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Musik-Rezensionen acht neuer Platten / Juni 2013

Victoriah's Music

Musik Rezi 8ter Juni 2013 Teaser

Victoriah Szirmai / Juni 2013

Diese Ausgabe unserer Musik-Kolumne enthält acht neue Platten von folgenden Künstlern: Ofrin | Marcella Detroit | Paper Aeroplanes | The Ropesh | Charnett Moffett | Yasmine Hamdan | Caro Emerald | British Electric Foundation


Ofrin | The Bringer

Ofrin I The Bringer I Cover

Vielleicht kennen Sie das auch: Eine Beziehung geht, aber die vom Ex-Partner initiierte Leidenschaft für eine Sache bleibt. Ich zum Beispiel bin so auf den Hund gekommen, zum Tango und zu Max Goldt. Dinge, die ich in meinem Leben nicht mehr missen möchte!

Das Phänomen lässt sich aber auch auf Arbeitgeber ausweiten – und die müssen dafür nicht mal der Vergangenheit angehören. So habe ich der fairaudio-Redaktion eine mittlerweile mehr als viereinhalbjährige Begeisterung für das in Berlin gegründete, israelische Jazzpopelectroakustik-Duo Ofrin zu verdanken, inklusive ungezählter Konzertbesuche und ebenso vieler Stunden, die ich gebannt dem großartigen Album On Shore Remain lauschte. Da schließt sich ein Kreis, denn Ofrin hat zur von der Berlin Club Commission herausgegebenen Compilation Listen to Berlin 2009 den Opener „Tango“ beigesteuert.

Einen Kreis schließt auch Ofrin-Sängerin und Band-Namensgeberin Ofri Brin, die sich mittlerweile von ihrem (nicht nur) musikalischen Partner Oded K. getrennt hat, um auf The Bringer das zu wagen, was nur im Alleingang gelingen kann: die Annäherung an die eigenen Wurzeln. „Plötzlich“, so die Künstlerin, die das Album in Eigenregie geschrieben, eingespielt und produziert hat, „platzten alle meine multikulturellen Einflüsse aus mir heraus – Ost und West trafen aufeinander, organisch und elektronisch kollidierten, dann orientalisch, afrikanisch und osteuropäisch. Das alles vereinte sich zu einer Sprache in einem einzigen Schmelztiegel. Ich selbst bin halb Polin, ein Viertel Deutsche, ein Viertel Tunesierin und in Israel geboren. Dieses Album ist also so etwas wie ein musikalischer Abdruck meines Blutes.“

Ofrin 1.1

Und der beginnt mit dem Opener „Sacks On Your Backs“ derart düster-fragil, dass Fans von James Blake und seinen dubsteppenden Konsorten ihre wahre Freude hätten. Allein diese Anti-Harmonik, die in ihrer Sperrigkeit pure Schönheit offenbart und im Grunde doch nichts anderes ist als die im Bermuda-Dreieck zwischen Moll, verminderten Intervallen und Blue Notes eingebettete Frage eines Mädchens an einen Jungen, ob er (immer noch) meint, was er sagt. Heftiger und allgemein noisiger wird es da schon auf „Like A Machine“, wo sich Portishead und der Club of Gore Gute Nacht zu sagen scheinen, nur dass die nicht solch einprägsame Melodien schreiben können wie Ofri Brin.

Im Gegensatz zu diesen beiden Stücken nimmt sich das radiokompatible, fern an die „Harajuku Girls“ von Gwen Stefani erinnernde „Two“ nachgerade fröhlich aus, geht es doch mit einem arschbewegenden „Twist and Shout“-Drumbeat einher, der geradezu aus der Beat-Ära importiert zu sein scheint, während sich auf „Shut Up“ orientalische Tonfolgen mit Regenrauschen mischen, bis plötzlich die Black Eyed Peas fröhlich grüßen, wohingegen es auf „All I Ask“ gegeneinander gesetzte Chöre gibt, die den Eindruck afrikanischer Gesänge erwecken, der noch dadurch verstärkt wird, dass die Elektronik hier Kalimba-ähnlich tönt. Dann wieder versetzt uns Ofrin mit dem basslastigen Groovemonster „Eyes Headphones“, seinen Synthie-Drums und den Popstar-Vocals direkt in die Achtzigerjahre zurück – Disco goes Wave. Für mich persönlich „typischer“ Ofrin ist da schon das LoFi-Liedchen „One Shot Song“, das auch acapella im tiefsten US-Süden funktionieren würde. Bevor man aber denken könnte, man sei in eine alte Billie-Holiday-Aufnahme hineingeraten, fühlt man sich dank der blubbernden Elektronik an „In The Water For Too Long“ des Ofrin-Vorgängers On Shore Remain erinnert.

Ofrin 1.2

Angesichts des vielfältigen The Bringer muss ich mein Bild von „typisch“ Ofrin wohl revidieren, denn typisch ist hier nichts bis auf das Spannungsfeld von menschlicher Stimme und künstlicher Elektronik, von Nostalgie und Moderne, das sich als eine Art Leitthema durch das Album zieht. Auf dem Instrumental „Drop & Dance“ blubbert es dann auch industriell-brachial vor sich hin, da tropft der zunehmend Speed-selige Wasserhahn und der bedrohlich-rammsteineske Untergrund feuert aus vollen Rohren. „Sing A Song“ kommt als Wiegenlied für die Disco-Nation daher, ist mir genau deshalb aber zu bemüht modern. Schade um die betörenden Vocals! „Sleep Alone“ entführt mit seinen zwischen Eleganz und Abgeklärtheit changierenden, leicht angezerrten Vierzigerjahre-Vocals sowie dem hypnotisch-funky Beat in einen Klangkosmos zwischen Voodoo-Zauber und Nikka Costa. Sicherlich das Highlight des Albums, wobei ihm das triphoppige „Pis the Wis“ samt sinnverwirrendem Säuselsingsang in nichts nach steht. Schnell wird hier klar, was Ofrins Labelchef, Kreismusik-Gründer Robert Gwisdek, meint, wenn er sagt: „Ofrin ist nicht nur Musik. Ofrin ist Odysseus und die Sirenen in einem.“

Eine schöne Dreingabe ist da die Ballade „The Ending“, die unter Zuhilfenahme von Chorsätzen à la Maïa Vidal auf der Suche nach Seelenruhe hemmungslos der eigenen Biografie nachspürt, während der Closer „Nothing’s Falling Down“ den Hörer mit einem diffusen Berlin Calling-Gefühl entlässt, verstärkt durch den Sprung-in-der-Platte-Effekt, minimal, reduziert, technoid, konterkariert vom seine Seele entblößenden Ich. „Ofrin könnte“, so Gwisdek weiter, „auch ein Album mit Triangel-Solos aufnehmen und wir würden sie trotzdem auf unserem Label veröffentlichen wollen“. Und wir würden auch das hören wollen, unbedingt.

 

Marcella Detroit | The Vehicle

Marcella Detroit I The Vehicle I Cover

Erinnert sich noch einer von Ihnen an Shakespears Sister? Das britische Synthpop-Duo wurde von Ex-Bananarama-Sängerin (und Dave Stewarts damaliger Ehefrau) Siobhan Fahey zunächst als Soloprojekt gegründet, bis Marcella Detroit als fester Bestandteil dazukam, während Dave Steward unter dem Pseudonym „Richard Feldman“ als Produzent das musikalische Heft in der Hand hatte. Gemeinsam landete man 1992 die Hits „Stay“ und „Hello (Turn Your Radio On)“. Erstgenannter hält bis heute den Rekord der „am längsten auf Platz 1 der Charts platzierten Single eines weiblichen Interpreten“. Lang ist’s her.

Während Fahey 1996 mit I Can Drive ein Soloalbum herausbrachte, das aufgrund mangelnder Resonanz von der Plattenfirma zurückgezogen wurde, gab Marcella Detroit den Überflieger, ob sie nun auf Elton Johns Duets zu hören war, dank „I Believe“ einen – später von Joana Zimmer nochmals höchst erfolgreich gecoverten – Top 20-Hit hatte, mit Banned (später: Lofi) Records ihr eigenes Label gründet, nach einem Abstecher in den Dance-Rock-Bereich zu ihren in der Band von Eric Clapton angelegten musikalischen Wurzeln zurückfand und eine Blues-Platte einspielte oder es 2010 im britischen TV in der Serie „Popstar to Operastar“ bis ins Finale schaffte. Ganz nebenbei ist Detroit als Komponistin und Musikvideoproduzentin erfolgreich, sodass man es angesichts dieser geballten Vielfalt schon ein bisschen mit der Angst kriegen kann.

Marcella Detroit 2.1

Nötig hätte sie es da sicherlich nicht gehabt, den Shakespears Sisters-Hit „Stay“ für ihr aktuelles, natürlich selbstproduziertes Album The Vehicle neu einzuspielen. Sie tut es aber trotzdem, ohne sich darum zu scheren, was die Leute von ihr halten. Vielmehr ist es ihr darum zu tun, nach Synthie-Pop, Rock, Blues und Oper auf The Vehicle eine weitere, bislang ungehörte musikalische Seite zu präsentieren. Das Album sei „eine direkte und bewusste Rückkehr zu meinen Soul-Wurzeln“ – und derer gibt es viele, vergegenwärtigt man sich die bisherigen Kooperationen mit Genre-Größen wie Chaka Khan, Al Jarreau oder Aretha Franklin. Wie gesagt: beängstigend.

Vor dem Hören der Platte muss man sich allerdings nicht fürchten. Hier wird in beeindruckend authentischer Weise dem Detroiter Teil des Künstlernamens der als Marcella Levy Geborenen Respekt gezollt: in Form schönster, stampfender Motown-Beats, mit allem, was dazugehört, wie etwa einer drei-köpfigen Bläsersektion – und nicht zuletzt dem Detroiter Bassisten Reggie McBride, der seinen Spitznamen „Mr. Motown“ nicht grundlos trägt und schon bei George Clintons Parliament-Funkadelic die Saiten rührte. Dafür muss man sich aber erst mal durch den völlig belanglosen Opener und das zweite, nur marginal erträglichere Stück arbeiten. Dann aber könnte man glauben, eine alte Soul-Scheibe in den Händen zu halten – oder von mir aus auch den Soundtrack zu einem nie gedrehten Blues-Brothers-Sequel.

Marcella Detroit 2.4

Von Funk-triefenden Tracks wie „Practice What I Preach“ können gegenwärtige R&B-Stars nur träumen: Obgleich sich das Album größtenteils aus Mid-Tempo-Nummern aufbaut, hat es immer noch mehr Biss als alles, was heute unter dem Etikett „Soul“ glattgezerrt wird. Bestes Beispiel dafür ist der Titeltrack mit seinem leichten Latin-Charme, oder auch das smooth groovende „Wrong Direction“. Damit cruist es sich gut durch die Nacht! Allein bei halbgaren Balladen wie „Look No Further“ kann man getrost weghören, wobei im selben Segment mit „Serious“ ein großer Torch-Song gelungen ist, der einmal mehr die traumwandlerisch stilsichere Stimme Detroits unter Beweis stellt. Halten wir fest: Marcella Detroit singt Pop, Blues, Oper und Soul, wobei sie sich in jedem dieser Genres bewegt, als hätte sie nie etwas anderes getan. Bedenkt man dann noch, dass The Vehicle innerhalb von nur sechzehn Tagen eingespielt wurde – dann kann man sich wirklich nur noch fürchten. Überflüssig zu erwähnen, dass auch die Neueinspielung von „Stay“ wunderschön geraten ist. Mit Marcella Detroit ist es ein bisschen so wie mit König Midas: Was sie anfasst, wird zu Gold.

Paper Aeroplanes | Little Letters

Paper Aeroplanes I Little Letters I Cover

Verglichen mit so viel Perfektion kommt das walisische Duo Paper Aeroplanes sympathisch unfertig daher. Das startet gitarrenschrammelig-indierockig in seine Little Letters, um schon bald – und immer mit melancholischem Einschlag – folk-poppig zwischen Zurückhaltung und Übermut zu changieren, wobei man es an sinnlichem Sirenengesang keinesfalls mangeln lässt. Der kommt von Sarah Howells, die schon als Trance-Sängerin einige Erfolge feiern konnte, während ihr musikalischer Partner Richard Llewellyn vor allem für die Bedienung der Gitarren sowie das Co-Writing und Co-Producing zuständig ist.

Mich persönlich erinnert der warme, nicht zuletzt dem analogen Recording geschuldete Sound an jene R.E.M., die auf „Losing My Religion“ überraschend folkig daherkamen. Andere Kritiker möchten bei den Papierfliegern Einflüsse von Fleetwood Mac, Suzanne Vega, The Cranberries, Björk, Jeff Buckley oder auch Everything But The Girl heraushören. Zumindest ist Everything-But-The-Girl-Percussionist Martin Ditcham bei den Little Letters mit von der Partie, ebenso Kontrabassist John Parker von den Folk-HipHoppern Nizlopi. Dabei sei, so Howells, der hauptsächliche Einfluss auf ihre Musik ihrer ländlichen Herkunft zu verdanken, insbesondere der schroffen, von der Küste geprägten Bildersprache des „Wilden Westens“, womit sie auf ihre an der walisischen Westküste gelegenen Heimatorte anspielt. Vor allem ist es Howells aber um das verborgene Innenleben der Menschen zu tun und darum, wie dieses mit ihrer Fremdwahrnehmung korreliert. Da ist vom Ringen um die richtigen Worte die Rede, von emotionalen Blackboxes und leeren Postkarten.

Paper Aeroplane 3.2

Nicht zuletzt ist das Songschreiben für Sarah Howells eine kathartische Erfahrung, ist sie doch fest überzeugt, dass im Menschen erst wieder Platz für neue Erfahrungen ist, wenn er seine Erinnerungen, ob gute oder schlechte, „in eine Song-ähnliche Blase gepackt“ hat. Solch eine Blase könne durchaus auch einmal in einer virtuellen Statusmeldung bestehen, wie uns der Titeltrack „Little Letters“ versichert, schließlich leben und lieben wir heutzutage in 140-Zeichen-Längen. Auch „Sleeper Train“ behandelt die Liebe in Zeiten moderner Kommunikationstechnologien: „Es dreht sich um eine Verliebtheit mit jemanden in Großbritannien via SMS, während ich in China unterwegs war“, verrät die Künstlerin. Manchmal ist die Idee aber romantischer als die Realität: „Kaum dass ich wieder zuhause war, funktionierte die Geschichte leider nicht“.

Paper Aeroplane 3.1

Nein, dass die Paper Aeroplanes auf ihrem mittlerweile dritten Album vor allzu Autobiographischem zurückscheuen würden, kann man ihnen nicht vorwerfen. In „Circus“ haben sie gar ihr Musikerdasein thematisiert, das Leben auf ununterbrochener Tour – sie spielen etwa einhundert Konzerte im Jahr – und nicht zuletzt den Frust, den all dies mit sich bringen kann. Das hört man im dauergrinsenden, Alles-ist-toll-ich-liebe-meinen-Job-Musikbiz auch nicht allzu oft. Ich halte die Eingangsbehauptung aufrecht: Die Paper Aeroplanes und ihre Little Letters sind überaus sympathisch.

 

The Ropesh | The Ropesh

The Ropesh I The Ropesh I Cover

Nach diesen drei überragenden Künstlerinnen wird es Zeit für etwas völlig anderes, und das kommt von The Ropesh. Was das Frankfurter Avantgarde-Quintett samt Gast-Pianist Rainer Böhm auf seinem selbstbetitelten Debüt so alles treibt, lässt sich nur noch im entferntesten Sinn als Jazz bezeichnen – zu prägend sind die individuellen Einflüsse der Musiker, ob die nun in Klassik, Pop, Electro, Funk, HipHop, Industrial oder gar Metall zu suchen sind.

Legt man The Ropesh in den Player, hört man erst einmal vor allem eins: Noise-Elemente, die in ihrer Disharmonie nicht von ungefähr an das Stimmen der Instrumente im Orchestergraben erinnern. Wäre da nicht dieser Kontrabass, würde man das Ganze nicht mal für Musik halten. Dann aber! Dann gesellen sich nach und nach Posaune, Flöte, Schlagzeug und Klavier hinzu, und heraus kommt etwas ganz und gar Betörendes, das aber auch immer irgendwie im Skizzen- und Collagenhaften verbleibt: ein bisschen Swing-Club hier, ein paar Soundtrack-Anleihen dort, Fetzen neuer Musik, die auf einen dezent afro-kubanischen Rhythmus treffen ... Dann wieder gemahnt das Stück an rituelle Beschwörungsformeln, einen Regentanz vielleicht, den Flöte und Tuba – durchaus auch mal ins Freejazzige abdriftend – da im Wechselspiel zelebrieren, unterstützt von einem odd-meter-igen Schlagwerk, bis der Bass seine Schäfchen wieder zur Ordnung ruft.

The Ropesh 4.1

Den bereits im Opener vorsichtig angedeuteten Latin-Eindruck verstärkt die von der Presse gern als „Ausnahmesängerin“ titulierte Gast-Vokalistin Miriam Ast, die sonst beim BuJazzO das Mikro hält, auf dem zweiten Stück noch. „NeuB“ könnte ein Bossa-Nova-Klassiker sein, würde es nicht irgendwann zur Impro-Scat-Nummer mit Piano-Quintett-Koada ausufern – dabei ist „ausufern“ eigentlich etwas, das man diesem sympathisch kurzen Acht-Track-Album nun wirklich nicht vorwerfen kann. Das treibende „Breakfast By E.D.“ wiederum ist ein Stück, von dem Teufels-Geiger Tobias Preisig mit unnachahmlichem Schweizer Idiom sagen würde: „Das fährt ganz schön ein“. Komatös hören kann man sich daran! Und obwohl ich eigentlich kein Fan von Flötensounds bin, ist das hier wirklich eine ganz grandiose Nummer – vielleicht auch deshalb, weil The Ropesh bei aller Dynamik immer auch ein sympathisch suchendes Element innewohnt. Diese Musik will nicht absolut sein, die stellt sich nicht hin und behauptet, dafür fragt sie aber viel.

Treibend ist auch für ein Stück wie „Stango“ der richtige Ausdruck, das von einem mit allerlei funky Effekten versetzten Metal-Groove dominiert wird, vor allem aber ein nur schwer fassbares Horrorfilmgefühl hinterlässt: Ohne „Vertigo“ je gesehen zu haben, befällt mich sofort die Schwindelgefühlsassoziation, und auch der „Fahrstuhl zum Schafott“ scheint nicht mehr allzu fern. Wie gut, dass The Ropesh mit „Amico Disagio“ auch noch eine klassische Mitternachtsballade am Start haben, die über weite Strecken von monkesken Pianoparts bestimmt ist und durch einschmeichelnd fremdzüngiges Geflüster abgerundet wird.

Lyrisch geht es zunächst auch auf „Asymmetry“ weiter, dem ein Spoken Intro vorangestellt ist, das aber schon bald mit einem zupackenden Groove sowie leichten Metallica-Anklängen herausfordert und damit auf die nervöse Energie von „My Flute Is Longer Than Yours“ mitsamt rollendem Schlagzeugsolo vorbereitet, die schon beinahe als aggressiv zu bezeichnen ist, während „Outro“ mit akzentuiertem Piano, stoischen Drums und einem prägnanten, über das gesamte Stück durchgehaltenen Bläserthema, das so gar nicht zum Rest der Platte passen will, aufwartet. Nein, vorhersehbar ist auf The Ropesh rein gar nichts. Mal mystisch-poetisch, mal aufregend-ekstatisch, immer aber voller unerwarteter Einfälle präsentiert sich dieses aufgrund seiner Herkunft aus dem Hause Bauer auch noch klanglich exzellente Kleinod. Bravo!

Im Test:

Vollverstärker:
Dussun V8

Audiochina GmbH
www.dussunpower.org

UVP: 1.200 EUR


 

Equipment:

Quelle:

Audiomeca Obsession II
Creek Destiny

Verstärker:

Accuphase E-212
Classic 6.6
Creek A 50i
Lua 4040C

Lautsprecher:

Thiel CS 2.4
ZU Druid mk4
Sehring 703 SE
Spendor S3/5
Sonics Argenta

Kabel:

NF: Straight Wire Virtuoso, Zaolla Reinsilber NF

LS: Ortofon SPK 500, Straight Wire Rhapsody, HMS Al Cinema

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

über bleibendes ...

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

herausgeplatzt!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

bermuda-dreieck zwischen moll, verminderten intervallen und blue notes

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

odysseus und sirenen in einem

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

lang ist’s her

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ein bisserl angst?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

damit cruist es sich gut durch die nacht!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

sympathisch unfertig

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

emotionale blackboxes und leere postkarten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

leben und lieben in 140-zeichen-längen?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 ... bis der bass seine schäfchen wieder zur ordnung ruft

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

komatös gehört!?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

das fährt ganz schön ein