Billboard
Dynaudio Special Forty

Technik Totem Element Ember: Alleinstellungsmerkmale & Standards

Inhaltsverzeichnis

  1. 2 Technik Totem Element Ember: Alleinstellungsmerkmale & Standards

Wenn schon die nicht-parallelen Wände kein Alleinstellungsmerkmal sind – der eingesetzte Tiefmitteltöner ist es auf jeden Fall. Es handelt sich um ein Chassis, das von Totem selbst entwickelt wurde sowie auch inhouse gefertigt wird und laut Hersteller zahlreiche Besonderheiten aufweist. So soll die Schwingspule im Wesentlichen durch das Magnetfeld des Antriebsmagneten in ihrer Ruheposition gehalten werden und nicht wie üblich durch die Rückstellkraft von Zentrierspinne und Sicke. Da die Membran ohne mechanische „Bremse“ aber sehr hohe Hübe ausführen können müsse, sei laut Totem ein komplett neues Design von Schwingspule und Magnetsystem erforderlich gewesen.

Totem Acoustic Element Ember

Da man bei allen Maßnahmen auch den Wirkungsgrad im Auge behalten habe, wurde die Schwingspule aus rechteckigem Draht gewickelt, was eine höhere Windungsdichte und somit einen besseren Wirkungsgrad zeitigt. Auch auf eine Frequenzweiche, die unnötig Energie verschlingt und den Tiefmitteltöner daran hindert, möglichst unmittelbar dem Signal zu folgen, ist bewusst verzichtet worden. Durch diverse konstruktive Maßnahmen habe man ein sauberes Roll-Off des Chassis erreicht. So werde etwa die Membran des Chassis – wenngleich grundsätzlich aus vergleichsweise banalem Polypropylen bestehend – in einem speziellen, aufwändigen Verfahren gefertigt. Ein Tiefpass, der den Arbeitsbereich des Chassis nach oben begrenze, sei damit überflüssig.

Die besondere Konstruktion des Tiefmitteltöners bezeichnet Totem als „Torrent Technologie“. Der Vollständigkeit halber sei angemerkt, dass in der Element Ember ein etwas einfacheres 15-Zentimeter-Chassis zum Einsatz kommt, bei dem ein etwas weniger teures Magnetsystem Verwendung findet. Die größeren Modelle kommen mit 18-Zentimeter-Treibern daher, die dann die volle Packung der Torrent-Innovationen abbekommen haben. Für die Wandlautsprecher der Tribe-Serie, die sich, etwa im Rahmen von Surround-Settings, gut mit den Lautsprechern der Element-Serie kombinieren lassen sollen, fertigt Totem darüber hinaus noch ein kompakteres, zehn Zentimeter durchmessendes Torrent-Chassis.

Totem Acoustic Element Ember

Aber die Torrent-Technologie ist bei weitem noch nicht die einzige Besonderheit der Ember. Weiter geht es mit dem Gehäuse: Die komplexe Form ohne parallele Wände habe ich bereits eingangs erwähnt. Das Gehäuse selber soll aus vergleichsweise leichten Materialien mit unterschiedlicher Dichte bestehen, was eine ausgeprägte Materialresonanz verhindern helfe. Aufgrund dieser Maßnahmen verzichtet man bei Totem darauf, die Gehäusewände durch das Aufkleben entsprechender Materialien zu dämmen oder die Schallausbreitung im Inneren durch Füllmaterial zu dämpfen. Stattdessen seien die Gehäuse mit einem mit 80 % Titan angereicherten Borosilicat beschichtet, welches von der NASA für das Hitzeschild des Space-Shuttles entwickelt worden sei und über eine unübertroffene Effizienz bei der Zerstreuung von Mikroenergie verfüge.

Alles in allem scheint man den Torrent-Chassis bei Totem einiges zuzutrauen, wenn man so viel Aufwand investiert, es möglichst ungebremst musizieren zu lassen.

Totem Acoustic Element Ember

Der Rest der Element Ember ist dagegen beinahe konventionell. Die 19-Millimeter-Gewebekalotte wird über einen Hochpass angekoppelt. Ihre filigrane Schwingspule würde es nicht überleben, wenn sie ungeschützt den Strömen ausgesetzt wäre, die tiefe Frequenzen mit sich bringen. Ganz davon zu schweigen, dass sie bei dem Versuch, tiefe Frequenzen wiederzugeben, auch mechanisch überfordert wäre. Die Übergangsfrequenz zwischen Tiefmittel- und Hochtöner gibt Totem mit 4.250 Hertz an.

Auf der Rückseite der Ember befinden sich die Bassreflexöffnung sowie das Anschlussterminal. Dass Bassreflexrohr ist aus Alu gefertigt, was als ungewöhnlich gelten darf – findet man doch auch bei noch deutlich teureren Lautsprechern meist Plastikrohre, die ihre Funktion aber genauso erfüllen. Die Anschlussklemmen sind auf einem recht großzügigen Anschlussfeld aus Aluminium montiert. Es handelt sich pro Box um vier WBT-Klemmen der Platin Serie – man hat sich also durchaus etwas gegönnt. Die vier Klemmen ermöglichen eine Bi-Wiring-Verdrahtung oder sogar einen Bi-Amping-Betrieb.

Totem Acoustic Element Ember

Unverständlich ist mir aber, warum man die Plus- und Minus-Klemmen so dicht nebeneinander montieren musste – Platz gäbe es auf der üppig dimensionierten Alu-Platte des Anschlussfeldes zu Genüge. Auch die mitgelieferten Drahtstücke, die bei meinen Testexemplaren die Anschlussklemmen brückten, kann ich nur voll Unverständnis betrachten. Sie sehen aus wie umfunktionierte Büroklammern und lassen es dringend geraten erscheinen, sie gegen vernünftige Kabelbrücken auszutauschen, wenn man die Lautsprecher per Single-Wiring betreiben will.

Die schmucken Gehäuse gibt es neben dem hochglänzenden, schwarzen Polyesterlack meiner Testexemplare auch in einer hochglänzend weißen Ausführung. Magnetisch haftende Frontabdeckungen gehören zum Lieferumfang. Die Frontabdeckungen habe ich aber nur probehalber aufgesetzt – mir gefallen die Ember nämlich ohne viel besser. Der massive, edel polierte Korb des Tiefmitteltöners mit dem gefrästen Totem-Logo sieht einfach imposant aus, ohne protzig zu wirken.

Totem Acoustic Element Ember

Überhaupt gefällt mir das Aussehen der Lautsprecher gut – aber das ist ja Geschmacksache. Sie sehen insgesamt eher schlicht aus, man könnte auch sagen nüchtern. Wer eher auf Bauhaus steht, kommt mit den strengen Linien und der glatten Materialästhetik der Ember sicher prima zurecht. Wer es eher mit dem Biedermeier hat, vermisst wohl edle Holzfurniere, geschwungene Formen und nette Applikationen. Wobei ich zugeben muss, dass ich die Ember aus rein optischen Gründen auf andere Ständer stellen würde als auf die schlanken Exemplare von Lovan, auf denen sie bei mir Platz nehmen dürfen. Auf den schlanken Säulen stehend – wie auf der nächsten Seite zu sehen – sehen sie irgendwie amputiert aus …

Test: Totem Acoustic Element Ember | Kompaktlautsprecher

  1. 2 Technik Totem Element Ember: Alleinstellungsmerkmale & Standards
Billboard
Nordost