Victoriah Szirmai

Victoriah SzirmaiÜber Musik zu schreiben ist wie über Architektur zu tanzen, heißt es. Unmöglich also. Ein Musikautor muss demzufolge sehr dumm sein – oder sehr mutig. Ich habe mich für Letzteres entschieden, erfordert doch die (zum Entsetzen von Eltern und weiteren Anverwandten seit langem gehegte und mithin gelebte) Idee des freien Autorentums schon eine gehörige Portion Mut. Dieser allein reicht aber längst nicht aus, um die Begeisterung für das ureigene Metier zu vermitteln. Vielmehr braucht man etwas weitaus Wesentlicheres. Was das sein soll?

Ganz einfach: Leidenschaft. Ich liebe, was ich tue.

Ich liebe das Schreiben, ich liebe Musik. Ich mache Klänge les- und lebbar, wird doch der Rhythmus der Sprache diktiert von dem der Musik. Ich will dem Leser meine Ohren leihen und meine Sprache schenken. Ich will ihn verführen, ihn entführen in ihm – noch – fremde Klangwelten.

Dass diese all-, ja: übermächtig sein können, wusste schon Altmeister Sunzi, als er empfahl, den Kampfeswillen und die Disziplin fremder Truppen mittels sinnlich-schwüler Musik zu untergraben … Auch mein Leser soll letztendlich vor der Musik kapitulieren.

Darum höre ich Musik und schreibe darüber. Und wer glaubt, dass dies unmöglich ist, den frage ich, wer eigentlich sagt, dass man in einer Welt, die ihre trunkenen Tänzer in zunehmendem Tempo verliert, nicht über Architektur tanzen soll?

Meine Homepage: www.klangverfuehrer.de

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