
Test: Vulkkano A4 ARC MKII | Aktivlautsprecher
Der Realo
Im Test: Vulkkano A4 ARC MKII | Aktivlautsprecher
UVP zum Testzeitpunkt: 139,99 Euro
Als die Redaktion anfragte, ob eine Besprechung des spanischen Herstellers Vulkkano (https://vulkkano.com/de) eine interessante Option darstellen könnte, hatte ich von diesem Unternehmen noch nie etwas gehört. Weitergehende Recherchen führten schnell zur Erkenntnis, dass die Marke Vulkkano schon vor einiger Zeit – im Jahr 2017 – in Valencia lanciert wurde und die Wurzeln des Mutterunternehmens Zococity noch zehn Jahre weiter zurückliegen. Vulkkano bietet Einsteiger- beziehungsweise Budget-Audio für den schmalen Geldbeutel, audiophile Status-Symbole sucht man bei den Spaniern vergeblich. Klar dürfte zudem sein, dass die Herstellung nicht in Europa erfolgt, die günstigen Preise, die das Unternehmen bietet, dürften sich sonst kaum realisieren lassen.
Das Sortiment
Im Vulkkano-Sortiment finden sich neben Kopfhörern auch Desktop-Lautsprecher wie der T50 ARC und T40, dazu kompakte Aktivlautsprecher wie den Pro 4 oder den mit „skandinavischem Design“ auftrumpfenden D4 – nebst der drei Modelle umfassenden A-Serie, von der wir die A6 ARC und A5 ARC schon im Test hatten. Aktiv-Subwoofer in verschiedenen Ausführungen sind ebenfalls im Programm und seit Kurzem mit dem TD10 ein Plattenspieler für knapp unter 160 Euro (ein Test ist in Planung). Aber kommen wir an dieser Stelle zum Hauptakteur dieses Tests, dem Vulkkano A4 ARC MKII, der neben den A6 und A5 das kleinste und neueste Modell besagter Aktivlautsprecherserie ist und für schlanke 139,99 Euro den Besitzer wechselt. Ja, fürs Stereopaar und inklusive Versandkosten.
Der Hauptakteur
Beim Auspacken habe ich es zwar mit optisch identischen, technisch allerdings eher „semi-aktiven“ Kompaktlautsprechern zu tun, sprich mit einem Hauptlautsprecher, der die Elektronik beinhaltet, und einem passiven Kompagnon. Vulkkano bietet die A4 ARC MKII in zwei Ausführungen an – in hellem Holz-Imitat oder in Schwarz, beides foliert. Unkompliziert ist nicht nur die Einrichtung, auch die Bedienung und das ganze Handling der Vulkkano A4 ARC MKII sind im Grunde intuitiv und auch ohne Blick in die Bedienungsanleitung zu bewerkstelligen.

Die Verarbeitung ist für den Preis angemessen, hier wird sicher niemand Wunder erwarten. Die Drehregler auf der Rückseite laufen ordentlich und haben sogar eine spürbare Mittenrasterung, der ebenfalls auf der Rückseite befindliche Bassreflex-Port sollte abstandstechnisch bei der Aufstellung im Regal mitbedacht werden. Nur beim Lautstärkeregler möchte ich monieren, dass sich weder eine Markierung noch ein Endpunkt finden lassen. Übrigens: Wer es noch günstiger mag, kann die erste Version der A4 ARC ordern, die verfügt allerdings über keine Magnethalterungen der Frontbespannung wie das MKII-Modell. Da muss man sich dann mit den sichtbaren Bohrungen für die Halterungen arrangieren, es sei denn, man lässt die Frontbespannung ohnehin dran, dann ist es ja egal.
Wie erwähnt, ist die Vulkkano A4 ARC MKII sehr kompakt, 22,3 Zentimeter Höhe, 15 Zentimeter Breite und eine Tiefe von 16,8 Zentimetern bei leichten 4,1 Kilogramm wollen untergebracht werden – und finden wohl in der kleinsten Studentenbude, dem Homeoffice, auf dem Sideboard im Wohnzimmer, neben dem Fernseher, im Küchenregal oder wo auch immer ihren Platz.
Eingänge, Optionen, Antrieb
Für so ziemlich alle relevanten Konstellationen finden sich Eingänge. USB-C beispielsweise für den Rechner am Desktop, Toslink für ein kompaktes CD-Laufwerk vielleicht, schließlich erlebt die CD ein Comeback, wenn man den unterschiedlichen Herstellern Glauben schenken mag. Fernseher anschließen? Geht natürlich auch, ebenfalls optisch oder klassisch über Cinch oder – noch besser – über HDMI, weil so eine Tonübertragung via ARC (Audio Return Channel) und damit eine Lautstärkesteuerung über die Fernbedienung des TV-Geräts erfolgen kann. Und, last but not least, natürlich Bluetooth, hier allerdings nur im standardmäßigen SBC-Codec, wer aptX oder LDAC haben will, müsste sich anderweitig umschauen.

Praktisch ist die mitgelieferte Fernbedienung, die nicht nur die notwendigen Funktionen abdeckt, sondern auch die Wahl von drei unterschiedlichen Abstimmungen – Film, Musik und Dialog – ermöglicht. Hinzu kommt eine zuschaltbare Basserweiterung, die Vulkkano als „virtuellen Bass“ angibt.

Apropos Bass – in diesem Bereich werkelt ein 4-Zoll-Konus, als Hochtöner des Zwei-Wege-Systems kommt eine 13-mm-Seidenkalotte zum Einsatz, die bei 2 kHz den Stab vom erwähnten Tiefmitteltöner übernimmt.

Angetrieben wird das alles von einer in der Masterbox eingebauten Verstärkereinheit, die im Vergleich zur ersten Version der A4 ARC einen Gesamtleistungszuwachs von 10 Watt auf nunmehr 60 Watt RMS erhalten hat. Diese verteilen sich pro Kanal mit 10 Watt für den Hochtöner und 20 Watt fürs Tiefmitteltonchassis. Der Hersteller gibt an, dass ein neuer Verstärkerchip von Texas Instruments für eine noch ausgewogenere Balance sorge, die sich in einer breiteren Klangbühne sowie der Reduzierung von Störgeräuschen zeige. Weitere Änderungen gibt es auf der Rückseite: USB-C statt USB-A und statt eines externen Netzteils mit DC-Anschluss an der Box gibt es nun ein integriertes Netzteil.
Vulkkano A4 ARC MKII: Hörtest und Vergleiche
Zugegeben, meine Erwartungshaltung bei diesen Budget-Lautsprechern war ziemlich niedrig. Was sich aber schon mal sagen lässt: Für das Geld klingt es ziemlich ordentlich.

Bluetooth …
Was die Bluetooth-Wiedergabe angeht, so höre ich über kleinere Unsauberkeiten in Sachen Transparenz und Feinauflösung insbesondere im Mittenband gnädig hinweg, schließlich ist mit dem Standard-Codec SBC eh kein audiophiles Feuerwerk zu erwarten. Wenn man die Ansprüche auf „easy listening“ beziehungsweise „zwischendurch“ eicht, kann man mit ein wenig EQ-Einsatz durch die rückseitigen Höhen- und Bassregler schon gut was rausholen. Bei Radiobeiträgen bringt zudem die Dialogtaste oder das Hinzufügen der künstlichen Basserweiterung etwas. Aber trotzdem: Über das iPhone und den SBC-Codec klingt das Ganze ziemlich zurückhaltend, ja, für meine Begriffe ein wenig zu dezent.

… und mit hochwertigeren Quellen
Das ändert sich, wenn eine hochwertigere Quelle angeschlossen wird – wie etwa der Streamer WiiM Pro Plus, der, zugegeben, zwar teurer als der gesamte Aktivlautsprecher A4 ARC MKII ist, aber eben auch ordentlich was bringt. Der WiiM findet im Handumdrehen Anschluss an der Vulkkano, entweder via Cinch oder optisch. Ebenfalls eine gute Idee: Einen Laptop über USB ankabeln. Auch dann klingt das Ganze wesentlich lebhafter als zuvor: Die Höhen zeigen nun mehr Detailfreude, ohne dass sie gleich überschwänglich werden – sie geraten einfach deutlich klarer. Gleiches lässt sich über die Mitten sagen, die darüber hinaus eine Nuance voller, stattlicher und deckkräftiger gereicht werden. Substanzieller wirkt auch der Tiefton, der zwar immer noch etwas zurückhaltend auftritt, dabei aber eben auch ohne den künstlich wirkenden Effekt eines Bass-Buckels auskommt.
Will man doch ein wenig Wumms und Wärme ins Spiel bringen, lässt sich per Fernbedienung zusätzliches Bassvolumen aktivieren. Dieser erweiterte Bass gibt auch Stimmen ein sonoreres Fundament mit auf den Weg und erhöht so den Spaßfaktor der Vulkkano A4 ARC MKII nicht unerheblich. Mir persönlich kommt dies jedenfalls entgegen, da sich eine Nuance mehr Wärme im Stimmbereich ergibt. Auf diese Weise klingt beispielsweise das Stück „Jubilee Street“ von Nick Cave & The Bad Seeds (Album: Push The Sky Away) eben doch eine Spur eindringlicher und emotionaler.

Der gute (Fernseh-)Ton
Die anwählbare Taste „Dialog“ sorgt hingegen für ein schlankeres, cleaneres Bild im stimmlichen Bereich – was wiederum bei so mancher verhunzten Fernsehproduktion geeigneter erscheint. Überhaupt zählt der Fernsehton zu den Stärken der Vulkkano A4 ARC MKII. Dagegen sieht eigentlich jeder Flach-TV recht mager aus, die A4 ARC MKII sorgen hier für mehr Sprachverständlichkeit, für mehr Übersicht und ein breiteres Panorama sowie einen leichten Bass-Schub. Gegenüber einem älteren Raumfeld One (One-Box-System) kann die Vulkkano mit einem breiteren Stereo-Panorama auftrumpfen und bietet dank Fernbedienung mehr Komfort bei der Steuerung. Im Vergleich zur dynamisch-quirligen – und dreimal so teuren – Elac Adsum DCB41 bleibt die A4 ARC MKII freilich sanfter im Bass und etwas schüchterner im Ausdruck. Aber eigentlich macht das nichts, denn ganz ehrlich: Für dieses Geld kann niemand Wunder erwarten.

Testfazit: Vulkkano A4 ARC MKII
Für alle, die für TV-Ton oder den schnellen Musikgenuss ein unkompliziert einzurichtendes Setup suchen, sind die Aktivlautsprecher Vulkkano A4 ARC MKII eine einfache und vor allem sehr günstige Lösung. Auch als Erstausstattung für die Studentenbude eignen sich die Vulkkano gut.

Wer hingegen einen audiophilen Anspruch hegt, wird hier nicht wirklich auf seine Kosten kommen – angesichts des Preisschilds war auch nichts anderes zu erwarten. Kurz und gut: Die A4 ARC MKII richten sich an kostensensible Realisten, die Musik und/oder TV-Ton genießen möchten, ohne dabei gleich das Gras wachsen hören zu wollen. Wer sich zu dieser Zielgruppe zählt, macht mit den Vulkkano A4 ARC MKII nichts verkehrt.
Fakten:
- Produkt: Vulkkano A4 ARC MKII
- Kategorie: Master-Slave-Kompaktlautsprecher
- Preis: 139,99 Euro
- Eingänge: USB-C (Speichermedien), Toslink, HDMI ARC, Bluetooth 5.3, Hochpegel (Cinch)
- Ausgang: Sub-out
- RMS-Leistung: 2 x 30 Watt
- Maße: 150 × 168 × 223 mm (BxTxH)
- Farben: Braun, Schwarz
- Gewicht: 4,1 kg
- Garantie: 2 Jahre
- Weitere Informationen und Direktbestellung auf der Webseite des Herstellers
Vulkkano E-Mail: info@vulkkano.com
Kontakt
C/Duque de Calabria 5-7
ES 46005 Valencia
Web: https://vulkkano.com/de
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