE SE Musikserver: Audiodata MusikServer MSII, Readynas Duo NAS-Server Streamer: Auralic Aries Computer/Mediaplayer: HP Notebook mit JRiver Sonstiges: iFi iPurifier II (USB-Filter)

Vollverstärker: Denon PMA-2010AE

Vorstufen: Hochpegel: Octave HP300 MK II Phonoverstärker: BMC Audio MCCI Signature ULN, Octave HP300-Phonoboard

Endstufen: Musical Fidelity M8 700m (Monos)

Lautsprecher: Blumenhofer Acoustics Genuin FS 1 Mk2

Kopfhörer: Beyerdynamic DT-990, Sony MDR-1000X

All-In-One: Ruark Audio R4

Kabel: Lautsprecherkabel: fis Audio Studioline, Ascendo Tri-Wire-Kabelsatz, Dynamikks Speakerlink, Ecosse ES 2.3, Zu Audio Libtec NF-Kabel: fis Audio Premiumline Lifetime, Ecosse, Vovox und andere Digitalkabel: Audioquest Cinnamon (Toslink), Boaacoustic Silver Digital Xeno (USB), Wireworld Series 7 Starlight Gold (Koax-S/PDIF) Netzkabel: fis Audio Studioline Netzleiste: fis Audio Black Magic

Rack: Creaktiv Trend 3

Größe des Hörraumes: Grundfläche: 30 m² Höhe: 3,4 m

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