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Musical Fidelity

Test-Fazit: AMG Viella 12

Inhaltsverzeichnis

  1. 4 Test-Fazit: AMG Viella 12

Was ist sie denn nun, die Viella? Ein Designkunststück, ein Präzisionswerkzeug, vielleicht auch eine Zeitmaschine? Ist doch egal, solange sich mit ihr so kompetent Informationen aus den Tiefen der Rillen herauslesen lassen.

Eine Empfehlung für einen Plattenspieler auszusprechen, der sich in klangliche Belange so wenig einmischt wie die AMG Viella 12, fällt daher nicht schwer. Vorausgesetzt, Sie kommen mit der Wahrheit klar. Allerdings ist diese Wahrheitsliebe bei Weitem nicht mit puritanischer Gnadenlosigkeit gleichzusetzen. Eine gewisse Sorgfalt beim Set-up und der Wahl der Mitspieler vorausgesetzt, dann ist der Spaß beim Surfen durch einen Stapel Lieblingsplatten so gut wie garantiert. Gut möglich, dabei die ein oder andere schwarze Scheibe vollkommen neu zu erleben.

AMG Viella 12

Trotzdem wird die AMG Viella Liebhabern sprichwörtlicher analoger Heimeligkeit möglicherweise zu wenig Flair verbreiten. Gut so, denn dafür ist sie ohne Frage schlichtweg nicht gedacht. Sie produziert eben keinen auch noch so schönen Sound. Wer aber ernsthaft daran interessiert ist, was wirklich auf sein Vinyl gebannt wurde, wird sich kaum einen engagierter und aufrichtiger agierenden Partner wünschen können.

Dann wären da noch das attraktive Design, die innovativen, eigenständigen technischen Lösungen und natürlich die maßstabsetzende Verarbeitung. Unterm Strich: eine echt runde Sache.

Profil AMG Viella 12:

  • Die AMG Viella spielt mit dem Tonarm 12J2 prinzipiell auf der ganz leicht schlankeren Seite von Neutral. Durch Wahl des Tonabnehmers und des Phonokabels kann die Balance natürlich beeinflusst werden. Dennoch gilt: Liebhaber üppiger, farbintensiver Wiedergabe kommen weniger auf ihre Kosten.
  • Von ganz oben bis weit nach unten scheint sich der Frequenzumfang der Laufwerks-Tonarm-Kombination auszudehnen. Limitationen vonseiten der AMG-Komponenten sind nicht festzustellen.
  • Die Basswiedergabe ist sehr gut konturiert und enorm schnell. Definition geht vor schierer Wuchtigkeit. Keine Betonung des Oberbass, um Tiefgang vorzutäuschen. Der Bass punktet, wenn gefordert, mit verblüffendem Tiefgang.
  • Die Mitten überzeugen mit erstklassiger Auflösung und realistischen Klangfarben. Das gut austarierte Klangbild zeigt keinerlei Neigung zu Übertreibungen, wirkt aber auch nie zu nüchtern.
  • Im Hochtonbereich findet die Kombi ebenfalls zu einer sehr überzeugenden Balance. Weder überbelichtet noch abgedunkelt, grundsätzlich aber bereit, auch ordentlich Präsenz zu zeigen, entscheidet letztlich der Charakter des Tonabnehmers über die tatsächliche Hochtondosis.
  • Die AMG Viella und der Tonarm12J2 zeichnen sich vor allem durch hervorragende dynamische Fähigkeiten und eine überdurchschnittliche Impulsschnelligkeit aus. Muss man hören!
  • Die Bühnenabbildung ist vom Grundcharakter weiträumig angelegt. Wenn die Aufnahme es vorgibt, kann es allerdings auch ausgesprochen nah und intim zugehen. Selbst flache und enge Räume sind bei weniger gelungenen Aufnahmen nicht ausgeschlossen.
  • Das Laufwerk zeigt sich durchaus wählerisch bezüglich der Standfläche, wobei insbesondere die Basswiedergabe und die Intensität der Klangfarben profitieren können.
  • VTA- und Antiskating-Einstellung des Tonarms fehlt es an Skalierungen zur besseren Reproduzierbarkeit.
  • Die Qualität der AMG-Kombi kann im Großen ebenso sehr überzeugen wie im Kleinen. Insbesondere die Güte der Oberflächen definiert die Spitze des Machbaren. In dieser Hinsicht stand noch nichts Besseres im Hörraum des Testers.

Fakten:

  • Modell: AMG Viella 12
  • Konzept: Masselaufwerk, quarzgeregelter, bürstenloser 24V-Gleichstrommotor, Riemenantrieb, 12-Zoll-Tonarm mit horizontalem 2-Punkt- und vertikalem Nadel-Lager
  • Preise: Laufwerk mit Tonarm 12J2: 12.800 Euro, ohne Tonarm: 9.800 Euro, Tonarm 12J2 (solo): 3.900 Euro, Aufpreis Echtholzzarge: 1.490 Euro, Zarge in Klavierlack: 1.990 Euro
  • Geschwindigkeiten: 33 1/3, 45 und 78 U/min
  • Farbe: Schwarz
  • Maße & Gewicht: 50 x 20 x 33 cm (BxHxT), 23 kg
  • Garantie: 2 Jahre

Vertrieb:

High-Fidelity Studio
Dominikanergasse 7 | 86150 Augsburg
Web: www.high-fidelity-studio.de
eMail: info@high-fidelity-studio.de
Telefon: 0821 – 372 50

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Test: AMG Viella 12 | Plattenspieler

  1. 4 Test-Fazit: AMG Viella 12

Über den Autor

Equipment

Analoge Quellen: Laufwerk: TW-Acustic Raven AC Tonarm: Analog Tools, Pyon Sound Iris SE Tonabnehmer: Dynavector XV-1S, Steinmusic Aventurin6, Lyra Titan i, Denon DL 103R Sonstiges: Plattentellermatten von Dereneville und Steinmusic

Digitale Quellen: D/A-Wandler: Abbingdon Music Research DP-777 CD-Player: Ensemble Dirondo (Laufwerk) Musikserver: Innuos Zenith Mk.II

Vollverstärker: Devialet D-Premier

Vorstufen: Hochpegel: Accustic Arts Tube Preamp II Mk.2 Phonoverstärker: Einstein The Turntables Choice

Endstufen: Dartzeel NHB-108 (Stereo), Tenor Audio 75 Wi (Monos)

Lautsprecher: Acapella La Campanella, Clockwork Event Horizon

Kabel: Lautsprecherkabel: Analog Tools Reference Serie NF-Kabel: Analog Tools Reference Serie Netzkabel: Steinmusic Highline Netzleiste: Nordost QRT QB4 und QB8 Sonstiges: Analog-Tools-Phonokabel (Reference Serie)

Zubehör: Stromfilter: Trenntrafos von Steinmusic und Moll-Audio, Furutech-Steckdose Sonstiges: AHP-Klangmodule, Steinmusic Harmonizer

Sonstiges: Racks von Copulare und Audio Lignum, Basen von Symposium Acoustics und Acapella

Größe des Hörraumes: Grundfläche: 23,4 m² Höhe: 2,64 m

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