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Testfazit: Arcam CDS50 und Arcam SA20

Inhaltsverzeichnis

  1. 2 Klangeindruck Arcam SA20
  2. 3 Klangeindruck Arcam CDS50
  3. 4 Testfazit: Arcam CDS50 und Arcam SA20

Wenn Sie den langen Text bis hierhin einigermaßen aufmerksam verfolgt haben – vielen Dank dafür! – sind Sie auf dem Weg über die Formulierung „Yin und Yang“ gestolpert. In der Tat hatte ich bei der Kombination aus Arcam SA20 und CDS50 wie selten zuvor den Eindruck, dass die beiden Komponenten füreinander entwickelt wurden.

Arcam CDS50 und SA20 von vorne

Es ist jetzt nicht so, dass man sie nicht auch einzeln kaufen könnte, allerdings gleichen sie ihren jeweiligen klanglichen Fingerabdruck derart aufeinander ab, dass sie im Zusammenspiel so flüssig, so homogen, so souverän und entstressend klingen, dass es schlicht und ergreifend passt. Hier der etwas wärmer timbrierte Amp mit staubtrocken-straffem Bass, der nach obenheraus angenehm verrundet und dort der in den Höhenlagen strahlendere, in den Mitten neutralere, dafür im Kellergeschoss durchaus etwas „pfundigere“ SACD-CD-Netzwerkspieler, der den Amp auch um Streamingfähigkeiten ergänzt.

Klanglich wäre das Attribut „typisch britisch“ – aus der Mitte heraus warm-füllig spielend – für diese Kombo also deutlich zu kurz gegriffen. Sie besticht vielmehr mit einer tonal stimmigen Homogenität und einem eher kraftvoll-straff-lebendigen denn wuchtig-grollend und „schweren“ Duktus. Und der wird viele Freunde finden.

Steckbrief Vollverstärker Arcam SA20:

  • Der Bassbereich gelingt dem Arcam SA20 kraftvoll-packend und durchaus tief hinabreichend. Die wuchtige Keule, die alles um ihn herum niedermäht, schwingt er nicht. Beweglichkeit und trockene Präzision sind das Gebot der Stunde.
  • Ein wenig „Britishness“ in den Mitten gönnt sich der Amp dann doch und zeigt Gesang wie akustische Instrumente mit einem Hauch angenehmer Wärme, die als charaktervoll und nicht als Verfärbung wahrgenommen wird.
  • „Ein wenig vornehme Zurückhaltung hat noch niemandem geschadet!“, denkt sich der Arcam SA20 und vermeidet in den Höhenlagen jedwede Schärfe oder Spitze. Passt. Vor allem, weil beim Hörer nie der Eindruck entsteht, dass hier wichtige Informationen unterschlagen werden.
  • Von der gedachten Bühnengrundlinie aus staffelt der SA20 das musikalische Geschehen weitläufig und wohlstrukturiert in die Tiefe. Die Breite der Darbietung betreffend gibt es Wettbewerber, die die musikalischen Protagonisten etwas luftiger/freier aufstellen und die Ränder der Bühne weiter ausleuchten. Eine ähnliche Kompaktheit wie die hier präsentierte ist mir etwa von Naim-Komponenten geläufig.
  • Der Arcam SA20 gehört zu den impulsiv-lebendig aufspielenden Verstärkern. Dynamische Hürden meistert er lässig und gibt sie mit knackiger Attack an den Hörer weiter. Wie bereits oben – beim Bass – erwähnt, ist der Brite aber kein Haudrauf.
  • Es gibt Wettbewerber, die vielschichtige Arrangements mit größerem Eifer durchleuchten und jedes Detail aus der Gemengelage herauszulösen suchen. Oft geht das aber auf Kosten des musikalischen Flusses. Und dieser ist dem Arcam SA20 hörbar wichtig. Das heißt wiederum nicht, dass ihm wichtige Feinheiten entgehen würden, er stellt sie aber nicht um ihrer selbst willen in den Vordergrund.

Steckbrief CD/SACD/Netzwerk-Player Arcam CDS50:

  • Der CDS50 tendiert klanglich in eine ähnliche Richtung wie sein Verstärkerbruder, dennoch setzt er leicht andere Akzente, so auch im Bassbereich, der sich unabhängig vom Wiedergabemedium ein wenig mehr Schmackes und Pfeffer – im Sinne von etwas mehr Tiefgang und Punch – traut. Den trocken-straffen Charakter behält er bei.
  • Im Bereich der gehörsensitiven Mitten präsentiert sich der Arcam CDS50 sehr klar und plastisch. Stimmen haben einen angenehmen Schmelz, der indes nichts „Soßiges“ oder Wärmendes hat.
  • Die Höhenzüge kommen unverhangen, frisch, klar-crisp, ohne Schärfe. Sibilanten stellt der Player deutlicher heraus als der Verstärker aus dem gleichen Stall.
  • Auch in Sachen Raumabbildung ist die Familienähnlichkeit nicht zu verleugnen, allerdings wirkt die virtuelle Bühne über den Arcam CDS50 so als befände sich ihr vorderer Rand ein wenig näher am Publikum. Der Tiefeneindruck ist großzügig, die Bühnenbreite sauber gestaffelt, wenngleich ein Quäntchen kompakter als bei manchem Wettbewerber.
  • Komplexes Material durchdringt der CDS50 mit Sinn für die wirklich wichtigen Details, die für den Charakter eines Musikstücks elementar sind. Er transportiert relevante Zwischentöne, ohne eine akustische Lupe zu sein. Das sorgt für einen leichtfüßig-groovenden Fluss.

Fakten:

Vollverstärker:

  • Modell: Arcam SA20
  • Konzept: Zweikanal-Vollverstärker mit DAC
  • Preis: 1.199 Euro
  • Farbe: Anthrazit
  • Maße & Gewicht: 433 x 87 x 323 mm (BxHxT), 9,2 kg
  • Eingänge: analog: 3 x Line-level (Cinch), 1 x Line-level (Miniklinke frontseitig), 1 x Phono-MM (Cinch); digital: 2 x S/PDIF koaxial, 1 x Toslink, 1 x RJ45 (LAN; zur Fernsteuerung, kein Streaming möglich); USB (nur für Updates)
  • Ausgänge: Terminal für ein Lautsprecherpaar, 1 x Pre-Out, 1 x Kopfhörerausgang (Miniklinke frontseitig)
  • Sonstiges: Fernbedienung, diverse Digitalfiltereinstellungen möglich
  • Garantie: 2 Jahre

CD/SACD/Netzwerk-Player:

  • Modell: Arcam CDS50
  • Konzept: SACD/CD-Player mit Streamingfunktion
  • Preis: 849 Euro
  • Farbe: Anthrazit
  • Maße & Gewicht: 433 x 87 x 283 mm (BxHxT), 5,3 kg
  • Eingänge: 2 x S/PDIF (Toslink, koaxial), 1 x USB zum Anschluss von Speichermedien, 1 x RJ45 (LAN), 1 x WiFi-Antenne
  • Ausgänge: digital: 2 x S/PDIF (Toslink, koaxial); analog: 2 x Line-level (Cinch, XLR)
  • Sonstiges: Fernbedienung, streamingfähig
  • Garantie: 2 Jahre

Hersteller & Vertrieb:

GP Acoustics GmbH
Kruppstraße 82 – 100 | 45145 Essen
Telefon: +49 (0) 201 – 17039-0
E-Mail: arcam.support@harman.com
Web: https://www.arcam.co.uk/

Test: Arcam SA20 & Arcam CDS50 | CD-Player, Vollverstärker

  1. 2 Klangeindruck Arcam SA20
  2. 3 Klangeindruck Arcam CDS50
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Über die Autorin / den Autor

Equipment

Analoge Quellen: Laufwerk: Technics SL-1210GR Tonabnehmer: Shelter 201 (MM), Pro-Ject Concorde Pick-it S1 (MM) Sonstiges: Tuner Sansui T-80 & Kenwood KT-5500

Digitale Quellen: Streamer: Pioneer N-50, Marantz NA 8005

Vollverstärker: Magnat RV-3

Vorstufen: Phonoverstärker: Lehmann Audio Black Cube Statement

Lautsprecher: Magnat Quantum 905, Teufel Theater 500S

Kabel: Sonstiges: LS- und NF-Kabel durchgängig in-akustik, alternativ Eagle Cable, WireWorld

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