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Test-Fazit: HiFiAkademie PowerDac

Inhaltsverzeichnis

  1. 4 Test-Fazit: HiFiAkademie PowerDac

Der „PowerDac“ spricht gezielt Kunden an, die weder gegenüber Netzwerken noch gegenüber Class-D-Technik Berührungsängste haben – darauf muss man sich schon einlassen, will man die zur Verfügung stehende Performance voll ausreizen. Hinzu kommen – als „Kür“ sozusagen – noch die vielfältigen Möglichkeiten der individuellen Klanganpassung, die das DSP-Modul dem Hörer bietet. Sogar mit den allgemeinen Setup-Optionen kann man sich Wochen beschäftigen. Das anfangs gewöhnungsbedürftige Bedienkonzept, welches erst mit einem Smartphone oder Tablet-PC so richtig rund wird, empfindet man nach einiger Zeit als selbstverständlich und will vielleicht gar nicht mehr zurück zu altertümlicher Knöpfchendreherei.

HiFiAkademie PowerDac

Zum gepflegten Musikhören braucht’s all das freilich nicht. Mir gefiel das Multitalent aus Leimen klanglich am besten, wenn es in Werkseinstellung aufspielte. Dabei beeindruckte mich eine über das gesamte Frequenzband hinweg glasklare und extrem gut strukturierte Darbietung bei fast holografischem Raumeindruck, gepaart mit auf den Punkt gesetztem Timing, präzisen Mitten und straffem Oberbass. Die Endstufe verfügt über hörbar hohe Leistungsreserven, so dass dem Klangbild auch bei groben Dynamiksprüngen stets etwas Souveränes, Lässiges anhaftet. Angestrengt tönt es nie.

Wirklich tief in den Basskeller hinunter geht der PowerDac allerdings auch nicht. Zumindest nicht, ohne den DSP-Rechenknecht von der Leine zu lassen. Erstaunlicherweise fällt diese Tatsache nicht negativ ins Gewicht, sondern passt einfach gut in den durchtrainierten Gesamtvortrag: Es knurrt halt mehr als das es rumst. Dies aber durchaus böse und sehr „echt“. Obenheraus bewahrt sich das Gerät seinen klaren und sauberen Charakter, zeichnet den Hochtonbereich fein und sehr detailreich nach, leuchtet dabei jede noch so dunkle Ecke hell aus und beherrscht sogar den Balanceakt, bei aller Transparenz nicht ins Glasige abzukippen. Besser scheint mir jedoch, gleich bei der Lautsprecherwahl darauf zu achten, dass diese die Höhen nicht überbetonen. Dann passt es prima.

Wenn ich mir noch etwas wünschen darf: Ein gedrucktes Handbuch hätte mich erfreut und ein zeitgemäßeres Touchdisplay – gerne auch in Farbe – sicherlich ebenso.

Der PowerDac in Kürze:

  • Der Bassbereich steigt ohne Zuhilfenahme des DSP-Moduls nicht besonders tief in den Keller. Dies wird aber durch Präzision, Straffheit und einen sehr markanten Oberbass mehr als ausgeglichen.
  • Der Übergang in ein plastisches und wohlstrukturiertes Mittenband gestaltet sich absolut bruchlos und vermittelt den Eindruck nahezu „federnder“ Leichtigkeit.
  • Der Hochtonbereich wird nuanciert und sehr detailreich ausgeleuchtet. Es empfiehlt sich, Lautsprecher zu verwenden, die das obere Frequenzende nicht überbetonen.
  • Komplexe Melodiestrukturen werden sensibel aufgelöst, Einzelereignisse sauber herausgestellt, ohne Unruhe in den Vortrag zu bringen. Die Darstellung bleibt stets flüssig und in sich stimmig.
  • Dasselbe trifft auch auf die Wiedergabe stark komprimierten Materials zu. Dem PowerDac gelingt es selbst dabei – ohne die mitunter grenzwertige Qualität zu verschleiern – mit seinem druckvollen und rhythmisch sehr genauen Charakter, Hörspaß zu vermitteln.
  • Das Klangbild ist geprägt von ausnehmender Klarheit und Detailgenauigkeit über das gesamte Frequenzspektrum. Der PowerDac wirkt stets hellwach, „verdaut“ Dynamikattacken mit Souveränität und Lässigkeit. Er macht dabei nie einen Hehl aus seinen hohen Leistungsreserven.
  • Die Bühnendarstellung ist großzügig, luftig und raumfüllend. Sowohl in der Tiefe als auch in der Breite. Effekthascherei wird dabei nicht betrieben, der PowerDac orientiert sich „positiv-neutral“ an der Vorlage.

HiFiAkademie PowerDac

Fakten:

  • Modell: HiFiAkademie PowerDac mit Netzwerkmodul und integrierter Festplatte
  • Gerätegattung: Class-D-Vollverstärker mit DSP-Modul, D/A-Wandler, Streaming-Client und 1-TB-Festplatte
  • Preis: 2.840 Euro
  • Farbe: schwarzer Body, silberne Frontplatte (optional schwarz eloxiert: 20 Euro Aufpreis)
  • Maße & Gewicht: 440 x 103 x 380 mm (BxHxT), circa 9,2 kg
  • Nennleistung: 2×250 Watt an 4 Ohm
  • Ein- und Ausgänge: 4 x S/PDIF, 2 x TOSLINK, LAN-Buchse des optionalem Netzwerkinterface, 2 Hochpegeleingänge (optional), 1 Hochpegelausgang, Lautsprecherterminal für ein Paar Lautsprecher
  • Sonstiges: Fernbedienung optional (20 Euro), Display in Schwarz/Weiß optional (50 Euro), gibt alle gängigen Digitalformate (gapless) wieder, allerdings kein WAV
  • Leistungsaufnahme: 30 Watt im Leerlauf, 1 Watt Standby
  • Garantie: 2 Jahre

Vertrieb:
HiFi-Akademie
Zähringerstraße 2 | 69181 Leimen
Web: www.hifiakademie.de
eMail: info@hifiakademie.de

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Test: HiFiAkademie PowerDac | Vollverstärker

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Über den Autor

Equipment

Analoge Quellen: Laufwerk: Transrotor Insigne Tonarm: Rega RB 300 Tonabnehmer: Shelter 201 (MM) Sonstiges: Tuner Sansui T-80

Digitale Quellen: CD-Player: Lua Appassionato, Yamaha CD-S 1000 Streamer: Pioneer N-50, Marantz NA 8005

Vorstufen: Phonoverstärker: Lehmann Audio Black Cube Statement

Lautsprecher: Magnat Quantum 905, Klipsch RF-82 II

Kabel: Sonstiges: LS- und NF-Kabel durchgängig in-akustik, alternativ Eagle Cable, WireWorld

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