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Inhaltsverzeichnis

  1. 1 Fundamente & Patente
  2. 2 Symposium Acoustics Ultra Platform: Klangeindruck
  3. 3 Mein Fazit

Wenn Sie uns bei fairaudio bereits eine Zeit lang begleiten, wissen Sie natürlich, dass wir auch einschlägigem HiFi-Zubehör regelmäßig den ihm gebührenden Platz einräumen. Selbst hochwertigstes Gerät spielt im Normalfall eben nur so gut, wie es die äußeren Bedingungen zulassen. Und wie heißt es so schön? „Wer hohe Türme bauen will, muss lange beim Fundament verweilen.“

Ob diese Weisheit nun vom antiken Denker Aristoteles stammt oder doch dem Komponisten Anton Bruckner zugeschrieben werden muss, ist strittig. Sicher ist, dass beide mit HiFi wenig am Hut hatten – und dennoch gar nicht falsch gelegen hätten, denn Tests diverser Basen und Unterstellfüße zeigen immer wieder, dass der Aufstellung einer Komponente eine nicht unerhebliche Rolle beim guten Klang zukommt.

Symposium Acoustics Ultra Platform

Die Symposium Acoustics Ultra Platform

Prinzipiell darf man davon ausgehen, dass elektronische Komponenten und erst recht mechanisch abtastende Quellen wie Plattenspieler von einer soliden und waagerechten Stellfläche profitieren. Bedauerlicherweise ist es dann doch nicht so einfach, da manche Materialien, obwohl hart und eben, den Klang offenbar in eine weniger vorteilhafte Richtung verschieben. Einfaches Glas, Metall und auch Stein können diese unerwünschte Wirkung haben.

Who and how

Peter Bizlewicz ist einer, der sich bereits früh Gedanken um diese Problematik gemacht hat. Der Gründer und CEO von Symposium Acoustics (Vertrieb: www.walterkircher.com) hat einen Abschluss vom bekannten Massachusetts Institut of Technology (MIT) in der Tasche, dürfte also über ausreichend theoretisches Rüstzeug für diese Aufgabe verfügen. Seine Erkenntnisse haben zu nicht weniger als fünf US-Patenten geführt. Wer will, kann – dem Internet sei Dank – relativ unkompliziert nachlesen, womit genau sie bei Symposium ihre Brötchen verdienen. Aber seien Sie vorgewarnt, die Materie kommt doch ausgesprochen trocken daher.

Neben Basen in unterschiedlichen Preis- und Effizienzklassen gehören auch ganze Racks und die ebenfalls patentierten „Roller Blocks“ – Ankopplungselemente, die mit präzise gefertigten Halbschalen und Kugeln aus Stahl oder Titan ihrer Bestimmung nachkommen – zum Produktportfolio des in Wayne im Staat New Jersey ansässigen Herstellers.

Bereits seit 1993 fertigt Symposium Acoustics Basen, die mit mehreren Schichten aus Aluminium, Stahl und dauerelastischen Schaumstoffen parasitäre Schwingungen und Vibrationen ableiten und in Wärmeenergie verwandeln sollen. Damit dies gelingt, präferiert Bizlewicz eine harte Ankopplung des Gerätebodens an die oberste Lage, die entweder aus Edelstahl oder Aluminium besteht. Danach wird die aufgenommene kinetische Energie über weitere Layer mit abnehmender Dichte in das Innere der Base geleitet, wo sie schließlich von einem Schaumstoff, zu dem sich Symposium Acoustics allerdings nicht näher äußert, in Wärme transformiert wird. So soll verhindert werden, dass einmal aus dem Gerät verbannte Vibrationen wieder einen Weg zurückfinden können. Um Störungen, die vom Boden oder über Luftschall das Rack anregen und darüber letztlich zur HiFi-Komponente gelangen, ebenfalls zu eliminieren, ist der Aufbau der Schichten annähernd symmetrisch ausgeführt.

Symmetrie ist bei Symposium Acoustics Teil des Programms

Symmetrie ist bei Symposium Acoustics Teil des Programms

Im Grundsatz folgen alle Basen von Symposium Acoustics diesem Konstruktionsprinzip, unterscheiden sich aber doch durch Aufbauhöhe, Materialstärken und die Verwendung von Edelstahl oder Aluminium voneinander.

Symposium Acoustics Ultra Platform: Klangeindruck

Mit Symposium Acoustics hiesigem Distributor Kircher HiFi kam ich vor etwa drei Jahren in Kontakt, als es den ungewöhnlichen, sich aber im Verlauf als hochmusikalisch outenden Lautsprechern Tune Audio Marvel auf den Zahn zu fühlen galt. Inhaber Walter Kircher besuchte mich während des Testzeitraums und brachte gleich noch drei Symposium-Ultra-Basen mit, die er für eine Händlervorführung am folgenden Tag mit sich führte.

Wir hörten gemeinsam Musik und irgendwann schlug er vor, doch einmal seine Basen auszuprobieren. Eigentlich scheute ich einen größeren Umbau, wollte allerdings auch nicht unhöflich sein und stimmte daher zu, zunächst nur meine damalige Endstufe Audionet Amp I Mk2, die auf einer Stellfläche aus Ahornholz ihrer Aufgabe nachkam, versuchsweise auf einer Ultra Platform zu positionieren. Dazu musste die Stereoendstufe ja lediglich angehoben und die Symposium-Basis auf die aus Ahorn geschoben werden.

Symposium setzt auf eine harte Ankopplung der Geräte an die Basis

Symposium setzt auf eine harte Ankopplung der Geräte an die Basis

Zur Ankopplung an die glatte und ebene Oberfläche der Ultra Platform kamen Symposiums Precision Coupler, mit geringsten Toleranzen gefertigte und glänzend polierte Aluminiumpucks von 47,6 mm Durchmesser und 20,6 mm Höhe, zum Einsatz. Sie gehören zum Konzept, weshalb der Lieferumfang der Ultras drei, bei größeren Plattformen auch vier Precision Coupler umfasst. Die Ultra Platform behauptet in der Hierarchie des Herstellers übrigens den zweiten Platz und kostet in der Standardgröße 19 x 14 Zoll (48 x 35,5 Zentimeter) 1.270 Euro. Darüber rangiert die Quantum Signature, die sich mit 4.560 Euro bei gleicher Größe preislich deutlich absetzt. Neben der Ultra ist die sehr ähnlich aufgebaute, aber flacher bauende Super Plus Platform für gleichfalls 1.270 Euro positioniert. Symposium Acoustics empfiehlt sie vor allem als Stellfläche unter Lautsprechern. Die Basen können im Bedarfsfall mit mehreren Hundert Kilogramm belastet werden.

Ein Set Precision Coupler gehört immer zum Lieferumfang einer Basis

Ein Set Precision Coupler gehört zum Lieferumfang einer Basis

Da tut sich was …

Ich hatte die Audionet-Endstufe bereits auf einer meiner Acapella Fondato Silenzio, die in dergleichen preislichen Liga spielen, ausprobiert, mich letztlich aber trotz gesteigerter Auflösung aufgrund des sich einstellenden leicht helleren Klangbildes wieder für das Ahornholz entschieden. Entsprechend gedämpft waren meine Erwartungen.

Wir hörten Vinyl, die Carmen Suite mit dem Royal Opera House Orchestra unter Alexander Gibson auf LSC-2479. Bisher hatte ich die Prelude immer als nettes, aber nur vordergründig dramatisches Vorspiel zum rhythmisch wie dynamisch anspruchsvolleren Folgeteil, der Aragonaise empfunden. Doch was war hier los? Wie frisch gestimmt stießen die Violinen in die hohen Lagen vor und ließen, versehen mit einem spannungsverheißenden, fast bedrohlichen Timbre, aufhorchen. Das nenn‘ ich einen echten Spannungsbogen! Nach der kurzen Pause vor dem stakkatoartigen Beginn der Aragonaise wurde gewiss, was sich bereits angekündigt hatte: Die Symposium-Basen bringen das Klangbild mikro- wie makrodynamisch nach vorne. Ein Genuss, das ROHO so hoch konzentriert und energiegeladen musizieren zu hören. Logisch, dass nun auch Phonovorstufe und Accustic Arts Preamp auf Ultra-Plattformen landeten …

Symposium Acoustics Ultra Platform, links-vorne

Daraufhin legte die Kette dynamisch weiter zu, wenngleich die erste Basis sicherlich die größte Wirkung gezeigt hatte. Jetzt waren es vor allem die Klangfarben, die vor einem ruhigeren, schwärzeren Hintergrund an Intensität gewannen, ohne aus der mir vertrauten Balance zu geraten. Das Klangbild neigte sich weder in Richtung dünner oder heller, noch dunkelte es ein. Beides hatten andere Stellflächen in meiner Kette schon bewirkt und damit einen etwaigen Zugewinn in anderen Aspekten gleich wieder kassiert. Die Ultras verliehen den Tönen eine ans Live-Erlebnis erinnernde Strahlkraft, ganz ohne den tonalen Charakter der Komponenten anzutasten. Auch auf anderem Gebiet tat sich etwas.

Gleich von einer „Neuordnung des Raumes“ zu sprechen, wäre zwar übertrieben, dennoch war es nun möglich, ein gutes Stück tiefer als bisher in den Konzertsaal hinein zu hören, während sich einzelne Instrumente klarer voneinander abgrenzen ließen. Die räumlichen Veränderungen des Klangbilds durch die Symposium-Basen waren zwar nicht so gravierend wie die dynamischen, doch auch hier spielte sich alles klar oberhalb homöopathischer Dosen ab.

Ein Verlustzustand?

Da die Basen bereits am nächsten Tag benötigt wurden, musste der „Urzustand“ noch am selben Abend wiederhergestellt werden. Am ärgsten schmerzte danach der Verlust an dynamischer Attacke, das Gefühl, die Musik sinke auf ein niedrigeres Energielevel ab. Stellen Sie sich einmal vor, ihr schmuckes Achtzylinder-Sportcoupé führe nur noch auf vier Töpfen. Da kommt keine rechte Freude auf, oder?

Da sich das Erlebte auch nach Wochen nicht mehr aus dem auditiven Gedächtnis tilgen ließ, blieb mir kaum eine andere Wahl – ich bestellte schließlich zwei Symposium-Ultra-Plattformen, von denen die größere nun als Stellfläche für mein Laufwerk TW-Acustic Raven AC dient, während die andere unter der Endstufe, aktuell eine Dartzeel NHB-108, ihren Platz gefunden hat.

Dartzeel NHB-108 auf der Symposium Acoustics Ultra Platform

Dartzeel NHB-108 auf der Symposium Acoustics Ultra Platform

Und tatsächlich, prompt war es wieder da, dass ersehnte Dynamikplus, während sich beim Laufwerk ganz unerwartet sogar ein dünner klanglicher Schleier verflüchtigte, dessen Anwesenheit mir bis dato gar nicht bewusst gewesen war. Offensichtlich kann der Mitten- und Hochtonbereich des Raven dank der neuen Symposium-Acoustics-Stellfläche an Auflösung und Detailfreude zulegen. Wie war das noch gleich mit den Fundamenten …?

TW-Acustic Raven auf der Symposium Acoustics Ultra Platform

TW-Acustic Raven auf der Symposium-Basis

Es kann doch nicht sein …

In der Medizin heißt es: keine Wirkung ohne Nebenwirkung. Und in der Vergangenheit galt dies auch für nahezu alle Basen, Klangbretter und Gerätefüße, mit denen ich versucht habe, meine Anlage auszureizen. Doch die Ultra-Basen von Peter Bizlewicz scheinen dieses Dogma frech zu ignorieren.

So bleibt der grundsätzliche tonale Klangcharakter der jeweiligen Komponente erhalten, während sich positive Veränderungen einfach hinzuaddieren. Sicherlich geschieht das von Gerät zu Gerät in unterschiedlicher Intensität, doch eine Steigerung der Gesamtperformance darf auf den Stellflächen aus Wayne als Regel gelten.

Symposium bietet drei unterschiedliche Coupler an

Symposium bietet drei unterschiedliche Coupler-Typen an

Keinesfalls belanglose Differenzen ergeben sich bei der Wahl der verwendeten Coupler, die die Verbindung der Geräte zur Stellfläche herstellen. Verfügt die Komponente bereits über harte Gerätefüße, kann man laut Bizlewicz durchaus einen Versuch ohne sie wagen. Das gilt jedoch nicht, wenn weiche Materialien wie etwa die typischen Gummifüße mit im Spiel sind. Neben den im Lieferumfang der Basen enthaltenen Precision Coupler aus Aluminium, die für 80 Euro pro Stück auch einzeln erhältlich sind, werden zwei weitere höherwertige Versionen angeboten. Die Precision Supercoupler zum Stückpreis von 130 Euro sind nicht nur von einer dämpfenden schwarzen Lackschicht überzogen, sondern auch mit Bohrungen nach einem speziellen Muster versehen. An der Spitze stehen die gewichtigeren Precision Ultracoupler für 240 Euro, die über gleichartige Bohrungen verfügen, aber aus massivem Kupfer gefertigt sind.

Ich habe sie alle probiert und rate dies nur dann zu tun, wenn man wirklich bereit ist, den entsprechenden Aufpreis zu bezahlen. Noch natürlicher anmutende Klangfarben, mehr Durchzeichnung und zusätzliche Abbildungspräzision sind die Folgen einer optimierten Kopplung zwischen Basis und Gerät. Unglücklicherweise erfolgt die Steigerung in der vom Preis vorgegebenen Reihenfolge.

Symposium Acoustics Ultra Platform, vorne

Was lässt sich kritisieren? Eigentlich nur wenig. Okay, es gibt durchaus Basen mit noch höherer Verarbeitungsqualität, sogar solche in sogenannter „Möbelqualität“. Die Symposium-Basen besitzen einen eher technischen, an den Ecken etwas (scharf)kantigen Charakter, den sie offenbar nicht unter einem hübschen Furnier verbergen wollen. Auch erweisen sich die Aluminiumoberflächen im täglichen Gebrauch als recht anfällig für feine Kratzer, was nicht zuletzt deshalb auffällt, weil sie so schön gründlich poliert wurden. Ein kleines Manko, das sie mit Acapellas Fondato Silenzios und anderen polierten Basen teilen.

Etwas Geduld sollte man außerdem aufbringen können, wenn man sich für eine Basis von Symposium Acoustics entscheidet. In Wayne produzieren sie nämlich „On Demand“. Die angeforderte Basis wird also erst nach Eingang der Bestellung gebaut. Bis man das ersehnte Teil dann tatsächlich in Händen hält, können einige Wochen vergehen. Dafür stehen neben der Standardgröße 48 x 35,5 Zentimeter noch fünf weitere zur Wahl und sogar „Custom Size“ ist kein Problem.

Symposium Acoustics Ultra Platform, Logo

Mein Fazit

Gemessen an dem, was Symposium Acoustics Ultra-Basen unter feinem HiFi-Gerät klangfördernd leisten, sind sie ihren sicher nicht unerheblichen Preis allemal wert. Wer höhere Auflösung und vor allem Dynamik sucht und dabei keine tonalen Nebenwirkungen erleben möchte, dem kann ich die Basen aus Wayne nur „fundamental“ empfehlen.

Fakten:

  • Modell: Symposium Ultra Platform
  • Konzept: Geräte- und Lautsprecherbasis
  • Preise: 770 Euro bis 2.950 Euro (abhängig von der Größe der Basis; inklusive Precision-Coupler-Set); Einzelpreise Precision Coupler 80 Euro, Precision Supercoupler 130 Euro, Precision Ultracoupler 240 Euro
  • Maße: sechs Größen von circa 23 x 35,6 bis circa 70 x 54,6 cm (Höhe aller Basen beträgt 8,9 cm); weitere Größen auf Anfrage
  • Farben: Silber-Schwarz; optional: Stealth Edition der Base ganz in Schwarz
  • Garantie: 2 Jahre

Vertrieb:

Kircher HiFi
Koerblergasse 30 | A-8010 Graz
Telefon: +43(0)664-4499275
E-Mail: walter@walterkircher.com
Web: https://www.walterkircher.com/

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Genelec

Test: Symposium Acoustics Ultra Platform | Füße & Basen

  1. 1 Fundamente & Patente
  2. 2 Symposium Acoustics Ultra Platform: Klangeindruck
  3. 3 Mein Fazit

Über die Autorin / den Autor

Equipment

Analoge Quellen: Laufwerk: TW-Acustic Raven AC Tonarm: Graham Phantom B-44, Analog Tools, Pyon Sound Iris Tonabnehmer: Steinmusic Aventurin 6, modifiziertes Denon DL 103R, Lyra Titan i Sonstiges: Plattentellermatten von Dereneville und Steinmusic, externer Plattenspielerantrieb Dereneville DAE-01SP

Digitale Quellen: D/A-Wandler: Rockna Wavelight Musikserver: Innuos Zenith SE Sonstiges: Electrocompaniet EMP-2

Vorstufen: Hochpegel: Silvercore Linestage Two Phonoverstärker: Chord Symphonic, Einstein The Phonostage

Endstufen: Dartzeel NHB-108 (Stereo), Tenor Audio 75 Wi (Monos), Kharma MP150

Lautsprecher: Acapella La Campanella, Clockwork Event Horizon

Kabel: Lautsprecherkabel: Analog Tools Reference Serie NF-Kabel: Analog Tools Reference Serie, Akeno Audio Ultimate Netzkabel: Acoustic Revive Absolute, Steinmusic Highline Netzleiste: Nordost QRT QB4 und QB8 Sonstiges: Analog-Tools-Phonokabel (Reference Serie)

Zubehör: Stromfilter: Trenntrafos von Steinmusic Sonstiges: Sicherungen: AHP-Klangmodule, Steinmusic Harmonizer, AHP II Kupfer, Hifi-Tuning Supreme 3 und Audio Magic SHD Beeswax Ultimate & Premiere Ultimate

Sonstiges: Racks von Copulare und Audio Lignum, Basen von Symposium Acoustics und Acapella, Symposium Precision und Ultra-Coupler, Harmonix RFA-7800 Room Tuning Devices, Highendnovum Passiver Multivocalresonantor PMR

Größe des Hörraumes: Grundfläche: 23,4 m² Höhe: 2,64 m

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