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Test: AVM Evolution PA5.2 und AVM Ovation SA8.2
Vor/Endverstärker-Kombination | Preis: 3.990 und 10.990 Euro

Ekstase-Potenzial?

AVM Evolution PA5.2 und AVM Ovation SA8.2

 

fairaudio's favourite award
       AVM Ovation SA8.2

Oktober 2013 / Jörg Dames

Worum geht's im Leben eigentlich? Um Ekstase - so war jedenfalls kürzlich in einer Zeitung zu lesen. Nun, wenn dem so sein sollte, dann liegen wir mit unserem Faible für highendiges Audio doch selbst im Hinblick auf die ganz großen Fragen gar nicht mal so schlecht. Die richtige Musik zum passenden Zeitpunkt an einer guten Kette gehört - das kann schon was Ekstatisches haben ... (-;

Okay, keine Sorge, ich will mich hier nicht mit schwurbelig-abwegigen Gedankenspielen ausbreiten, aber nichtsdestotrotz soll's im Folgenden darum gehen, das - angesichts der Preisklasse darf man die Erwartungen ruhig mal höher stecken - „Ekstase-Potenzial“ unserer Probanden abzuchecken:

Zu Gast ist die Verstärkerkombi aus röhrenbewehrter Vorstufe AVM Evolution PA5.2 und rein transistorisierter Endstufe AVM Ovation SA8.2. Die SA8.2 ist übrigens taufrisch am Start und kommt gegenüber der bisherigen populären SA8 mit einigen Änderungen daher, auf die wir weiter unten noch näher eingehen werden.

Aber halt mal: Evolution PA5.2 und Ovation SA8.2? Sind das nicht Geräte aus unterschiedlichen Produktlinien? Ja, die Kombination aus „kleinerer“ Vorstufe und „großer“ Endstufe wird laut AVM-Geschäftsführer Udo Besser recht häufig von Kunden gewählt und erscheint deshalb entsprechend praxisnah für einen Test. Der „formal vorgesehene“ Partner der SA8.2 heißt Ovation PA 8 (um 6.500 Euro), die PA5.2 soll eigentlich zusammen mit den Evolution MA3.2-Monos (um 5.000 Euro) ins Rack befördert werden (www.avm-audio.com).

Beide Geräte eint zunächst die piekfeine Verarbeitung. Oberflächenfinish, Spaltmaße, Beschaffenheit der Kanten und Kühlrippen, „klapperfreie“ Deckelkonstruktionen, die Abwesenheit von sichtbaren Schrauben auf den Fronten und Oberseiten - das AVM-Duo strahlt Wertigkeit aus. Die Verschraubung der einzelnen Gehäuseteile erfolgt übrigens komplett mit „ausnudelsicheren“ Gewinden, und nicht, wie selbst bei teuren Geräten immer wieder mal anzutreffen, mit einfachen Blechlösungen.


Selbst der Deckel der AVM Ovation SA8.2 ist fast fingerdick. Das auffällige „Scratching“ des Markennamens ist Geschmackssache und ausschließlich bei Ovation-Geräten vorzufinden

Ein Lob verdienen auch die beiliegenden Bedienungsanleitungen, die übersichtlich und ausführlich auf alle Funktionen - und davon gibt's eine ganze Menge, wie wir gleich noch sehen werden -, aber auch auf technische Besonderheiten eingehen. So werden unter anderem die „Belegungspläne“ der XLR-Anschlüsse aufgezeigt. Und das Manual der Ovation SA8.2 deklariert in einer Grafik praktischerweise die Lage und Spezifizierungen der einzelnen Sicherungen, falls es wider Erwarten doch mal „knallen“ sollte.

Zu den Features der AVM Evolution PA5.2: Mittels unter dem Display befindlicher kleiner Knöpfchen lassen sich Eingänge benennen, unbenutzte Inputs deaktivieren, die Displayhelligkeit regeln, Bass und Höhen einstellen sowie neun unterschiedliche Loudnesskurven für verschiedene Situationen und Lautstärken wählen. Klar, schlicht und schmerzfrei bypassen kann man das Ganze natürlich auch.


Evolution PA5.2: Der linke Drehregler dient der Eingangswahl, der rechte der Justage der Lautstärke. Letztere wird über PGAs (Operationsverstärker mit programmierbarer Verstärkung) vollzogen, was gegenüber herkömmlichen Potis bessere Gleichlaufwerte verspricht

Auf zwei weitere Features möchte ich etwas näher eingehen, zumal diese gänzlich andere Zwecke verfolgen, auf den ersten Blick aber zu Verwechslungen führen können: die Input Attenuation sowie die Einstellung der Eingangsempfindlichkeit. Erstere kommt ins Spiel, falls Quellen mit einer Ausgangspannung von um 3 Volt und größer angeleint werden sollen. Ohne aktivierte Input Attenuation kann es sonst nämlich hörbar verzerren - wie das zum Beispiel mit meinem Phonosophie DAC1 der Fall war (ja, ja, Herr Ingo Hansen mag's halt immer gerne ein bisschen lauter). Die Attenuation wird per Relais geschaltet und senkt den Pegel auf die Hälfte, also um 6 dB.

Die für jeden Input einzeln regelbare Eingangsempfindlichkeit dient dagegen dem Zweck, verschiedene Quellgeräte trotz etwaiger unterschiedlicher Ausgangspegel auf einheitliche Lautstärke zu halten, wenn man die Eingänge durchschaltet. Dieser Ausgleich wird per Software geregelt und stellt mithin keinen Ersatz für die Attenuation dar.


De
r Einschaltvorgang der AVM Evolution PA5.2 gerät zu einer kleinen Zeremonie, beim „harten“ Einschalten werden zunächst etwaige Zusatzmodule gecheckt, beim Wechsel vom Standby in den Betrieb eine halbe Minute lang die Röhren auf Temperatur gebracht

Apropos verschiedene Quellgeräte: Wer gerne Radio hört, einen Plattenspieler besitzt und/oder sich zu den Digitalos zählt, kann für je 499 Euro zusätzlich eine Tuner-, MM/MC-Phono-, oder Wolfson-Chip-bewehrte DAC-Karte an Bord hieven. Oder alle drei. Die DAC-Karte arbeitet via USB treiberlos, dafür auch nur im synchronen Modus bis maximal 48 Hz, die S/PDIF-Schnittstellen (RCA und Toslink) verdauen dagegen bis 192 kHz.


Kontaktfreudig: 5 Hochpegeleingänge (4 x RCA, 1 x XLR), 1 Kopfhörerausgang (frontseitig), 2 analoge Ausgänge (RCA und XLR) sowie 1 Prozessor-In/Out gehören zu den standardmäßigen Schnittstellen des Evolution PA5.2

Vergessen wir bei so viel Funktionalität nicht entscheidende innere Werte. Welche zum Teil allerdings eh kaum zu übersehen sind - macht der Blick durchs deckelseitige „Schaufenster“ des Evolution PA5.2 doch schnell klar: Hier sind Röhren am Werk.


Deckelschaufenster: Röhren-Voyeure kommen auf ihre Kosten

In der Ausgangsstufe des Pres arbeitet pro Kanal je eine Doppeltriode AVM 83T. Und der Name der Glühkolben deutet schon darauf hin: AVM verwendet spezielle, laut Firmenaussage nach eigenen Angaben spezifizierte Röhren, die gegenüber den noch bis vor kurzem eingesetzten JJ ECC 83 geringere Toleranzen aufweisen sollen und im Nachkauf für je 75 Euro erhältlich sind.

Das separate Netzteil für die Röhrenausgangstufe arbeitet mit 300 Hz, um nicht zuletzt mögliche Störeinflüsse auf den optionalen Phonozweig zu reduzieren

So, ran ans „dicke Ende“ unserer Kombi - die Stereoendstufe AVM Ovation SA8.2:

Die technisch signifikantesten Veränderungen gegenüber der Vorgängerversion betreffen Anpassungen am Netzteil sowie die im Vergleich anderthalbfach so hohe Class-A-Auslegung: Bis zu einer Leistungsabgabe von 2 x 24 Watt an 8 Ohm beziehungsweise 2 x 12 Watt an 4 Ohm „fährt“ die Ovation SA8.2 in Class-A - eine im Hinblick auf Übergangsverzerrungen der Leistungstransistoren tendenziell vorteilhafte Betriebsart, mit der aber höhere Ruheströme einhergehen (siehe fairaudio-Lexikon).

Apropos Leistungstransistoren: Diese sind übrigens recht zahlreich verbaut. Insgesamt 24 MOSFETs, denen gemeinhin röhrenähnlichere Kennlinien als ihren bipolaren Verwandten nachgesagt werden, sollen im Bedarfsfall bis zu 180 Ampere Strom liefern können.


Flächendeckend versorgt: Insgesamt fünf Netzteile werkeln in der AVM Ovation SA8.2: Zwei für die Treiberstufen, zwei für die eigentliche Leistungsversorgung und eines für den Prozessor beziehungsweise die Standby-Regelung

Dass die beiden großen, von je (!) 200.000 μF Siebkapazität flankierten 1.000-VA-Ringkerntrafos (ja, die SA8.2 kommt in echtem Doppelmono daher, häufig ist ja trotz Doppelmono-Deklaration nur ein Trafo verbaut) im Zweifelsfalls keinen Spaß verstehen, zeigt sich auch am speziellen 16-A-Netzkabel (Standard ist 10 A Belastbarkeit), das der Ovation SA8.2 beiliegt.


Der SA8.2 liegt ein 16-Ampere-Netzkabel bei

Trotz erhöhtem Class-A-Anteil, beeindruckender Strompotenz und der souveränen Ausgangsleistung von 2 x 220 Watt an 8 Ohm ist die AVM Ovation SA8.2 - wenn man sie nicht allzu sehr herausfordert - für einen solchen Verstärker-Kavenzmann eigentlich recht genügsam: Um die 95 Watt zieht sie sich im Leerlauf aus dem Netz. Darüber hinaus entwickelt die SA8.2 im Betrieb, selbst wenn man sie stärker fordert, kaum Abwärme - wenngleich ich auch keinen dauerhaften, aus vollen Rohren schießenden Partybetrieb ausprobiert habe.


Heckansicht - die AVM Ovation SA8.2 kann RCA wie XLR

Die Ovation SA8.2 kann manuell aus dem Standby heraus zum Leben erweckt werden, aber freilich auch per Startautomatik beziehungsweise anliegendem Musiksignal: Was hier endlich mal praxistauglich gelöst ist, nervt an diesen Automatiken doch meist, dass es bei leisen Passagen zu Aussetzern kommt. Auch mit „fremden“ Vorstufen wie meiner Funk MTX gab's so gut wie keine Probleme beim Leisehören zu vermelden, wenngleich dabei freilich auch der Wirkungsgrad der anhängigen Lautsprecher eine Rolle spielt (in meinem Fall eine Spendor SP100R² mit schon recht ordentlichen 89 dB/W/m). Praktisch: Für Nutzer einer Ovation-Vorstufe steht zudem eine noch präzisere Triggerlösung bereit, bei der digitale Steuerimpulse, mit denen zudem die Displayhelligkeit der Endstufe ferngesteuert werden kann, über das NF-Kabel gesendet werden.


Bei den Platinen der AVM Ovation SA8.2 kommen 105 µm starke Kupferleiterbahnen zum Einsatz, die mittels einer Goldschicht vor Korrosion geschützt werden

Wer partout die Umsätze seines Energieversorgers senken wollte, konnte die „alte“ Ovation SA8 per Knopfdruck in einen Eco-Modus versetzen, der die Leistungsaufnahme auf weniger als ein Drittel reduzierte. Ein Feature, auf das man bei der 2er-Version verzichtet hat - der Taster auf der Frontplatte ist zwar geblieben, dient aber nunmehr lediglich der Deaktivierung des Displays. Angesichts dessen, dass unser Proband kein so großer „Saftschlucker“ ist, die Autostartfunktion wie beschrieben reibungslos funktioniert und die SA8.2 bereits kalt gut klingt, ist der Eco-Modus aber auch wahrlich kein Must-Have. Sind es in praxi doch meist die Leerlaufzeiten, die Umwelt und Geldbörse strapazieren, welche sich mit der SA8.2 aber problemlos auf ein Minimum begrenzen lassen.


Die abschaltbare Vakuum-Fluoreszenzanzeige informiert über die stetige Leistungsabgabe oder Spitzenwerte. Um möglichst genaue Werte zu erhalten, kann im Menü auf die Impedanz der betriebenen Lautsprecher abgeglichen werden - auf den Klang hat das keinen Einfluss

 

 

 

 

 

Im Test:

Vor/Endverstärker-Kombination:
AVM Evolution PA5.2
AVM Ovation SA8.2

Preis:
3.990 Euro
10.990 Euro


Hersteller/Vertrieb:
AVM GmbH

Web:
www.avm-audio.com
eMail:
info@avm-audio.com
Telefon:
+49 (0) 7246 4285


 

Equipment:

Quelle:

Laptop mit foobar2000 und J River MC im Verbund mit DA-Wandller Phonosophie DAC1, CD-Player Fonel Simplicité

Lautsprecher:

Thiel CS 3.7
Spendor SP100R²

Verstärker:

Vollverstärker:
Fonel Emotion
Abacus Ampino

Vor-/Endverstärker:
Funk MTX Monitor V3b
Audionet AMP Monos

Kabel:

NF: Straight Wire Virtuoso

LS: HMS Fortissimo, Reson LSC 350

Netz: Quantum-Powerchords, Hifi-Tuning Powercord Gold inkl. IeGo-Konfektionierung, Netzleiste MF-Electronic

USB: Wireworld Starlight, Chord USB SilverPlus

Rack:

Lovan Classic II

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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