Billboard
Auralic G2

Test-Fazit: Unison Research Triode 25

Inhaltsverzeichnis

  1. 3 Test-Fazit: Unison Research Triode 25

„Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust‟ – wobei es beim Unison Triode 25, wenn man die verschiedenen Kombinationen aus Betriebsart und Gegenkopplung zusammenzählt, genauer betrachtet ja sogar vier sind. Im Gegensatz zum deutschen Herrn Faust könnte man bei dem italienischen Röhrenverstärker beinahe von einer multiplen Persönlichkeit sprechen.

Unison Research Triode 25

Entsprechend schwer ist es, den Charakter dieses Röhrenverstärkers zu beschreiben. Denn je nach Konfiguration kann er durchaus das eine oder andere Röhrenklischee bedienen und mit einem vollen, farbstarken und üppigen Klangbild bezaubern oder sich auf der anderen Seite einer weitgehenden Neutralität und Akkuratesse befleißigen, die kaum geneigt ist, Vorurteile gegen Röhrenverstärker zu bedienen. Ich denke, dass fast jeder beim Triode 25 eine Einstellung finden wird, bei der er sagt „Verweile doch! du bist so schön!‟

Steckbrief Unison Research Triode 25:

  • Der Triode 25 ist ein variabler Verstärker, der je nach Betriebsart und Höhe der Gegenkopplung das klangliche Spektrum von „üppig‟ bis zu „neutral mit Charme‟ bedient.
  • Egal in welcher Betriebsart, der Triode 25 wirkt sehr agil. Selbst im 23 Watt „starken‟ Trioden-Modus klingt er unheimlich lebendig und kraftvoll.
  • Der Bass reicht von saftig-kräftig bis zu kontrolliert-halbtrocken. Zu bemerken ist, dass Röhrenverstärker prinzipiell keinen so hohen Dämpfungsfaktor besitzen und die Tieftöner der angeschlossenen Lautsprechern eher an der „langen Leine‟ führen. Insofern hängt die Bassperformance stark von den angeschlossenen Lautsprechern ab.
  • Die Mitten und insbesondere die Stimmwiedergabe sind eine Domäne vieler Röhrenverstärker. Der Triode 25 ist hier keine Ausnahme. Wobei er als Triode und mit geringer Gegenkopplung betrieben durchaus eine Neigung zum Schönfärben hat: Kleine Rauigkeiten glättet er, Klangfarben trägt er kräftig auf. Was sehr viel Spaß machen kann. Er kann aber auch anders, wobei Stimmen im Pentoden-Modus mit hoher Gegenkopplung ebenfalls ein Genuss sind. Hier zeigt der Triode 25 ein gutes Auflösungsvermögen und verhält sich tonal ziemlich neutral. Ein bisschen „Charme‟ bleibt ihm dabei immer zu eigen, ganz verleugnen kann er eben nicht, dass er ein Röhrenverstärker ist. Und das ist gut so.
  • Auch in den Höhen ist der Triode 25 in der Lage, eine ziemliche Bandbreite von Geschmäckern zu bedienen. Das reicht von leicht zurückhaltend und sehr luftig bis hin zu neutral mit einer kleinen Nuance Extra-Strahlkraft.
  • Rhythmisch und feindynamisch ist der Triode 25 ein Energiebündel. Dass er bei seinem Temperament vielleicht dem einen oder anderen Detail nicht ganz die gebührende Aufmerksamkeit verleiht, verzeiht man ihm gerne.
  • Natürlich gibt es Verstärker, die grobdynamische Herausforderungen – insbesondere dann, wenn es dabei zeitgleich im Tiefton richtig zur Sache geht – souveräner meistern, aber angesichts der überschaubaren Leistungsreserven des Unison schlägt er sich mehr als wacker.
  • Phänomenal ist die räumliche Darstellung des italienischen Beaus. Er neigt dazu, die Bühne in allen drei Dimensionen groß aufzubauen und sie nah beim Hörer beginnen zu lassen – dabei behält er aber die Proportionen der musikalischen Akteure im Blick, wodurch das Ganze nicht aufgeblasen wirkt. Auch hier macht sich die Betriebsart klanglich bemerkbar. Als Triode agiert der Unison eher luftig und sehr weiträumig, als Pentode fokussiert er die einzelnen Klangquellen schärfer und grenzt den Raum in der Breite etwas ein – wobei er immer noch ein großzügiges Panorama aufmacht.

Fakten:

  • Modell: Unison Triode 25
  • Konzept: Röhren-Vollverstärker mit umschaltbarer Betriebsart (Triode/Pentode) und umschaltbarer Gegenkopplung (1,8 dB/5 dB)
  • Preis: 2.900 Euro
  • Maße & Gewicht: 20 x 30 x 45 cm (HxBxT), 20 kg
  • Farbe: Gehäuse Schwarz, Front Kirsche mit schwarz abgesetzten Schaltern oder Schwarz mit in Kirschholz abgesetzten Schaltern
  • Eingänge: 4 x Line-Eingänge (Cinch)
  • Ausgänge: 1 x Lautsprecherterminal, 1 x Tape-Out, 1 x Subwoofer-Out
  • Ausgangsleistung:2 x 23 Watt (Triodenmodus) / 2 x 45 Watt (Pentodenmodus)
  • Leistungsaufnahme: circa 95 Watt im Leerlauf
  • Sonstiges: Fernbedienung, optionales USB-DAC-Modul (+300 Euro)
  • Garantie: 2 Jahre, 3 Jahre bei Registrierung des Geräts

Vertrieb:

TAD-Audiovertrieb GmbH
Rosenheimer Straße 33 | 83229 Aschau Im Chiemgau
Telefon: 08052 / 9573273
E-Mail: hifi@tad-audiovertrieb.de
Web: www.tad-audiovertrieb.de

Kommentar/Leserbrief zu diesem Bericht schreiben

Test: Unison Research Triode 25 | Vollverstärker

  1. 3 Test-Fazit: Unison Research Triode 25

Über den Autor

Equipment

Analoge Quellen: Laufwerk: stst Motus 2 Tonarm: stst Vertex Tonabnehmer: Zyx Yatra

Digitale Quellen: D/A-Wandler: Antelope Zodiac+, North Star Design Supremo CD-Player: North Star Design CD-Transport (Laufwerk)

Vorstufen: Hochpegel: EAR Yoshino 868 mit NOS-Röhren Phonoverstärker: Musical Fidelity MX-VYNL

Endstufen: Bryston 4B³

Lautsprecher: Valeur Audio Micropoint 4 SE, Genelec 8020

Kopfhörer: AKG K702, AudioQuest Nighthawk, Beyerdynamic T 51p, fabulous earphones Basic Dual Driver, Sennheiser HD8 DJ

Kopfhörerverstärker: Opera Consonance Cyber 20 mk2, SPL Phonitor mini

Kabel: Lautsprecherkabel: Cardas Clear Light NF-Kabel: Cardas Clear Light Digitalkabel: AudioQuest Coffee

Rack: Lovan Sovereign, Tiglon TMB-10E (Gerätebasis)

Zubehör: Stromfilter: Audioplan FineFilter S, Mehrfachsteckdose PowerStar S, Gerätefilter PowerPlant S, Netzleitungen PowerCord

Größe des Hörraumes: Grundfläche: 17 m² Höhe: 2,6 m

Billboard
Transrotor