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McIntosh MA7200 AC

Test-Fazit: B&W CM6 S2

Inhaltsverzeichnis

  1. 3 Test-Fazit: B&W CM6 S2

Es soll Menschen geben, die ein HiFi-Fachgeschäft umgehend wieder verlassen, wenn dieses keine „Bowers & Wilkins“-Produkte führt. Das ist ein in der Branche gern erzähltes Märchen, dessen Wahrheitsgehalt kaum zu überprüfen ist. Es zeigt aber die Bekanntheit einer Marke, die inzwischen nicht nur ein reiner Lautsprecherhersteller ist, sondern mit Kopfhörern für daheim und unterwegs, Wireless- und PC-Speakern, der außergewöhnlich designten iPod-Station „Zeppelin“ sowie ausgefeilten Car-HiFi-Systemen (u. a. für Maserati und Volvo) längst zum Vollsortimenter ausgebaut wurde.

B&W CM6 S2

Diese Beliebtheit kommt nicht von ungefähr, wie die B&W CM6 S2 im Test beweist. Wer eine klassische Allrounderin sucht, die bei keinem Musikgenre ernstzunehmende Schwächen zeigt, aber keine Standbox stellen möchte, ist hier richtig. Die sehr sorgfältig gefertigte Kompakte kann preisklassenbezogen in der Tat (fast) alles:

Mit ihrem offenen und natürlichen Mittenband gibt sie Stimmen genau den Raum zur Entfaltung, den man erwarten darf, mit ihrer knackigen, druckvollen und ansatzlosen Spielfreude reißt sie den Hörer mit, wenn es mal „zur Sache“ geht. Auch vor großen Pegelsprüngen hat die B&W keinen Respekt, pariert gekonnt dynamische Auslenkungen in jede Richtung. Die CM6 S2 gehören eher zu den anmachend-funkelnden als schwelgerisch-weich oder dunkel zeichnenden Lautsprechern. Faszinierend ist ihre großzügig-souveräne Raumabbildung, die auch bei großen Besetzungen einen stets entspannt-übersichtlichen Eindruck verbreitet.

Freilich: Bassfetischisten könnten mit ihr nicht ganz so glücklich werden, die B&W CM6 S2 spielt in den unteren zwar Lagen ausgesprochen strukturiert, trocken und mit gehörigem Punch, allerdings reicht sie auch für eine Kompakte nicht so wahnsinnig tief hinab. Was allerdings den Vorteil hat, dass sie in den Kellerfrequenzen auch weniger Raumresonanzen anregt und diesbezüglich als sehr gutmütig durchgeht. Und wer unbedingt will, findet im Bowers & Wilkins-Katalog sicher den passenden Aktivsub.

B&W CM6 S2

Übrigens empfehle ich den potenziellen Käufern dieser noblen Kompaktbox auch gleich die Anschaffung der passenden Ständer („FS-CM 2“), die mit 450 Euro pro Paar zusätzlich zu Buche schlagen. Das kann mit Blick auf die stimmige Optik sowie durchdachte Konstruktion der „Füße“ durchaus sinnvoll investiertes Geld sein. Auf den Stands lassen sich die Kompaktboxen sicher verschrauben – was auch akustische Vorteile verspricht –, sie lassen sich zudem mit Dämpfungsmaterial (Quarzsand o. ä.) befüllen, bieten einen ausreichend dimensionierten Kabelkanal und werden mit Spikes und Gummipucks ausgeliefert.

Die B&W CM 6 S2 …

  • präsentiert ein antrittsschnelles und sehr strukturiertes Bassfundament, das auch bei höheren Pegeln kraftvoll und unangestrengt ‚rüberkommt. Dabei wurde sie hörbar nicht entwickelt, um „Erdbeben“ auszulösen, manche Wettbewerberinnen ähnlichen Formats reichen tiefer hinab. Allerdings ist die B&W mit dieser Tieftonperformance geradezu ideal geeignet, um kleinere bis mittelgroße Räume zu beschallen. Niederfrequente Raummoden regt sie kaum an.
  • fühlt sich in den mittleren Lagen hörbar zuhause. Stimmen, Saiten- und Tasteninstrumente wie etwa eine akustische Gitarre oder ein ausgewachsener Konzertflügel bildet sie natürlich und präsent ab. Dabei paart sie musikalischen Fluss mit leidenschaftlicher Spielfreude und Spritzigkeit. Voraussetzung: Das Kevlarchassis benötigt eine längere Einspielphase als herkömmliche Polypropylen- oder Papierwandler!
  • verdankt unter anderem ihrem vom Gehäuse effizient entkoppelten Hochtöner einen luftig-souveränen Raumeindruck und Detailraffinesse im Oberton. So bringt sie selbst feinste Schwebungen zu Gehör. Ihr reichhaltiges Informationsspektrum am oberen Frequenzende wirkt selbstverständlich, ohne bissige Härten mit einer leichten Tendenz zur Frische.
  • zieht eine in Tiefe und Breite souveräne und große Bühne auf, die auch umfangreichen Besetzungen genügend Raum bietet.
  • dankt eine leichte Einwinkelung auf den Hörplatz mit akkurater Fokussierung und Ortbarkeit von Einzelereignissen. Gut durchhörbar ist das Geschehen hingegen immer.
  • ist aufgrund ihres sehr ordentlichen Wirkungsgrades (Herstellerangabe: 88 dB) auch an schwachbrüstigeren Verstärkern gut zu betreiben.
  • kann mit ihrem tonal ausgeglichenen und in sich sehr stimmigen Charakter auch für ausgedehnte Hörsitzungen sehr empfohlen werden.
  • überzeugt mit ihrer routiniert hochwertigen Verarbeitung und ihrer sauberen Lackierung wohl in nahezu jeder Wohnumgebung.

Fakten:

  • Modell: B&W CM6 S2
  • Konzept: Zweiwege-Kompaktlautsprecher (Bassreflex)
  • Besonderheiten: Aufgesetzter Hochtöner
  • Preis: 1.900 Euro (Paar) / optionaler Ständer: 450 Euro (Paar)
  • Maße & Gewicht: 200 x 403 x 300 mm (BxHxT), 8,9 kg/Stück
  • Farben (Front/Korpus): Schwarz Hochglanz, Nussbaum rot („Rosenut“), Weiß Satin
  • Garantie: 10 Jahre

Hersteller & Vertrieb:
B&W Group Germany GmbH
Kleine Heide 12 | 33790 Halle/Westfalen

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Test: B&W CM6 S2 | Kompaktlautsprecher

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Über den Autor

Equipment

Analoge Quellen: Laufwerk: Transrotor Insigne Tonarm: Rega RB 300 Tonabnehmer: Shelter 201 (MM) Sonstiges: Tuner Sansui T-80

Digitale Quellen: CD-Player: Lua Appassionato, Yamaha CD-S 1000 Streamer: Pioneer N-50, Marantz NA 8005

Vorstufen: Phonoverstärker: Lehmann Audio Black Cube Statement

Lautsprecher: Magnat Quantum 905, Klipsch RF-82 II

Kabel: Sonstiges: LS- und NF-Kabel durchgängig in-akustik, alternativ Eagle Cable, WireWorld

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