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Audioplan Konzert 3 – Klang – Test-Bericht fairaudio

Inhaltsverzeichnis

  1. 3 Audioplan Konzert 3 - Klang - Test-Bericht fairaudio

Spiritualizeds 2008er Album Songs in A & E„Death Take Your Fiddle“ ist eines der intensiveren, schwereren Stücke auf Spiritualizeds 2008er Album Songs in A & E, bei dem der Gesang Jason Pierces besonders in den Fokus rückt: Was die angenehme, genau richtige Dosis an Substanz und Wärme und die sehr natürlich-rein wirkende Farbechtheit, das „Organische“ des Gebotenen betrifft, erinnern mich die Konzert III doch stark an meine in dieser Hinsicht formidablen und auch deutlich teureren Lautsprechern ein Vorbild abgebenden Sehring S 703 SE. Die Thiel CS 3.7 präsentieren den Gesang dagegen einen Tick leichter und dünner – leuchten dafür aber die Brüchigkeit, das Raue, das besondere Charisma der Stimme etwas feiner aus.

Geschmackssache, wenngleich ich vermute, dass viele Hörer womöglich die etwas substanziellere Gangart der Audioplan bevorzugen werden, zumal diese nicht zuletzt dafür Sorge trägt, dass auch Titel mit eher zweifelhafter Aufnahmequalität zu keinen klanglichen No-Gos mutieren:

paul rolandSei es das schwelgerisch-melodiöse, dennoch akustisch leider leicht ins Dünne, Blutarme kippende „Walter the Occultist“ des englischen Mystik-Barden Paul Roland oder das wunderbar treibende, aber klanglich durchaus auch mal ins Spröde driftende „Interstellar Hardrive“ der englischen Postrocker Man Or Astroman: Die Konzert zählen keinesfalls zur Sorte Lautsprecher, die klangliche Neutralität und Akkuratesse mit Strenge oder Erbsenzählerei verwechseln.

man or astromanKlar, dass zu solchen Meriten auch der Hochton sein Scherflein beiträgt: Sie haben einerseits starke Aversionen gegen jedwede artifizielle Hochtonhärte und -kratzigkeit, können andererseits Undeutlichkeit oder kaschierende Schönfärberei in den oberen Lagen ebenso wenig leiden – und bevorzugen es vielmehr unaufdringlich informativ? Voilà!

Audiopan Kontrast
Gehört wurde vorwiegend im Bi-Wiring-Betrieb ohne Brücken mit einem Real Cable BW OFC 400

Um aber dennoch bei aller „Unangreifbarkeit“, die die Konzert generell ausstrahlt – und es einem HiFi-Schreiber nicht gerade leicht macht – so etwas wie eine Tendenz auszumachen:

Die allerletzten feinen Hochton-Schwebeteilchen fischen die Audioplan nicht aus den ihnen zugeführten elektrischen Signalen: Vielleicht auch mit ein Grund, warum die Audioplan ein durchweg sehr reines, klares, sich angenehm ungrisselig anfühlendes Klangbild abliefern beziehungsweise sich womöglich einfach weniger Hochtonschmutz einfangen. Allerdings: Abgedimmt oder gülden eingefärbt geht es oben ebenfalls nicht zu, keine Sorge, die Audioplan liefern ein anständig offenes, luftiges Klangbild, mehr noch als ihre kleinen Schwestern Kontrast V – dennoch werden insbesondere viele AMT– oder Bändchen– Hochtononzepte, was das letzte Schimmern eines Beckens, Vibrieren einer Saite oder feindynamische Knistern angeht, noch ein bisserl mehr Strahlkraft liefern.

Allerdings geht es hier – um Missverständnissen vorzubeugen – schon fast nicht mehr ums Klingen, sondern eher ums Hauchen. Detailauflösung und Präzision werden beim Probehören, da bin ich mir sicher, bei den allermeisten Hörern kaum als eigenständiges Thema aufkommen, sofern man nicht versessen AB-vergleicht. Um die Audioplan feindynamisch auf Trab zu bringen, macht’s aber Sinn, den Pegel mindestens auf Zimmerlautstärke zu stellen.

audioplan mitteltöner audax

Aufpoppen könnte da schon eher das Kriterium „Bühne“, denn hier liefern die Audioplan Konzert III zweifelsohne recht Ohrenfälliges ab. Klar, allein aufgrund ihrer Bauhöhe werden sie gegenüber kleineren Standboxen wohl meist ein etwas ausladenderes, weiträumigeres Klangbild generieren – überraschenderweise zeichnen die Konzert III aber auch gegenüber meinen Thiel einen Tick größer und zudem nicht weniger präzise.

Im Gegenteil: Ortungsschärfe und Plastizität bewegen sich im Zweifelsfall sogar auf einem noch etwas höheren Niveau, in Sachen Körperhaftigkeit reichen die Audioplan Konzert III, wenn mich meine Erinnerungen nicht völlig trügen, beinahe an die in diesem Punkt wirklich ganz außergewöhnlich zu Werke gehenden Stereokonzept 3.0 ran (die dafür unter anderem allerdings deutlich weniger Tiefgang und Druck liefern). Im AB-Vergleich mit meinen Thiel CS 3.7 galt passenderweise der erste Kommentar eines recht HiFi-enthusiastischen und hörerfahrenen Freundes (ein ausgewiesener Naim-Fan, der allerdings an der kleinen Kontrast V seinerzeit einen Narren gefressen hatte) der besonderen Plastizität und Körperlichkeit, die die Konzert vermitteln

audioplan konzert iii

Test: Audioplan Konzert III | Standlautsprecher

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