Jochen Reinecke

Jochen ReineckeIn meiner Familie wurde Musik schon immer großgeschrieben, und das anfangs nicht unbedingt immer zu meiner Begeisterung. Meine Mutter quälte mich durch das gesamte Blockflötensortiment und ich kann guten Gewissens sagen, „ich hatte sie alle“. Sopran, Alt, Tenor, Bass, später noch die besonders tödliche Sopranino. Großmütterlicherseits wurde ich dann aufs Klavier aufmerksam gemacht, das ich dann mit großer Begeisterung lernte. Später kamen noch die Kirchenorgel, das Schlagzeug und die Gitarre hinzu.

Nach einigen Irrfahrten ins Ingenieurfach packte mich der Ehrgeiz, als ich auf den Tonmeisterkurs der School of Audio Engineering aufmerksam wurde. Dort erwarb ich (im wahrsten Sinne des Wortes, die Kurse waren teuer) 1995 das begehrte Diplom und verdiente meine ersten Brötchen als Mixdown-Engineer im Bit Tonstudio und Musikverlag Berlin. Es folgte eine spannende und sehr lehrreiche Zeit beim Rundfunksyndicator On Air Syndication, wo ich einige Jahre lang als Senior ProTools Producer arbeitete. In dieser Zeit wurde ich dann auch – Lexicon, Neve, Genelec und Wharfedale sei Dank – süchtig nach gutem Klang; der HiFi-Bazillus traf auch mich.

Mein erstes, ernst zu nehmendes HiFi Gerät war ein aus heutiger Sicht antiker, gebrauchter  Luxman-Vollverstärker in Verbindung mit einem ebenso antiken Thorens-Laufwerk. Langsam und gemütlich stiegen die Budgets und Marken wie NAD, Sansui, Nakamichi, harman/kardon kamen zu Besuch in meiner Wohnung – und verschwanden wieder. Inzwischen habe ich festgestellt, dass es die „eine, tolle Traumanlage“ für mich nicht gibt. Musik ist Stimmungssache und je nachdem, wie es mir gerade geht und welche Musikrichtung ich hören möchte, wechseln meine Vorlieben hinsichtlich der Musikwiedergabe. Es macht mir Freude, Zweit- und Drittanlagen zusammenzustellen, und wenn ich etwas nicht mag, dann audiophile Glaubenskriege. Wer heilt, hat Recht – diesen evidenzbasierten Ansatz pflege ich auch beim Thema HiFi. Mal möchte ich mit Breitbänder und Triode in weiten, tiefen Räumen schwelgen, mal brauche ich einen ordentlichen Wums aus einem fetten Transistorboliden.

Friedliche Koexistenz verschiedener Klangwelten in einem Wohnzimmer – das ist mein Ziel, und zwar auch als Autor für fairaudio. Mein Wunsch ist es, Ihnen als Leser nahezubringen, was eine Komponente in mir auslöst, wie ich mich mit ihr fühle – und wie sich ihr Klang im größeren Kontext aus Musikrichtung, Wohnraum und Produktionsweise darstellt. Wenn mir dies gelingt, bin ich zufrieden.

In meiner Freizeit beschäftige ich mich gerne mit Literatur, gutem Essen, sehr guten Cocktails und meiner kürzlich erworbenen Cajón, mit der ich meine Nachbarn zur Weißglut treibe …

Meine Homepage: www.jochenreinecke.de

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