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Inhaltsverzeichnis

  1. 1 Wir Kassettenkinder
  2. 2 We Are Rewind Curtis im Hörtest
  3. 3 Testfazit: We Are Rewind Curtis GB-001

Der Sonntagabend war heilig! Ab 18 Uhr durfte man mich nicht mehr stören. Ein selbstgemaltes „Achtung, Aufnahme!“-Schild verbot Eltern, Geschwistern und sonstigen temporär unerwünschten Gästen den Zutritt zu meinem Zimmer. Ich hatte Wichtiges zu tun: Die wöchentliche Radioshow „SWF (heute SWR) 3 Hitline“ mit Moderator Elmar Hörig – der fast mehr Comedian als Radiojockey war und seinerzeit Kultstatus genoss – stand an. Für mich hieß das: drei Stunden die neuesten Hits mitzuschneiden und zwar ohne das – obwohl stets lustige – „Gelaber“ des Moderators. Ich war voll konzentriert und mein Timing mit der Pausentaste legendär gut …

Schließlich dienten mir die „Hits“ aus der „Line“ oft genug als Vorlage für Mixtapes, die ich für Partys, Freunde oder die aktuell Angebetete zusammenstellte. Letztere mit besonderer Liebe zum Detail, mitunter sogar von mir selbst moderiert … Das führte nicht immer zum Wunschziel, sprich: Das Mädel fand zwar die Kassette super, mich jetzt aber nicht automatisch auch. Nun gut, trotzdem: tolle Zeit. – Die man jetzt mit der tragbaren Boombox „Curtis GB-001“ des französischen Herstellers „We Are Rewind“ (Vertrieb: https://www.aqipa.com/) wieder aufleben lassen kann: Der im wunderbaren Stilmix der 70er-/80er-Jahre designte Henkelmann ist einerseits stylishe Bluetooth-Box, andererseits aber eben auch ein Kassettenrekorder!

Der Kassettenrekorder We Are Rewind Curtis, Frontaufnahme

Long time no see: Der We Are Rewind Curtis ist tatsächlich der erste Kassettenrekorder den wir bei fairaudio testen. Und irgendwie haben wir diese Gerätegattung vermisst …

In Asien, Großbritannien und den USA ist die Kassette bereits seit einiger Zeit wieder auf dem Vormarsch. Aktuell gehypte Künstler veröffentlichen dort ihre Alben fast selbstverständlich wieder auf MC. Hierzulande sind die ausgestorben geglaubten Magnetbänder (noch) Exoten für Fans. Ob sich daraus bei uns ebenfalls ein Trend entwickeln wird, bleibt abzuwarten.

We Are Rewind Curtis – die Technik

Gleichwohl bin ich nicht der Einzige, bei dem We Are Rewind mit dem Curtis einen Nerv trifft. Die optische Reminiszenz an die späten 70er-/frühen 80er-Jahre – verbunden mit der Technologie von heute – ist ihnen einfach zu gut gelungen. So beherbergt das wertig und sauber produzierte Aluminiumgehäuse insgesamt vier Class-D-Verstärkermodule, die die beiden eingebauten Zweiwege-Lautsprechersysteme antreiben. 2 x 32 Watt gehen an die Tieftöner, 2 x 20 Watt an die Softdome-Tweeter. Macht insgesamt 104 Watt, die bei Bedarf für ordentlich „Kasalla“ – wie der Rheinländer sagt – sorgen können.

Der Kassettenrekorder We Are Rewind Curtis, links angewinkelt

Wertig & kantig: Das Gehäuse des We Are Rewind Curtis besteht aus Aluminium, der Henkel ebenfalls. Die Bedienelemente leider nicht, doch das ist eine lässliche Sünde

Über den Zulieferer der Lautsprecher schweigen sich die Franzosen aus, deren Güte darf aber als bemerkenswert bezeichnet werden, wie der Klangtest zeigen wird. Oberhalb des recht hochwertigen Kassettenlaufwerks – immerhin mit Wechselstrom-Löschkopf und „Full Auto Stop“ ausgestattet (das Laufwerk stoppt am Bandende nicht nur bei Wiedergabe, sondern auch beim Umspulen automatisch, was den Antrieb schont) – sitzen zwei hinterleuchtete VU-Meter mit klassischer Nadelskala, die toll aussehen und tatsächlich echte Funktionen haben. Zum einen dienen sie der Justage des Aussteuerungslevels bei der Aufnahme auf Band, zum anderen zeigen sie – zumindest ungefähr – den Pegel der Wiedergabelautstärke an. In den Siebzigern gehörten die zuckenden Zeiger zur Pflichtausstattung an einem „Ghettoblaster“, bevor sie in den Achtzigern von zumeist grünlich leuchtenden LED-Ketten ersetzt wurden. Die fand ich dann allerdings nicht mehr ganz so cool.

Der We Are Rewind Curtis - VU-Meter und Kassettenschacht

Die VU-Meter des Curtis mit klassischer Nadelskala machen was her – und haben natürlich auch ihre Funktion, vor allem beim Aussteuern der Aufnahme

Zusätzlich zur Wiedergabe von Musikkassetten bietet der Curtis GB-001 auch die Möglichkeit, Musik via Bluetooth – im Standard 5.4 – oder kabelgebunden mittels AUX-Eingang zuzuspielen. Dieser ist als 3,5-Millimeter-Miniklinkenport ausgeführt, weshalb das Quellgerät im Zweifel entsprechend adaptiert werden muss. Weiteres Gimmick ist ein – ebenfalls als 3,5-Millimeter-Eingang montierter – Mikrofonanschluss, der sich mit einem Drehregler sowohl in die Wiedergabe wie auch in die Aufnahme hineinmischen lässt. Damit kann die Karaoke-Party starten oder die selbstmoderierte Radioshow auf Band gebannt werden. Vielleicht nicht lebensnotwendig, aber allemal witzig.

Das Bedienfeld auf der Oberseite des We Are Rewind Curtis

Alles dran, was man so braucht: Das Bedienfeld auf der Oberseite des We Are Rewind Curtis

Gegenüber dem insgesamt sehr robust, langlebig und ansehnlich gebauten Aluminiumgehäuse des We Are Rewind Curtis fallen die griffigen und sauber laufenden Drehschalter und Regler auf seiner Oberseite ziemlich einfach aus – sie bestehen aus schwarzem Kunststoff. Der Tragegriff wiederum ist ein stabiler Alubügel, der in mehreren Positionen fühlbar einrastet – schön. Einziger offener Punkt auf meiner persönlichen Wunschliste wäre ein Empfangsteil für UKW und DAB+, am besten noch mit einer „analogen“ Skala für UKW (DAB+ könnte man mit einer App lösen). Das würde mein Nostalgikerherz noch höherschlagen lassen, und ja: Dafür würde ich auch ‘nen Fuffi mehr bezahlen. Vielleicht denken die Franzosen perspektivisch über ein aufgebohrtes „Big Curtis“-Modell mit Empfangsteil nach. Ich würde es jedenfalls feiern.

AUX- und Mikrofon-Eingänge des We Are Rewind

Karaoke-fähig: Der We Are Rewind besitzt nicht nur einen AUX-, sondern auch einen Mikrofon-Eingang

Die Akkulaufzeit geben die Franzosen mit rund 10 – 15 Stunden an, abhängig von der Quelle und der Wiedergabelautstärke. Sollte der eingebaute Stromspeicher altersbedingt müde werden oder einen Defekt aufweisen, lässt er sich austauschen. Das ist allerdings nicht ganz so einfach, wie es sich liest und sollte im Bedarfsfall von einem Fachmann erledigt werden.

Achtung Aufnahme – Mixtapes for my Lady!

Ein AC-Löschkopf soll für möglichst rauscharme Aufnahmen sorgen. Die sind sowohl von via Bluetooth gekoppelten als auch über den AUX-Eingang zugespielten Quellen möglich und funktionieren ganz oldschool mit dem Dreiklang aus „Pause“-, „Play“- und „Record“-Taste: Zunächst „Pause“ drücken, dann gleichzeitig „Rec“ und „Play“. Sodann den Aufnahmepegel mit dem entsprechenden Drehregler und unter Zuhilfenahme der beiden VU-Meter einstellen (Dynamikspitzen sollten nicht über die „0 dB“-Markierung ausschlagen, sonst wird das Eingangssignal übersteuert, also verzerrt). „Pause“ lösen, los geht’s!

Lösch- und Tonkopf des We Are Rewind Curtis

Der Lösch- und der Tonkopf des We Are Rewind Curtis

Sam Fender People WatchingEine Hinterbandkontrolle, mit der sich die Klangqualität der Aufnahme checken lässt, während man sie erstellt (ein Feature, über das so genannte „3-Kopf-Tapedecks“ verfügten), gibt es nicht. Aber wir wollen hier mal nicht spitzfindig werden, das Ergebnis meiner Testaufnahme war nämlich durchaus hörenswert. Von meinem Smartphone via Bluetooth bannte ich etwa den Titel „People Watching“ von Sam Fender (Album: People Watching) auf die Magnetspulen einer Maxell UR-60 (Typ-I-Leerkassette aus privatem Altbestand!) und befand das Ergebnis trotz einer ganz leichten Rauschfahne und etwas gedeckelten Höhenlagen, die aber nicht dumpf oder verwaschen tönten, als durchaus dicht am Original. Gleichlaufschwankungen, also „Leiern“, konnte ich nicht wahrnehmen. Das ist ein aus meiner Sicht mehr als praxistaugliches und zufriedenstellendes Ergebnis und für mich Anlass, neue Mixtapes für meine beiden Oldtimerfahrzeuge zu erstellen. Wenn das Laufwerk des guten alten „VW Gamma“-Autoradios aus 1986 überhaupt noch Lust dazu hat …

Die Rückseite des We Are Rewind Curtis mit Bassreflexausgang

Auf der Rückseite des We Are Rewind Curtis findet sich ein Bassreflexausgang

Bespielte Musikkassetten?

Ja, die gibt es, wie schon gesagt. Auch wenn sie aus der Wahrnehmung der breiten Öffentlichkeit verschwunden sind, kann man immer noch bespielte Musikkassetten kaufen. Beziehungsweise wieder: So veröffentlichen „Trend-Künstler“ wie Taylor Swift, Laufey oder Lana Del Rey Alben auf MC, aber auch von Neil Young und Mark Knopfler und diversen Artists der Indiependent- und Metal-Szene sind einige Titel auf Band erhältlich. Zu Preisen, die sich mit einer CD oder Schallplatte messen müssen. Zwischen 15 und knapp 30 Euro kostet eine Kassette etwa beim dänischen Anbieter „imusic“, der weltweit Tonträger versendet. Das muss man wollen. Bei bekannteren Anbietern wie Amazon oder jpc.de lassen sich ebenfalls vereinzelte Titel finden.

Wie sieht es mit Leerkassetten aus?

Auch die gibt es noch – tatsächlich neu, wenn auch in deutlich eingeschränkter Auswahl. Einst bekannte Markennamen wie BASF/EMTEC, TDK, That‘s, Maxell und wie sie alle hießen, sind weitgehend verschwunden. Hier und da wird „NOS“-Ware ehemaliger Platzhirsche angeboten, hier sollte man jedoch Vorsicht walten lassen. Vielfach ist diese uralt-überlagert oder schlicht gefälscht.

Der We Are Rewind Curtis von der Seite

Henkelmann: Mit dem stabilen Alu-Griff lässt sich der We Are Rewind Curtis schnell zum „Einsatz“ tragen. Das Kassettengerät bringt fast sieben Kilogramm auf die Waage

Wer Lust hat, seiner Frau/Freundin mal wieder ein ganz exklusives Mixtape zusammenzustellen – meine kamen damals immer hervorragend an! – sollte nach Herstellern wie RTM, Soundmaster, T.A.P.E. Muzik, MediaRange oder EQ-Professional suchen. Hierbei handelt es sich oftmals um Studioausrüster, die gute Qualität zu Preisen zwischen fünf und neun Euro pro Kassette liefern. Auch We Are Rewind selbst, also der Hersteller unseres wunderbaren Retrorekorders hier, verkauft über seinen Onlineshop Leerkassetten. Überwiegend gibt es heute nur noch das sogenannte „Normalband (Typ I)“, „Chrom (Typ II)“ kann man zum Beispiel von RTM bekommen, die einst unter Highendern gefeierten Metallbänder (Typ IV) scheinen völlig ausgestorben zu sein.

Als Highlight mag gelten, dass die Schweizer Audiomanufaktur Revox seit Ende 2025 unter dem Handelsnamen „Revox Grandmaster“ unbespielte Tapes in zwei Längen (C-60 und C-90, beide Typ I) in einem neuen Bandwerk in Deutschland (Villingen) fertigen lässt. Der Preis: Das „Multipack“ mit fünf Kassetten (C-90) kostet stramme 50 Euro. Es gibt also auch wieder richtig hochwertigen „Magnetstoff“.

We Are Rewind Curtis im Hörtest

Der We Are Rewind Curtis unter der geöffneten Motorhaube eines VW

Wer ein Herz für Oldtimer hat, hat natürlich auch eines für Kassetten. Der We Are Rewind Curtis macht jedenfalls auch in der Werkstatt eine gute Figur

In den Siebzigerjahren Geborene werden sich an „Breakdance“ erinnern – eine tänzerische Kunstform, die mit roboterähnlich präzisen Bewegungsabläufen, Headspins (Drehungen auf dem Kopf) und allerlei akrobatischen Einlagen von Armen und Beinen bis etwa Mitte der Achtziger großen Einfluss hatte und praktisch als Vorläufer der HipHop-Welle gelten darf. Prägend für jenen Tanzstil war auch die Musik, die elektronische Beats mit eingängigen Melodien und Rap-Fragmenten mischte.

Bravo Breakdance Sensation‘84Ein Relikt jener Zeit ist der Musiksampler „Bravo Breakdance Sensation‘84“, den ich im Vorlauf dieses Tests in meiner „Kassettenkiste“ suchte – und tatsächlich unversehrt spielfähig vorfand! Und wie der Elektrobeat von Shannons „Let the Music Play“ aus dem Gerät knallte, versetzte mich augenblicklich in diese Zeit zurück. Hart, punchy und mit Attacke. Tief wabernd untermalt vom selbstverständlich ebenfalls elektronisch generiertem Bass, den die beiden Woofer ziemlich gnadenlos in die Magengegend pumpen. Dass der Curtis in der Lage und Laune für eine richtige Party ist, daran lässt er nicht den Hauch eines Zweifels. Dank seiner kraftvollen Verstärkung geht er auch richtig laut zur Sache und zwar bis zu nachbarschaftsgefährdenden Grenzen verzerrungsfrei. Das sind echt oldschoolige „Ghettoqualitäten“ – Curtis‘ Urahnen mussten überwiegend Bass und Pegel liefern, sonst war ihre „Street Credibility“ dahin. Was dem We Are Rewind Curtis wohl nicht passieren dürfte. Auch wenn ihn heute vermutlich niemand mehr in einer Fußgängerzone auf den Boden stellt, um sich zu „phatten“ Beats auf dem eigenen Kopf zu drehen.

Balance- und Volume-Regler des We Are Rewind Curtis

Der We Are Rewind Curtis gibt sich erstaunlich pegelfest

Der mobile Streaming-Lautsprecher Teufel Motiv XL überzeugte jüngst im Test mit einem im Vergleich zu unserem Testobjekt strukturierteren und somit „ernsthafteren“ Auftritt. Doch zum einen ist der doppelt so teuer, zum anderen gehe ich sowieso davon aus, dass es den französischen Entwicklern des Curtis vorrangig um den klanglichen Spaßfaktor und weniger um einen wahrhaft hifiesken Anspruch ging. Und trotzdem: Man darf die klangliche Ausgewogenheit des tragbaren Musikus keinesfalls unterschätzen – und zwar weder von Kassette, wobei der Klangeindruck hier natürlich stark von den möglicherweise bereits jahrzehntealten Magnetbändern abhängt, noch via Bluetooth.

Tina Turner Private DancerIm BT-Modus fällt auf, wie sprichwörtlich „angenehm“ der We Are Rewind Curtis tönt. Mit einem charmant-warmen Timbre, das Gesangsstimmen und Instrumente in der Mittenlage ein ganz klein wenig fülliger klingen lässt, als es audiophile Lehre wäre, schmeichelt er sich ins Herz jener Musikfreunde, die sich an eben jenen Sound aus ihren Jugendtagen sehr wohl erinnern können. Hat es etwa jemanden gejuckt, wenn Tina Turner ihren Megahit „Private Dancer“ mit ihrer ohnehin charakterstark souligen Stimme noch ein Quäntchen herziger zu Gehör brachte? Oder das heisere Shout-out-loud-Organ eines Bruce Springsteen bei „Born in the U.S.A.“ nicht bis ins letzte Fitzelchen ausfinessiert ‘rüberkam? Mich nicht. Und also bitte: „Onkel Titus“, seines Zeichens Schrottplatzbesitzer in Rocky Beach und Onkel des „Ersten Detektivs Justus Jonas“ muss durch eine warm-satt-voluminöse Männerstimme getragen werden, sonst zündet das nicht, Freunde! Gleichwohl darf man das Mittenband des Curtis aber durchaus als griffig, wenn auch nicht gleich holographisch-plastisch, bezeichnen.

Zu den Höhenlagen hin setzt sich der Eindruck fort, dass We Are Rewind mit diesem Kassettenrecorder keine audiophile Revolution vom Zaun brechen will. Das obere Frequenzende ist hörbar „da“, wirklich unvollständig klingt das alles nicht, im Kassettenbetrieb und mit Pop- und Rockmusik schon mal gleich gar nicht. Freilich kann von „Subinformationen“ und Detailreichtum sowie strahlenden Obertönen keine Rede sein. Setzt man sich vor eine ausgewachsene HiFi-Anlage, hört man natürlich sofort, wieviel Luft nach oben ist. Ich aber sehe das so: Wer den Curtis lieben lernt, weiß, dass der Retro-Blaster eben kein „echtes“ HiFi-Gerät ist und das auch gar nicht sein will. Das, was er ist und was er kann, macht er aber richtig gut.

We Are Rewind Curtis in der Autowerkstatt

Klassisches Produktdesign, links wie rechts …

So hat er echten musikalischen Flow und Groove, bringt vor allem Pop- und Rockmusik mit beschwingter Leichtigkeit ans Ohr und produziert trotz seiner ziemlich dicht beieinander montierten Lautsprecherchassis so etwas wie ein Stereopanorama. Die Bühne ist nicht besonders groß, weder in der Breite noch in der Tiefe, stellt Musiker aber in nachvollziehbaren und realistischen Positionen „auf die Bretter“ und rückt insgesamt involvierend dicht ans Auditorium heran, ohne übergriffig zu werden. Ich erinnere mich gut: Ohne dass ich damals wusste, was „Bühnenabbildung“ ist – anmachend, involvierend, zupackend, so haben „Ghettoblaster“ in ihrer Hochzeit alle geklungen. Und das war auch genau das, was man hören wollte. Insofern trifft die Franzosen-Boombox auch hier einen Nerv. Man hat und hört sie einfach gern.

Testfazit: We Are Rewind Curtis GB-001

Ich war schon schockverliebt, als ich die ersten Bilder des We Are Rewind Curtis GB-001 gesehen habe. Schon lange hat mich ein Produkt nicht mehr so getriggert und einen derartigen „Will ich haben“-Effekt ausgelöst – obwohl ich es objektiv gar nicht brauche. Als HiFi-Fan und -Redakteur besitze wahrlich ich genug Komponenten, mit denen ich Musik hören kann.

We Are Rewind Curtis mit Kassetten

We Are Rewind Curtis: Solide verarbeitet, empfänglich für Kassetten und Bluetooth – und im Besitz eines kraftvollen und sauberen Klangbilds. Vintage-Herz, was willst du mehr?

Warum aber bleibt Curtis (er bleibt nämlich!)? Weil er voll ins Herz meiner Generation trifft. Jene „Kassettenkinder“, die ab den späten Siebzigern und frühen Achtzigern musikalisch sozialisiert wurden und als erstes eigenes Abspielgerät einen solchen „Henkelmann“ besaßen. Der We Are Rewind Curtis ruft wohlig-warme Erinnerungen wach, mit jedem Tastenklick werde ich wieder zum Teenie und schneide in Gedanken die „SWF3 – Hitline“ mit – herrlich! Ein HiFi-Gerät im klassischen Sinn ist der Retroblaster nicht. Aber: Er ist ernstzunehmend gut und solide verarbeitet und bietet mit dem aktuellen Bluetooth-Standard (5.4) und der sehr leistungsfähigen Verstärkereinheit ein kraftvolles und durchsetzungsstarkes, dabei durchaus sauberes und langzeittauglich-angenehmes Klangbild, das den Vergleich mit Mini-/Mikro-/Kompaktanlagen seiner Preisklasse nicht fürchten muss.

Der We Are Rewind Curtis empfiehlt sich also als transportabler Partybeschaller – laut kann er nämlich auch – und hochwertiges Musiksystem für Camping und Reise, als stimmungsvoller Alltagsbegleiter im Büro und Zuhause und last but not least als „cooler Blickfang“. Bei mir steht er aktuell im Schlafzimmer. Ich habe meine sorgsam eingemottete „Drei Fragezeichen“-Sammlung wiedergefunden und bin schon lange nicht mehr so selig eingeschlafen wie mit Justus Jonas, Bob Andrews und Peter Shaw …

Fakten:

  • Modell: We Are Rewind Curtis GB-001
  • Konzept: Kassettenrekorder und Bluetooth-Box
  • Preis: 449 Euro
  • Analogeingänge: AUX, Mikrofon (beide 3,5-mm-Klinke)
  • Digitaleingänge: Bluetooth 5.4
  • Analogausgänge: Kopfhörer (3,5-mm-Klinke)
  • Maße & Gewicht: 506 x 251 x 179 mm (BxHxT), 6,9 kg
  • Leistung: 104 Watt
  • Farbe: Grau/Schwarz
  • Garantie: 2 Jahre
  • Weitere Informationen auf der Webseite des Vertriebs

Vertrieb:

Aqipa GmbH
Möslbichl 78
A-6250 Kundl
Österreich
Telefon: +43 (0)5332-72300-0
E-Mail: info@aqipa.com
Web: https://www.wearerewind.com/

Billboard
Dynaudio Contour 20 BE

Test: We Are Rewind Curtis GB-001 | Kassettenrekorder & Bluetooth-Box

  1. 1 Wir Kassettenkinder
  2. 2 We Are Rewind Curtis im Hörtest
  3. 3 Testfazit: We Are Rewind Curtis GB-001

Über die Autorin / den Autor

Equipment

Analoge Quellen: Laufwerk: Technics SL-1210GR Tonabnehmer: Shelter 201 (MM), Pro-Ject Concorde Pick-it S1 (MM) Sonstiges: Tuner Sansui T-80 & Kenwood KT-5500

Digitale Quellen: Streamer: Pioneer N-50, Marantz NA 8005

Vollverstärker: Magnat RV-3

Vorstufen: Phonoverstärker: Lehmann Audio Black Cube Statement

Lautsprecher: Magnat Quantum 905, Teufel Theater 500S

Kabel: Sonstiges: LS- und NF-Kabel durchgängig in-akustik, alternativ Eagle Cable, WireWorld

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