Billboard
AVM

Test-Fazit: Hornmanufaktur Marimba

Inhaltsverzeichnis

  1. 3 Test-Fazit: Hornmanufaktur Marimba

Ist die Hornmanufaktur Marimba also ein exotischer Lautsprecher? Ja, natürlich: Klanglich setzt sie den Fokus auf Dynamik, Direktheit und kohärentes Timing und nimmt dabei kleinere Abzüge in der B-Note in Form von geringerer Tiefbassausbeute sowie nicht 100%iger tonaler Neutralität in Kauf. Aber nein: Denn für das, was sie darstellt – ein Backloaded-Breitbänder ohne Frequenzweiche – spielt sie ausnehmend linear und balanciert auf. Das ist vielleicht ein Tendenzchen, aber keine Schlagseite.

Hornmanufaktur Marimba

Für ein Basshorn fällt die Baugröße zudem sehr human aus und Formgebung & Optik ausnehmend modern und gefällig. Dass die Hornmanufaktur Marimba davon profitiert, wenn sie nicht völlig frei im Raum aufgestellt wird, sondern halbwegs wandnah, dürfte für die meisten ebenfalls als Pro-Argument durchgehen. Und so ist es nicht völlig aus der Luft gegriffen, wenn man sie als „pragmatische Exotin“ bezeichnet. Ich hatte sehr viel Spaß mit ihr.

Steckbrief Hornmanufaktur Marimba:

  • Tonal über alles eher auf der leichten denn auf der satten Seite. Das letzte Wort im Tiefbass bleibt sie konzeptbedingt schuldig, nach obenraus geht es dafür sehr luftig und frei zur Sache.
  • Der Bassbereich besticht durch eine federnde und sehr leichtfüßige Gangart, wie sie für Hörner typisch ist. „Timingtechnisch“ sind Untergeschoss und Mittenband eine Einheit – gerade akustische Instrumente profitieren hiervon enorm, denn sie wirken einfach echter. Allerdings: Mehr Sattheit und Tiefgang sind in dieser Preisklasse schon machbar.
  • Das Mitten-/Hochtonband gibt sich tonal balanciert mit kleinerem Peak im Bereich obere Mitten/untere Höhen. Das Auflösungsvermögen ist der Klasse und dem Konzept angemessen, also recht hoch.
  • Ein Vorteil gut gemachter Breitbandkonzepte besteht darin, dass man gar nicht von Tiefen/Mitten/Höhen sprechen mag, denn der Eindruck ist der von musikalischer Geschlossenheit und Kohärenz. Genau das zeichnet die Marimba in hohem Maße aus.
  • Feindynamik und authentisches Timing sind weitere Pfunde, mit denen der Hornmanufaktur-Lautsprecher wuchert. Wer dergleichen zum ersten Mal hört, wird erstaunt sein ob so viel Direktheit und Lebendigkeit. Grobdynamisch ist ebenfalls alles im Lot, solange man den Skat nicht überreizt: Mittels (sehr) hohem Pegel, Tiefbassanteil und komplexer Instrumentierung sind zwei Achtzöller natürlich auch an dynamische Limits zu bringen.
  • „Filterlos“ beschreibt hier nicht nur das technische Design – die Marimba besitzt keine Frequenzweiche –, sondern auch den bestimmenden Klangeindruck. Man ist immer unmittelbar dabei. Gerade bei „unelektrifizierter“ Musik und im Stimmbereich macht sich das voll bezahlt. Für Technojünger und Schwermetaller gibt’s freilich Alternativen.
  • Die Marimba lässt die Bühne ein gutes Stück weit vor der Grundlinie anfangen und zieht den Klangraum durchaus üppig auf, vor allem in Breite und Höhe, die Tiefenstaffelung ist eher Normalmaß. Die einzelnen Stimmen in Klangbild werden dabei aber keinesfalls „aufgepumpt“, vielmehr hängen sie glaubhaft dimensioniert, völlig frei und angenehm plastisch-griffig im Raum. Insgesamt ergibt das ein sehr involvierendes Gefühl und unterstützt das lebendige Grundnaturell vortrefflich.

Fakten:

  • Modell: Hornmaufaktur Marimba
  • Konzept: Breitbandchassis im Backloaded-Horn mit Superhoch-Unterstützung
  • Preis: 6.600 Euro
  • Maße & Gewicht: 106 x 30 x 34/47 cm (HxBxT(oben/unten)), circa 33 kg/St.
  • Kennschalldruck: circa 90 dB/1W/1m
  • Nenn-Impedanz: 16 Ohm
  • Sonstiges: Direktverkauf
  • Garantie: 5 Jahre

Hersteller und Vertrieb:
Hornmanufaktur
Laritzgraben 61 | 8380 Jennersdorf |Österreich
Telefon: +43-(0)699-127 38 868
eMail: huepfel@hornmanufaktur.at
Web: www.hornmanufaktur.at

Kommentar/Leserbrief zu diesem Bericht schreiben

Test: Hornmanufaktur Marimba | Standlautsprecher

  1. 3 Test-Fazit: Hornmanufaktur Marimba

Über den Autor

Equipment

Analoge Quellen: Laufwerk: SME Model 15 Tonarm: SME 309 Tonabnehmer: MC: Denon DL-103R, Dynavector DV-20X2 H, Transrotor Figaro; MM: Shelter 201 Sonstiges: Flux-HiFi (Nadelreiniger), VPI HW-16.5 (Plattenwaschmaschine)

Digitale Quellen: D/A-Wandler: Luxman DA-06 CD-Player: NAD C546BEE SE Musikserver: Audiodata MusikServer MSII, Readynas Duo NAS-Server Streamer: Auralic Aries Computer/Mediaplayer: HP Notebook mit JRiver Sonstiges: iFi iPurifier II (USB-Filter)

Vollverstärker: Denon PMA-2010AE

Vorstufen: Hochpegel: Octave HP300 MK II Phonoverstärker: BMC Audio MCCI, Octave HP300-Phonoboard

Endstufen: Musical Fidelity M8 700m (Monos)

Lautsprecher: Blumenhofer Acoustics Genuin FS 1 Mk2

Kopfhörer: Beyerdynamic DT-990, Sony MDR-1000X

All-In-One: Ruark Audio R4

Kabel: Lautsprecherkabel: fis Audio Studioline, Ascendo Tri-Wire-Kabelsatz, Dynamikks Speakerlink, Ecosse ES 2.3, Zu Audio Libtec NF-Kabel: fis Audio Premiumline Lifetime, Ecosse, Vovox und andere Digitalkabel: Audioquest Cinnamon (Toslink), Boaacoustic Silver Digital Xeno (USB), Wireworld Series 7 Starlight Gold (Koax-S/PDIF) Netzkabel: fis Audio Studioline Netzleiste: fis Audio Black Magic

Rack: Creaktiv Trend 3

Größe des Hörraumes: Grundfläche: 30 m² Höhe: 3,4 m

Billboard
H-E-A-R