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Inakustik

Klang CD-Player Magnat MCD 1050

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CD-Player Magnat MCD 1050

Ohne Frage folgt der multifunktionale Magnat MCD 1050 der Klangphilosophie des Hauses, setzt weniger auf „Seziermesser-Analytik“ denn auf eine schwungvoll-flüssige und emotionsgeladene Wiedergabe mit kraftvollem, nicht aufdringlichem Bassteppich und einem sehr natürlichen Eindruck des Mittenbandes. Dennoch legt er gegenüber seinem Verstärkerkollegen einen Hauch mehr Wert auf eine sehr klare und transparente Diktion ab dem Oberbass aufwärts. Die ist vor allem dann hörbar, wenn man seine Upsamplerfunktion nutzt, die eingehende Signale – vom internen Laufwerk und externen Quellen – auf 24 Bit und 192 Kilohertz hochrechnet. So werden Mighty Sam McClainsdie Trillerpfeifen, die Axel Bosses Gastmusiker von Deichkind bei „Frankfurt/Oder“ einsetzen, um die brodelnde Stimmung weiter anzuheizen, noch deutlicher und konturenschärfer herausgelöst. Insgesamt sorgt der aktivierte Rechenknecht dafür, dass komplexe Passagen jedweder Couleur durchhörbarer scheinen und bis in feinste Verästelungen nachvollziehbarer sind. So hat auch Mighty Sam McClains impulsive Bühnenkombo nicht nur bei „Sledgehammer Soul“, sondern auch bei der wunderbaren Interpretation des Soulklassikers „Long Train Runnin’“ mehr Luft um die einzelnen Musiker, sie kommen noch beweglicher, Bläsersätze haben noch ein Quäntchen mehr Brillanz und Attacke. Nicht, dass es Welten ausmacht. Je nach gehörter Musikrichtung – etwa bei Mainstream-Pop – ist der Einfluss des Upsamplers weniger groß. Wenn es aber auf Details ankommt, sollte man den Modus eingeschaltet lassen.

Innenansichten vom Magnat MCD1050
Innenansicht vom Magnat MCD1050

Unabhängig davon glänzt der Player mit klanglichen Attributen, die denen des Verstärkers MA 1000 ähneln und die fast schon zur Hausphilsophie bei Magnat zu gehören scheinen. Hier wäre der sehr präzise, agile und druckvolle Bassbereich zu nennen, der ein stets präsentes Frequenzbett für alles darüber darstellt, ohne sich aber störend und zu voluminös in den Vordergrund zu drängeln. Zugegeben: Der Magnat MCD 1050 klettert nicht ganz so tief in den Keller hinab wie etwa mein Yamaha CD-S 1000 – der beim ersten Quercheck mehr Volumen offenbarte –, holt das aber in Sachen Präzision und Struktur locker wieder raus. Wo der Japaner einen hart gezupften Kontrabass wie in „Hello“ vom John Butler Trio auf „Sunrise over Sea“ leicht verschlabbert, macht das sehnige und trockene Knarzen der Basssaiten über den Pulheimer Spieler deutlich mehr Freude.

Vorne: Das CD-Laufwerk des Magnat-Players
Das CD-Laufwerk des Magnat-Players

Gut, da liegen auch rund 700 Euro dazwischen. Seine „Gegner“ sucht sich der Magnat weiter oben. Und findet sie. So geht das „Bassduell“ mit meinem bestens eingespielten Lua Appassionato – ebenfalls mit Röhrenausgangsstufe bestückt, preislich seinerzeit bei rund 3.500 Euro liegend – nur haarscharf zugunsten des Chromboliden vom Bodensee aus. Der verleiht dem herzhaft knarzigen Kontrabass noch ein wenig mehr Nachdruck. Der Unterschied aber ist so marginal, das er nicht von der Preisdifferenz gerechtfertigt wird. Und das will was heißen.

Magnat MCD1050

Da sich der Magnat MCD 1050 auch in Sachen Spielfluss, Timing und Homogenität die Butter überhaupt nicht vom Brot nehmen lässt und im sensiblen Mittelhochtonbereich – etwa Tori AmosKlavier/Gesang in Tori Amos‘ „I can’t see New York“ (Album: Scarlet’s Walk) – fast noch ein wenig geschmeidiger, seidiger und feiner aufspielt und das Intro flüssiger interpretiert als der zugegeben schon etwas betagtere Lua, ist für ein Gerät in der Klasse unter 2.000 Euro meiner Meinung nach ziemlich großes Kino. Wirft man den Umstand in die Waagschale, dass es sich ja „nicht nur“ um einen CD-Player, sondern auch um einen hochwertigen D/A-Konverter handelt, der externen Quellen via S/PDIF, Toslink und USB Zugang bietet, halte ich den MCD 1050 für den eigentlichen „Allrounder-Tipp“ des getesteten Gespanns. Zumal sich zwischen der Performance des internen „Audio Only“-Laufwerkes und des extern angesteuerten DACs keine gravierenden Unterschiede ausmachen lassen. Spielt man Jupiter Jonesein identisches Stück, etwa „Rennen & Stolpern (Akustik)“ von Jupiter Jones (Album: Das Gegenteil von allem) zunächst von der CD und danach vom Rechner via USB zu, erscheint die CD-Wiedergabe etwas vordergründiger und präsenter, via USB ein wenig tiefer gestaffelt und vor einem „schwärzeren“ Hintergrund. Qualitativ würde ich das nicht bewerten wollen, es eher als eine Geschmacksfrage einstufen. Wenn Sie meine ganz persönliche Meinung erfahren wollen: Mir hat das USB-Streaming ein ganz klein wenig besser gefallen, aber da sollten Sie sich ein eigenes Urteil bilden.

Test: Magnat MCD 1050 und MA1000 | CD-Player

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McIntosh MA7200 AC