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Testfazit: Tune Audio Marvel

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  1. 3 Testfazit: Tune Audio Marvel

Die Tune Audios Marvel sind keine Lautsprecher, die sich beim Händler vorlaut in die erste Reihe drängen, mit Hightech-Chassis um die Gunst der Käufer buhlen oder ihnen gar „horntypisch“ eine Föhnwelle verpassen – doch sobald sie im Hörraum stehen und von einer Handvoll guter Watt angetrieben werden, musizieren sie auf eine Weise und mit einer Intensität, die einen glatt Raum und Zeit vergessen lassen. Oder wie soll man es bitteschön nennen, wenn morgens um vier noch munter durch diverse Playlisten gestreamt wird, ohne dass einen die Müdigkeit in wohlverdienten Schlaf versinken lässt? Und obwohl sich die Marvel als Hornlautsprecher prinzipbedingt für gehobene Lautsstärken prädestinieren, verlieren sie bei sehr leisen Pegeln kein bisschen von ihrem Charme.

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Unkritisch fällt mit der Marvel auch die Wahl des Verstärkers aus. Ein kleine Röhre, ein Vollverstärker? Sehr gerne! Sie besitzen einen richtigen Boliden? Nur zu, versuchen sie es. Die Tune Audio ist da nicht allzu wählerisch.

Zum aufgerufenen Preis lassen sich natürlich auch anderswo gute Lautsprecher konstruieren, daher ist es nicht unwahrscheinlich, dass manch ein Wettbewerber in der einen oder anderen klanglichen Einzeldisziplin vorbeiziehen kann. Aber vor die Aufgabe gestellt, adhoc preisgleiche Schallwandler aufzuzählen, mit denen sich ähnlich komplett und zufriedenstellend, tonal richtig und dynamisch ergreifend Musik hören lässt wie mit den Tune Audio Marvel, müsste ich doch ziemlich lange überlegen.

Steckbrief Tune Audio Marvel:

  • Ausgesprochen homogen spielendes Zweiwegehorn – tonal gänzlich ohne Brüche im Übergangsbereich Mitten/Hochton.
  • Sehr unverfärbte Stimmwiedergabe, die nicht nur für Hornlautsprecher mustergültig erscheint. Klassisch ausgebildete Sängerinnen und Sänger laufen mit der Marvel zu großer Form auf – ebenso Singer/Songwriter und sogar manche Pop-Sternchen.
  • Klare, nicht zu kühle, neutrale Mitten mit unaufdringlichen, lebendigen Klangfarben. Keine Tendenz zu barocker Übertreibung.
  • Im Hochton eher smooth als crisp, mehr integriert als prononciert. Glasigkeit oder nervige Härten verkneifen sich die Marvel, wenn das Horn nicht direkt auf das Ohr des Hörers zielt. In Grenzen (+/- 2 dB) regelbarer Hochtonbereich.
  • Bässe mit selten gehörter Elastizität: schnell, federnd und schön trocken. Keine zusätzliche „Anfettung“ im Oberbass – dennoch ausreichender Tiefgang bei der Darstellung entsprechend tief spielender Instrumente wie Tuba oder Kontrabass. Mit synthetisch generierten tiefen Frequenzen geraten die Tiefmitteltöner der Marvel an ihre Grenzen.
  • Wie die meisten Hörner lieben auch die Tune Audio Marvel die dynamische Gangart. Impulse kommen schnell und mit dem nötigen Druck. Auf maximalen Schallpegel wurden sie aber nicht gezüchtet.
  • Die Raumabbildung in der Breite ist großzügig und reicht deutlich über die Schallwandler seitlich hinaus. Hinter den Lautsprechern ist der Raum nicht besonders tief. Dreidimensionalität und Griffigkeit der einzelnen Klänge sind aber mindestens auf Preisklassenniveau. Ausgesprochen realistische Höhenabbildung.
  • Weitgehend verstärkerunkritisch. Die Tune Audio kommen mit Röhren ebenso zurecht wie mit Transistoramps. Obwohl sie generell mit wenig Leistung auskommen, verweigern sie sich kräftigen Verstärkern nicht.
  • Die grundsätzlich sehr ordentliche Verarbeitung verrät hier und da den Manufakturcharakter.

Fakten:

  • Modell: Tune Audio Marvel
  • Konzept: passiver Zweiwege-Standlautsprecher mit Hochtonhorn und Backloaded-Basshorn
  • Preis: 13.500 Euro
  • Maße & Gewicht: 149 x 32 x 56 cm (HxBxT), 42 kg/Stück
  • Ausführungen: diverse Furniere oder Lackierungen in RAL-Farben; Option Hochglanz: + 1.500 Euro
  • Wirkungsgrad: 97 dB/W/m
  • Nennimpedanz: 8 Ohm
  • Garantie: 5 Jahre

Vertrieb:

Kircher Hi-Fi
Körblergasse 30 | A-8010 Graz
Telefon: +43(0)664 – 4499275
E-Mail: walter@walterkircher.com
Web: www.walterkircher.com

Test: Tune Audio Marvel | Standlautsprecher

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Über den Autor

Equipment

Analoge Quellen: Laufwerk: TW-Acustic Raven AC Tonarm: Analog Tools, Pyon Sound Iris SE Tonabnehmer: Dynavector XV-1S, Steinmusic Aventurin6, Lyra Titan i, Denon DL 103R Sonstiges: Plattentellermatten von Dereneville und Steinmusic

Digitale Quellen: D/A-Wandler: Abbingdon Music Research DP-777 CD-Player: Ensemble Dirondo (Laufwerk) Musikserver: Innuos Zenith Mk.II

Vollverstärker: Devialet D-Premier

Vorstufen: Hochpegel: Accustic Arts Tube Preamp II Mk.2 Phonoverstärker: Einstein The Turntables Choice

Endstufen: Dartzeel NHB-108 (Stereo), Tenor Audio 75 Wi (Monos)

Lautsprecher: Acapella La Campanella, Clockwork Event Horizon

Kabel: Lautsprecherkabel: Analog Tools Reference Serie NF-Kabel: Analog Tools Reference Serie Netzkabel: Steinmusic Highline Netzleiste: Nordost QRT QB4 und QB8 Sonstiges: Analog-Tools-Phonokabel (Reference Serie)

Zubehör: Stromfilter: Trenntrafos von Steinmusic und Moll-Audio, Furutech-Steckdose Sonstiges: AHP-Klangmodule, Steinmusic Harmonizer

Sonstiges: Racks von Copulare und Audio Lignum, Basen von Symposium Acoustics und Acapella

Größe des Hörraumes: Grundfläche: 23,4 m² Höhe: 2,64 m

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McIntosh MA7200 AC