fairaudio HiFi Stereo - HiFi Test - HiFi Magazin

 

geometrisch
gibt's nichts staunenswertes
zu berichten

 

 

 

 

 

 

 

 

kompositum aus
mdf und ldf

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

metall für mehr thermische konstanz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

flache filterung
bei 2,4 khz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

bewährte zutaten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

schwingspulenträger aus kapton

Dynaudios Special Twenty-Five - Technisches

Aber kommen wir zunächst zum Gehäuse: Mit Abmessungen von 22 x 42 x 35 cm (BxHxT) handelt es sich um eine „normalgroße“ Kompakte - die aktive Dynaudio Focus 110 A ist beispielsweise deutlich kleiner, eine Harbeth Super HL 5 deutlich größer. „Geometrisch“ gibt‘s bei der Special Twenty-Five nichts Staunenswertes zu berichten - sie ist eine Kiste, Punkt. 17,5 Liter stehen dem Bass-/Mitteltöner an Volumen zur Verfügung. Getrennte Kammern gibt es bei der Twenty-Five nicht, aber der Hochtöner, auf dessen Rückseite man durch die große Bassrefexöffnung schauen kann, ist natürlich ein gekapseltes Modell und deshalb geschützt vorm Schallwellen-Tumult im Innern.

Dynaudio Special Twenty-Five - Gehäuse im Blick

Als Gehäusematerial wird ein Kompositum aus zwei Schichten MDF und LDF (Middle und Low Density Fiberboard, die Holzpartikel sind bei LDF größer) verwendet. Das unter Druck zusammengepresste Sandwich aus diesen Holzstoffen soll weniger anfällig für Resonanzen sein als Platten gleicher Stärke, die nur aus MDF bestehen. Apropos Stärke: Sie beträgt 30 mm.

Das MDF-Paneel wurde beidseitig furniert, damit es unter Einwirkung von Luftfeuchtigkeit und Temperaturschwankung auch über Jahre hinweg nicht zu einem Verziehen der Holzplatten kommen kann, was unterwünsche Spannungen im Gehäuse zur Folge haben könnte. An ausgewählten, kritischen Stellen im Innern wurden zudem Bitumenplatten und Versteifungen angebracht.

Zum Materialmix des Gehäuseaufbaus darf auch die rückseitig montierte Aluminiumtafel gezählt werden, die - zehnfach verschraubt - das Hinterteil abdeckt. Löst man diese äußere Platte, fällt auf, dass es eine zweite, innere gibt, die mit der Frequenzweiche der Dynaudio Special Twenty-Five verbundenen wurde.

Dynaudio Special Twenty-Five - Rückwand

Die dänischen Boxenbauer sehen einen doppelten Vorteil in der Montage der Frequenzweiche an die metallene Trägerplatte: Zum einen verleihe dies mechanische Stabilität, was bei mikrofonieempfindlichen Bauteilen immer wünschenswert ist, zum anderen sorge die Alutafel auch für mehr thermische Konstanz bei den Keramikwiderständen, die derart passiv gekühlt auch bei dynamikreicher Musik und längerem Hören bei höheren Lautstärken nicht ihre optimale Arbeitstemperatur verlassen, so Dynaudio. Das Platinenmaterial der Weiche wurde zudem glasfaserverstärkt, was ebenfalls der Stabilität zupasskommen soll - und die Kupferleiterbahnen seien besonders breit und querschnittstark (70 μm statt - wie sonst bei Dynaudio üblich - 35 μm) ausgefallen.

Dynaudio Special Twenty-Five - Frequenzweiche

Es handelt sich um eine Frequenzweiche 1. Ordnung, die Arbeitsbereiche der Chassis werden also sehr flach, mit einer Flankensteilheit von 6 dB/Oktave getrennt - und dies bei 2.400 Hz, eine durchaus übliche Größenordnung bei Zwei-Wege-Konzepten. Klassischerweise gibt‘s bei der Special Twenty-Five „nur“ ein Single-Wire-Terminal, da man in Skanderborg keine Vorteile in Bi-Wiring entdecken kann - die Buchsen nehmen blanke Litze, Kabelschuhe und Bananas auf und sind von Dynaudio löblicherweise weit voneinander entfernt montiert worden, was das Handling erleichtert. Und wo wir dabei sind, lieber Buchsenbauer: Ist es eigentlich intelligent, das Teil, an dem man dreht, bar jeglicher Griffigkeit, aus hartem, glattem Plastik zu bauen, zudem mit einem viel zu kleinem Durchmesser, auf das möglichst wenig Drehmoment appliziert werden kann? (Regieanweisung: Aus dem Off erschallt ein vielstimmiger Chor: „NEIN, das ist es nicht!“)

Dynaudio Special Twenty-Five - Hochtonkalotte

Bewährte Zutaten zeichnen die Twenty-Five-Chassis aus: Als Material für die 28-mm-Hochtonkalotte kommt ein hauchdünnes, beschichtetes Gewebe zum Einsatz und für den Tiefmitteltöner MSP - Magnesium Silikat Polymer. Gekühlt und leicht resonanzgedämpft wird die Kalottenschwingspule von einem Ferrofluid (einer Art magnetischem Öl). Gefertigt wurde sie, wie auch die des Treibers für die tieferliegenden Oktaven, aus Aluminiumdraht, was laut Dynaudio den Vorteil einer Gewichtsersparnis im Vergleich zu Kupferdraht mit sich bringe und deshalb im Verbund mit leichten Schwingspulenträgern zu besserer Dynamik beitrage - und zudem ein günstigeres thermisches Verhalten zeitige: Aluminium habe wesentlich geringere Wärmespeichereffekte als Kupfer.

Dynaudio Special Twenty-Five - Bass-/Mitteltontreiber

Dynaudio Special Twenty-Five - Spulenträger aus KaptonApropos Spulenträger: Die meisten Dynaudio-Modelle verwenden solche aus Aluminium, in diesem Fall wird beim Tiefmitteltöner allerdings auf das Material Kapton gesetzt (siehe Makroaufnahme links). Als Vorteile nennt der Hersteller: Weitere Gewichtsreduzierung, das Ensemble aus Aluspule und Kaptonträger wiege gerade einmal zehn Gramm - und zudem sei Aluminium paramagnetisch und deshalb könne es zu ganz leichten Wirbelströmen in einem Aluspulenträger kommen, wodurch die Bewegung der Spule im Magnetfeld leicht beeinträchtigt werden könnte, was bei Kapton, einem Kunststoff, natürlich ausgeschlossen ist. Wie üblich bei den Lautsprechern aus Skanderborg, wurde auch bei den Treibern der Special Twenty-Five das Magnetsystem ins Schwingspuleninnere gelegt, da so das Potenzial des Magnetfelds besser ausgenutzt werden könne und es zu geringer ausgeprägten Streufeldern komme.

Beide Chassis sind durch Polbohrungen rückseitig belüftet. Die Esotar²-Kalotte besitzt zudem ein spezielles, CNC-gefrästes Aluminiumgehäuse, das für „bestmögliche Schallführung“ optimiert wurde. Die Detailfotos unten zeigen den Kegel, der den durch die Polbohrung nach hinten abgestrahlten Schall in eine verrundete Kammer umlenkt, die mit Filz bedämpft wird (dieser wurde für Darstellungszwecke entfernt). Zudem gibt es rückseitig sowas wie „Schall-Überdruck-Ventile“, die Kompressionen weiter minimieren sollen.

Dynaudio Special Twenty-Five - Alugehäuse des Esotra²-Hochtöners