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Test-Fazit: SAC Igel 2016

Inhaltsverzeichnis

  1. 3 Test-Fazit: SAC Igel 2016

Unabhängig von Kriterien wie Tonalität und Raumabbildung vermitteln die Igel eine „anmachende“, aber nicht allzu extrovertierte Gangart, die schon während der ersten Takte auf ihre musikalisch geschlossene und angenehme Wiedergabecharakteristik schließen lässt. Dieser Eindruck täuscht auch in der dauerhaften Beschäftigung mit den kleinen Endstufen nicht: Tonal sind sie eher leicht warm als hundertprozentig neutral abgestimmt, fetten dabei nie an, sondern sind muskulös-durchtrainiert mit Zug im Bass und einer ganz, ganz leicht zurückgenommenen Hochtondarbietung, die insbesondere mit etwas zu hell oder kantig spielenden Lautsprechern eine empfehlenswerte Kombination darstellen dürfte. Klangfarben wirken deckkräftig, Obertonschwingungen arbeiten die Igel eindrucksvoll genau heraus. Im Verbund mit der ohrenscheinlichen Sauberkeit des Klangbilds entsteht so ein langzeittauglicher tonaler Charakter, der in dieser Preisklasse vorne mitspielt, auch wenn ich die SAC Igel nicht unbedingt mit eher soft und warm abgestimmten Schallwandlern kombinieren würde.

SAC Igel 2016

Räumlich ist alles im grünen Bereich, auch wenn die Ausdehnung der Bühne nach hinten nicht grenzenlos ausfällt und Stimmen, die ich sonst als etwas tiefer hinten stehend erlebe, von den Igeln eher in Richtung der Lautsprecherebene transportiert werden als allzu deutlich dahinter. In die Breite geht es mehr als ordentlich und mit sauberer Trennung von Instrumenten und Stimmen. Insbesondere die Fähigkeit zur plastischen Abbildung von präzise abgegrenzten Schallquellen auf der virtuellen Bühne macht die Darstellung insgesamt sehr fassbar und realistisch-überzeugend.

Die SAC Igel schließen mit ihrer musikalischen und angenehmen Charakteristik keine Fangruppen aus – mit der klitzekleinen Einschränkung eben, dass Liebhaber von brachialsten grobdynamischen Attacken sich doch wohl eher woanders umschauen werden. Bezüglich maximaler Grobdynamik und knüppelharter Kicks haben die SAC Igel sicherlich Konkurrenz, doch Feindynamik sowie Transientengeschwindigkeit und -präzision sind preisklassenbezogen erste Sahne. Kontrolle im Bass lassen sie ebenfalls nicht missen, da braucht es schon deutlich teurere und kraftvollere Endverstärker, um diese Vorstellung zu toppen.

Alles in allem sind die SAC Igel ein mehr als verlockendes Angebot für den Einstieg in die Welt der richtig erwachsen spielenden Mono-Endstufen – klein sind hier in der Tat insbesondere das Gehäuse und der Preis.

Die SAC Igel 2016 …

  • machen mit ihrer beherzten Gangart viel Freude, spielen mit Elan und „Schmackes“ auf.
  • wirken im Bass kräftig, druckvoll und bei aller vorhandenen Kontrolle eher saftig als staubtrocken. Zudem spielen sie für ihre Preisklasse angemessen tief hinunter und auch ganz unten mit ordentlichem Durchsetzungsvermögen.
  • zeigen einen differenzierten, minimal wärmer gehaltenen Mittelton, fein abgestufte, deckkräftige Klangfarben und eine angenehme, sehr ausdrucksstarke, plastisch modellierte Stimmwiedergabe.
  • spielen insbesondere in den Mitten und im Hochton sehr sauber und präzise.
  • bietet einen gut aufgelösten Hochton, der im Vergleich zu anderen Verstärkern eventuell leicht zurückgenommener, etwas sanfter und „angenehmer“, aber nicht weniger detailliert wirkt.
  • erfreuen mit einer schön modellierten Raumabbildung, die breit genug, aber nicht extrem tief dargestellt wird.
  • überraschen mit ihrer sehr präzisen Impulswiedergabe ohne Überhänger oder Verschleifungen. Feindynamisch wird dem Hörer hier Überdurchschnittliches geboten. Grobdynamisch spielen sie in der Preisklasse mit, doch aufgrund der tonal minimal wärmeren Gangart wirkt das weniger hart und schneidend und damit gefühlt weniger vehement als bei drahtiger abgestimmten Vertretern der Gattung.

Fakten:

  • Modell: SAC Igel 2016
  • Kategorie: Mono-Endstufen
  • Preis: 1.789 Euro (Paar)
  • Maße & Gewicht: 170 x 82 x 205 (BxHxT) / 4,5 kg (Stück)
  • Farbe: Schwarz
  • Ausgangsleistung: 2 x 120 Watt (8 Ohm)
  • Anschlüsse: ein Paar Lautsprecherausgänge, Eingang via Cinch
  • Leistungsaufnahme: jeweils circa 6 Watt im Leerlauf
  • Garantiezeit: 3 Jahre

Hersteller und Vertrieb:

SAC GmbH
Michaelstraße 24 a | 45138 Essen
Telefon: 0201 – 79 34 79
eMail: info@sac.de
Web: www.sac.de

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Test: SAC Igel 2016 | Endstufe

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Über den Autor

Equipment

Analoge Quellen: Laufwerk: SME Model 15 Tonarm: SME 309 Tonabnehmer: MC: Denon DL-103R, Dynavector DV-20X2 H, Transrotor Figaro; MM: Shelter 201 Sonstiges: Flux-HiFi (Nadelreiniger), VPI HW-16.5 (Plattenwaschmaschine)

Digitale Quellen: D/A-Wandler: Luxman DA-06 CD-Player: NAD C546BEE SE Musikserver: Audiodata MusikServer MSII, Readynas Duo NAS-Server Streamer: Auralic Aries Computer/Mediaplayer: HP Notebook mit JRiver Sonstiges: iFi iPurifier II (USB-Filter)

Vollverstärker: Denon PMA-2010AE

Vorstufen: Hochpegel: Octave HP300 MK II Phonoverstärker: BMC Audio MCCI Signature ULN, Octave HP300-Phonoboard

Endstufen: Musical Fidelity M8 700m (Monos)

Lautsprecher: Blumenhofer Acoustics Genuin FS 1 Mk2

Kopfhörer: Beyerdynamic DT-990, Sony MDR-1000X

All-In-One: Ruark Audio R4

Kabel: Lautsprecherkabel: fis Audio Studioline, Ascendo Tri-Wire-Kabelsatz, Dynamikks Speakerlink, Ecosse ES 2.3, Zu Audio Libtec NF-Kabel: fis Audio Premiumline Lifetime, Ecosse, Vovox und andere Digitalkabel: Audioquest Cinnamon (Toslink), Boaacoustic Silver Digital Xeno (USB), Wireworld Series 7 Starlight Gold (Koax-S/PDIF) Netzkabel: fis Audio Studioline Netzleiste: fis Audio Black Magic

Rack: Creaktiv Trend 3

Größe des Hörraumes: Grundfläche: 30 m² Höhe: 3,4 m

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