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Analogue Audio Association e.V./Analog Forum

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September 2010 / Jörg Dames

Ein bereits 1990 gegründeter, sich zur Förderung und Erhaltung der analogen Musikwiedergabe einsetzender Verein mit ungefähr neunhundert Mitgliedern, einer professionell aufgemachten, bisweilen angenehm „unmainstreamigen“ Quartalszeitschrift (da wird sich auch schon mal intensiv mit den Vorzügen von Monoaufnahmen auseinandergesetzt …), einem betriebsamen Internetforum (zirka 9.000 Mitglieder), deutschlandweit organisierten Stammtischtreffen und last but not least einer jährlich – bis 2008 gab es sogar zwei Termine im Jahr – stattfindenden Messe zum Lieblingsthema:

Ja, keine Frage, der Steckbrief der in Oberhausen beheimateten Analogue Audio Association (AAA) wird sich für viele HiFi-Fans recht interessant lesen. Dennoch – und vermutlich wird‘s dem einen oder anderen fairaudio-Leser ähnlich gehen -, so richtig prägnant erschloss sich uns das, was/wer sich genau hinter der AAA verbirgt, bisher nicht so richtig. Also trafen wir uns mit Rainer Bergmann, dem ersten Vorsitzenden des Vereins, bei Cappuccino und Latte Macchiato in Kreuzbergs schöner Körtestraße und entschlossen uns, ein wenig Licht in die drei Buchstaben zu bringen, zumal eines der Hauptevents, nämlich besagte Messe unmittelbar vor der Tür steht – das analog forum findet am 2. und 3. Oktober in Krefeld statt.

Jörg Dames: Herr Bergmann, ein wenig habe ich ja schon ausgeplaudert – aber erläutern Sie doch noch einmal kurz aus Ihrer Sicht, warum die HiFi-Welt die AAA eigentlich braucht …

Rainer Bergmann: Es gibt viele Musikliebhaber, die eine Anlaufstelle suchen, bei der sie unabhängige Informationen, Hilfestellungen oder einfach nur die Adresse rainer Bergmann Analog Forumeines analog kompetenten Hifi-Händlers, eines Vertriebes sowie sonstigen Dienstleisters bekommen. Ebenso gibt es Musikfreunde, die sich mit Gleichgesinnten austauschen/treffen möchten oder sich umfassend zum Thema Schallplatte und dem zugehörigen Equipment informieren wollen. Andererseits gibt es zahlreiche Firmen in diesem Umfeld, die genau diese Musik- und HiFi-Liebhaber als neue Kunden für ihre Produkte suchen. Die AAA ist direkt oder über unsere Zeitschrift und unseren Internetauftritt die Anlaufstelle und der Vermittler, an die sich Musik- und HiFi-Liebhaber wenden können.

Es suchen außerdem öfter Studenten und Medienvertreter eine Anlaufstelle, um an unabhängige Informationen für ihre Diplomarbeit, Recherche oder Beiträge zu gelangen. Hier ist die AAA die erste Wahl.

Zur in wenigen Wochen stattfindenden Messe analog forum: Überzeugen Sie doch zu Beispiel einmal einen 580 Kilometer entfernt wohnenden Berliner, mit seinem, ähem, 64 PS starken Dreizylinder die beschwerliche Reise nach Krefeld auf sich zu nehmen …

Unsere Messe unterscheidet sich von anderen HiFi-Messen in vielerlei Hinsicht. Unter den zahlreichen Ausstellern sind nicht nur ein paar der großen, weithin bekannten Namen, sondern auch kleine, aber feine Hersteller, welche aufanalog forum krefeld anderen Veranstaltungen niemals anzutreffen sind. Ergänzt wird unser Programm durch zahlreiche Workshops mit ausgewiesenen Experten zu einer großen Vielfalt an Themen, die dieses Jahr unter anderem von Raumakustik über Quadro-LPs und der Präsentation des Klassik-Labels MSP-Analogue bis hin zum leidigen Thema War of Loudness reichen.

Jedes Jahr präsentieren wir in einer kleinen Ausstellung Exponate aus dem HiFi-Umfeld. Letztes Jahr waren das Tonabnehmer aus fünf Jahrzehnten, dieses Jahr sind es mehr oder weniger exotische Röhren. Apropos historisch: Vereinsmitglieder und User aus unserem Internetforum konzipieren seit ein paar Jahren immer einen eigenen Raum mit HiFi-Klassikern, in dem neben Musik auch immer ein Workshop angeboten wird. Dieses Jahr wird die Geschichte des Jazz mit Musikbeispielen erzählt.

analog forum

Wir möchten, dass sich die Besucher bei uns wohlfühlen und so überreichen wir unseren weiblichen Gästen als Dankeschön für ihren Besuch ein kleines Blumenbouquet beziehungsweise eine Schnittblume. Außerdem haben wir mit dem Hotelmanagement vereinbart, dass unsere Besucher, respektive deren mitreisende BegleiterInnen, für ein kleines Entgelt den Wellnessbereich nutzen können. Ansonsten kann unsere Messe selbstverständlich für alle Gäste, nicht nur für Vereinsmitglieder, eintrittsfrei besucht werden.

Darüber hinaus veranstalten wir dieses Jahr erstmals ein Gewinnspiel und die Gewinner können Ihre Preise direkt vor Ort in Empfang nehmen.

Mal ganz unter uns: Als Förderer und Erhalter des Analogen – tummeln sich bei Ihnen zuhause etwa keinerlei „digitale Gegenspieler“, sprich CD-, Netzwerk-Player oder ähnliches im Rack?

Es gibt nun mal nicht jedes Musikstück oder Album auch auf Vinyl. Deshalb besitze ich, neben zwei Plattenspielern, in der Tat auch einen CD-Player.

interview rainer bergmann

Unabhängig von Ihren eigenen Hörgewohnheiten: Richtet sich die AAA denn mit ihren Aktivitäten ausschließlich an „Hardcore-Phonos“ oder ebenso an HiFi-Fans, die quellseitig aufs digitale Pferd setzen?

Einerseits ist natürlich unser primäres Ziel, die analoge Musikwiedergabe als solche und dabei insbesondere die Schallplatte als Kulturgut zu erhalten. Andererseits bezieht das selbstverständlich auch das technische Umfeld wie Tonabnehmer, Tonarme, Plattenspieler, Phonostufen, Plattenwaschmaschinen ein sowie alles, was sonst noch dazu gehört.

Uns ist allerdings auch bewusst, dass die Wiedergabekette nur so stark wie deren schwächstes Glied sein kann und deshalb sind sowohl in unserem Internetforum als auf unserer Messe auch Verstärker,analogLautsprecher und die zugehörige Verkabelung immer ein Thema. Wenn die Gesamtqualität der Kette stimmt, dann profitiert davon natürlich auch eine digitale Quelle.

Die Frage „Welcher CD-Player/DA-Wandler lässt sich in meine analog orientierte Anlage integrieren, ohne dass ich große klangliche Einbußen hinnehmen muss?“ sehen wir durchaus als berechtigt an. Die Aussteller präsentieren in Krefeld deshalb eine enorme Vielfalt an unterschiedlichen Konzepten zur hoch- und höchstwertigen Musikwiedergabe, wenn auch immer mit einem Plattenspieler am Anfang. Ich bin mir allerdings ebenfalls sicher, dass die zuvor gestellte Frage dort beantwortet werden kann.

Um mal ein wenig formal zu werden: Als eingetragener Verein darf die AAA ja keine wirtschaftlichen Zwecke verfolgen – wie finanzieren Sie sich eigentlich und wie sieht im Groben denn die Mittelverwendung aus?

Primär finanzieren wir uns aus den Mitgliedsbeiträgen, die für Privatpersonen jährlich 60 Euro und für Firmen 125 Euro betragen. Darüber hinaus erzielen wir Erlöse aus dem Verkauf unserer Schallplatten der Edition Phönix, den Tonbändern aus der preisgekrönten Mastertape-Serie und dem Verkauf unserer Mitgliederzeitschrift „analog“. Ausgabenseitig fließt ein Großteil in die Produktion eben dieser Zeitschrift, unserer Schallplatten und der Finanzierung unserer sonstigen öffentlichen Auftritte, wie zum Beispiel der Website, dem Internetforum oder der Teilnahme an HiFi-Veranstaltungen. Bei rund 900 Mitgliedern, die zum Teil auch außerhalb Deutschlands wohnen, bleibt es natürlich nicht aus, dass auch die Verwaltung Kosten verursacht.

Interview: Analogue Audio Association e.V./Analog Forum

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