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Testfazit: CH Precision I1

Inhaltsverzeichnis

  1. 2 Klangeindrücke: CH Precision I1
  2. 3 Testfazit: CH Precision I1

CH Precision I1

Der Charme eines Vollverstärkers liegt natürlich im „One-box-Ansatz“, und dank zahlreicher Module kann der CH Precision I1 zur kompletten integrierten Schaltezentrale (inklusive USB-DAC, Streamer, Phonopre) erweitert sowie – genauso wichtig – über die Jahre up to date gehalten werden. Es lässt sich mit ihm aber auch der umgekehrte Weg einschlagen und ein komplexes System mit weiteren separaten Komponenten wie Masterclock, DAC und Endstufen aufbauen, in dessen Mitte er steuernd sitzt. Man bleibt flexibel und zukunftssicher – ein echter Vorteil, wenn man ernsthaft überlegt, derartig viel Geld zu investieren.

CH Precision I1

Der CH Precision I1 ist die bis dato bestklingendste Verstärkerlösung, mit der ich mich intensiver auseinandersetzen durfte. Eine nochmals kostspieligere Vor-End-Kombination der Schweizer oder eines anderer Anbieters wird wohl noch mehr leisten – der audiophile Wahnsinn nimmt ja nie ein Ende. Doch bis auf Weiteres bleibt mir der CH Precision als „Benchmark“ im Ohr. Seine klangliche Über-alles-Richtigkeit verblüfft nicht weniger als sein Preisschild.

Der CH Precision I1 zeichnet sich aus durch …

  • tonale Neutralität und Breitbandigkeit, kein Frequenzbereich wird betont oder vernachlässigt.
  • einen sehr tiefreichenden und höchst agilen, elastischen sowie fein abgestuften Bassbereich. Als besonderes Highlight geht die Möglichkeit zur Justage der Gegenkopplung durch: So lässt sich Lautsprecher- und sogar Musik-spezifisch die „Trockenheit“ im Tiefton steuern. Hohe Gegenkopplungswerte sorgen für mehr Kontur im Untergeschoss, geringere für noch mehr Feinstofflichkeit im Mitten-/Hochtonband. Hier individuell justieren zu können, ist Gold wert.
  • eine klangfarbliche Reinheit, die auf diesem Niveau ganz selten zu erleben ist. Dabei wird nicht einfach künstlich saturiert beziehungsweise in eine bestimmte tonal angenehme Richtung gefärbt, sondern hochakkurat und grauschleierfrei durchgelassen, sodass feinste Timbreschattierungen ganz selbstverständlich und nebenbei offengelegt werden.
  • ein Auflösungsvermögen, welches derart hoch ist, dass das Klangbild in Folge weicher, „analoger“ und echter wirkt als sonst. Wer meint, hohe Auflösung sei der Musik nicht dienlich, darf mit dem CH Precision I1 das exakte Gegenteil erleben und eine seiner „HiFi-Gewissheiten“ ad acta legen. Gerade im Mittel- und Hochtonband hat man das Gefühl, den „puren Stoff“ zu hören.
  • eine Feindynamik, die State of the art ist.
  • grobdynamische Fähigkeiten, die angesichts der angegebenen Leistungsdaten von 2 x 100 Watt/8 Ohm absolut erstaunlich sind. Freilich gilt auch: Für so viel Geld kann man leistungsseitig ganz deutlich mehr bekommen, was sich im Zusammenspiel mit wirkungsgradschwächeren Lautsprechern je nach Raumgröße und Pegelbedürfnis makrodynamisch durchaus bezahlt machen könnte.
  • eine vorlagentreue Raumdarstellung: Die Bühne beginnt dort, wo die Aufnahmetechnik sie „hingesetzt“ hat, das kann vor, hinter oder auf der Boxen-Grundlinie sein. Alle Raumdimensionen werden, wenn gefordert, sehr großzügig dargestellt – soll es aber kammermusikalisch-intim spielen, geht das natürlich genauso gut. Der I1 „macht“ keinen Raum, sondern lässt ihn durch. Sehr hohe Lokalisationsschärfe und Plastizität bei der Abbildung von Stimmen und Instrumenten.
  • einen sehr hohen Preis, allerhöchste Verarbeitungsqualität, maximale optische Zurückhaltung und eine durchdachte Nutzerführung via frontseitigem Doppel-Jog-Dial und Android-App.

Fakten:

  • Modell: CH Precision I1
  • Konzept: Vollverstärker mit DAC
  • Preis: 33.700 Euro
  • Farbe: Silber
  • Maße & Gewicht: 440mm x 440mm x 133mm (BxTxH), 43 kg
  • Eingänge: analog: 3 x Hochpegel (2 x Cinch, 1 x XLR); digital: 1 x Toslink, 1 x S/PDIF koaxial, 1 x AES/EBU. 1 x CH-Link
  • Ausgänge: analog: 1 x Pre-Out (XLR), ein Paar Lautsprecherausgänge
  • Leistung: 2 x 100 Watt an 8 Ohm, 2 x 175 Watt an 4 Ohm
  • Leistungsaufnahme: circa 100 Watt im Leerlauf
  • Sonstiges: großes Farbdisplay, Fernbedienung, App-Steuerung (Android) über Ethernet-Port, variable Gegenkopplung; modular erweiterbar: zusätzliches Digitalboard: 2.250 Euro, USB-B-Modul: 2.700 Euro, UpnP-Streaming-Modul: 4.000 Euro, Phono-MC-Modul: 4.000 Euro, Input für Sync-Clock: 1.300 Euro
  • Garantie: 2 Jahre

Vertrieb:

Ibex Audio GmbH
Alfredshöhe 29 | 89522 Heidenheim
Telefon: +49(0)7321-25490
E-Mail: info@ibex-audio.de
Web: https://ibex-audio.eu/

Test: CH Precision I1 | Vollverstärker

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Über die Autorin / den Autor

Equipment

Analoge Quellen: Laufwerk: SME Model 15 Tonarm: SME 309 Tonabnehmer: MC: Denon DL-103R, Dynavector DV-20X2 H, Transrotor Figaro; MM: Shelter 201 Sonstiges: Flux-HiFi (Nadelreiniger), VPI HW-16.5 (Plattenwaschmaschine)

Digitale Quellen: D/A-Wandler: Luxman DA-06 CD-Player: NAD C546BEE SE Musikserver: Audiodata MusikServer MSII, Readynas Duo NAS-Server Streamer: Auralic Aries Computer/Mediaplayer: HP Notebook mit JRiver Sonstiges: iFi iPurifier II (USB-Filter)

Vollverstärker: Denon PMA-2010AE

Vorstufen: Hochpegel: Octave HP300 MK II Phonoverstärker: BMC Audio MCCI Signature ULN, Octave HP300-Phonoboard

Endstufen: Musical Fidelity M8 700m (Monos)

Lautsprecher: Blumenhofer Acoustics Genuin FS 1 Mk2

Kopfhörer: Beyerdynamic DT-990, Sony MDR-1000X

All-In-One: Ruark Audio R4

Kabel: Lautsprecherkabel: fis Audio Studioline, Ascendo Tri-Wire-Kabelsatz, Dynamikks Speakerlink, Ecosse ES 2.3, Zu Audio Libtec NF-Kabel: fis Audio Premiumline Lifetime, Ecosse, Vovox und andere Digitalkabel: Audioquest Cinnamon (Toslink), Boaacoustic Silver Digital Xeno (USB), Wireworld Series 7 Starlight Gold (Koax-S/PDIF) Netzkabel: fis Audio Studioline Netzleiste: fis Audio Black Magic

Rack: Creaktiv Trend 3

Größe des Hörraumes: Grundfläche: 40 m² Höhe: 2,45 m

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