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Test-Fazit: Vincent SV-500

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  1. 3 Test-Fazit: Vincent SV-500

Ich kann nicht verhehlen, dass mich der Vincent SV-500 (auf Amazon ansehen) in puncto „Gesamtperformance kontra Preis“ so sehr beeindruckt hat, wie schon sehr lange kein anderer Verstärker. Was hier für 1.000 Euro nicht nur an Hörspaß, sondern auch an Fertigungsqualität geboten wird, ist meiner Meinung nach geradezu sensationell: Wir haben hier einen echten Allrounder, wobei „Allroundtalent“ aber nicht einen faulen Kompromiss bedeutet, sondern vielmehr Spaß in so gut wie allen Lebenslagen.

Vincent SV-500

Der Vincent spielt tonal mit einem ganz leichten Schlag ins Röhrenklischee (sonor, farbenprächtige Mitten, leicht abgerundeter Hochtonbereich), ist aber eben auch mit allen Meriten versehen, die man sonst Transistorverstärkern andichtet (Durchzugskraft, Leistung, Kontrolle im Tieftonbereich). Nur wer einen absolut präsenten, höchstauflösenden Hochtonbereich erwartet, der wird vielleicht woanders besser fündig. Feindynamisch spielt der Vincent hervorragend, und grobdynamisch absolut mehrheitsfähig. Das alles ist verbunden mit einer weitläufigen Bühne, die bei guten Aufnahmen mit Laufzeitstereofonie absolut realistische Panoramen zaubert. Die Wandlersektion ist erfreulicherweise mehr als eine Pflichtübung, sie kommt in ihrer Klangcharakteristik dem insgesamt „analogen Charme“ des Vincent-Amps sehr entgegen.

Der SV-500 funktioniert mit jeder Musikrichtung, er klingt in sich rund und stimmig – und er macht vor allem sehr viel Spaß. Wenn man dann noch das zeitlose, elegante Design berücksichtigt und bedenkt, dass der Käufer mit vier Hochpegel- und zwei Digitaleingängen für die meisten Einsatzszenarien bestens bedient sein dürfte – Herz, was willst du mehr?

Steckbrief Vincent SV-500:

  • Er spielt tonal insgesamt mit einem leichten Hang ins Sonore, wirkt dabei aber überzeugend, rund und stimmig.
  • Der Bassbereich liefert einen Schub und Tiefgang, den man in dieser Preisklasse erwarten kann, durchaus aber nicht immer bekommt.
  • Absolutes Filetstück ist der wunderbar fein aufgelöste, in warmen Farben schimmernde Mittentonbereich, der vor allem Stimmen und akustische Instrumente bestens zur Geltung bringt.
  • Der Obertonbereich zeichnet sauber durch, ist aber ein Stück weit abgerundet – jedoch nicht verhangen. Hier kann man mit der Klangregelung in gewissen Grenzen nachhelfen.
  • Die Bühne geht in der Breite etwas über die Lautsprecher hinaus und staffelt die Klangquellen horizontal sehr sauber. Die Tiefenstaffelung ist gut, aber nicht überragend.
  • Eine so gute Feindynamik findet man in dieser Preiskategorie nicht häufig, was sicherlich dem Hybridkonzept zu verdanken ist, weil die Vorteile aus Röhren- und Transistorwelt aufeinandertreffen.
  • Grobdynamisch ist der SV-500 gut aufgestellt, es gibt aber Amps, die noch etwas mehr loseilen, wenn man sie von der Leine lässt.
  • Die beiden Digitaleingänge (koaxial, optisch) sind alles andere als Verlegenheitslösungen – das generelle Klangbild des SV-500 bleibt über sie erhalten, tendenziell geht er, digital versorgt, eher noch ein wenig weicher in den Mitten und an den Frequenzgangenden minimal defensiver vor.
  • Hervorzuheben ist vor allem der Gesamteindruck: Der SV-500 ist ein wirklicher Preis-Leistungs-Schlager für alle, die musikalisch eine breite Palette von Stilrichtungen schätzen – wenn es nicht gerade Thrashmetal ist.

Fakten:

  • Modell: Vincent SV-500
  • Konzept: Hybridvollverstärker mit Röhrenvorstufe und Transistorendstufe
  • Preis: 999 Euro
  • Maße & Gewicht: 118 x 430 x 475 mm (HxBxT), 10 kg
  • Farbe: Schwarz, Silber
  • Eingänge: 4 x Analog-Hochpegel (Cinch), Digital 1 x optisch und 1 x elektrisch (S/PDIF, max. 24 Bit/192 kHz)
  • Ausgänge: 1 x Pre Out, 1 x Rec Out, ein Lautsprecherterminal und ein Kopfhörerausgang (Klinke)
  • Leistung: 2 x 50 Watt an 8 Ohm
  • Leistungsaufnahme: circa 33 Watt im Leerlauf
  • Garantie: 5 Jahre für registrierte Geräte (Erstbesitzer)

Vertrieb:

Sintron Vertriebs GmbH
Südring 14 | 76473 Iffezheim

Telefon: 07229 – 18 29 98
eMail: info@sintron.de
Web: www.vincent-tac.de

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Test: Vincent SV-500 | Vollverstärker

  1. 3 Test-Fazit: Vincent SV-500

Über den Autor

Equipment

Analoge Quellen: Plattenspieler: Rega Planar 3 Tonabnehmer: Ortofon Red, Rega Exact

Digitale Quellen: D/A-Wandler: B.M.C. Audio PureDac CD-Player: C.E.C. CD 5 Computer/Mediaplayer: Samsung-Notebook mit SSD und Foobar-Mediaplayer und Logitech Squeezebox-Server

Vollverstärker: Hegel H90

Vorstufen: Hochpegel: Abacus Preamp 14 Phonoverstärker: Pro-Ject Phonobox MM, Pro-Ject Phonobox DS+

Endstufen: Abacus Ampollo (Stereo), Audreal MS-3 (Röhren-Monos)

Lautsprecher: Audes 116, Harbeth 30.1, Nubert nuPro A-100, Quadral Rondo

Mobiles HiFi: iPod classic 5 160GB mit Pro-Ject Dock-Box S digital

Kabel: Lautsprecherkabel: Ortofon SPK 500, Real Cable OFC 400 NF-Kabel: Goldkabel Profi Digitalkabel: Oehlbach XXL Series 7 MKII, Oehlbach XXL Serie 80

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