News

Logo

Demnächst im Test:

Neat Momentum J6 Galion Audio Navy + Discovery Brinkmann Nyquist ONE Quad 3 + 3CDT Galion Audio Navy + Discovery Brinkmann Nyquist ONE Quad 3 + 3CDT Neat Momentum J6

Billboard

Testfazit: Tom Evans Linear A

Das hier ist ja fast schon ein klassischer Geheimtipp: Tom Evans kennt nicht jeder – und die, die die Marke auf dem Schirm haben, denken wohl eher an Phonovorstufen. Doch die Linear A ist eine Röhren-Endstufe. Eine, die schon über zwanzig Jahre „still und heimlich“ im Programm ist und kontinuierlich weiter gepflegt wird. Audiophile mit hohen Designansprüchen werden trotzdem wohl an ihr vorbeiziehen – und Besitzer von Lautsprechern, deren Kennschalldruck knapp über 80 dB lugt und die impedanzseitig Berg und Tal fahren, werden nicht zur engeren Zielgruppe zählen. Dito jene, die sagen: „Wenn Röhre, dann muss es auch schön warm klingen.“

Die Röhrenendstufe Tom Evans Linear A, von der linken Seite
Transparent, dynamisch, plastisch und neutral: Die Röhrenendstufe Tom Evans Linear A erfüllt keine Klangklischees, und genau das macht sie so besonders

Nein, wer Klangklischees sucht, wird hier nicht fündig, und deshalb ist die Tom Evans Linear A wahrscheinlich eher etwas für den High-Ender, der schon eine gewisse Reise hinter sich hat. Der Röhren schätzt ob ihrer flüssig-transparenten und feindynamisch-flotten Gangart, nicht weil sie so sonor aufspielen. Der Neutralität nicht mit Nüchternheit verwechselt, sondern als Basis ehrlicher Klangfarbenreproduktion in Ehren hält. Der die bisweilen skulpturalen Klangbilder mancher Single-Ended-Triode faszinierend findet, auf die Dauer aber auch ein wenig too much – und der vor allem nicht mit den Begrenzungen solcher Konzepte an den Frequenzgangenden leben möchte.

Vier von acht EL84-Röhren in der Tom Evans Linear A
Vier von acht EL84-Röhren in der Tom Evans Linear A

Wenn Sie sich hier wiederfinden: Es gibt da eine Lösung, und die kommt aus Wales. Und auch wenn es kein Spielgeld ist, was für die Tom Evans Linear A aufgerufen wird: Angesichts dieser seltenen Kombination klanglicher Tugenden und des Blicks aufs Konkurrenzumfeld scheint mir der Preis sehr realistisch zu sein. Mit dieser Röhre könnte ich leben.

Steckbrief Tom Evans Linear A:

  • Insgesamt tonal linear und erstaunlich breitbandig – im Hochton komplett da, im Bassbereich wird‘s in den tiefsten Tiefen natürlich schwächer. Angesichts des Konzepts und der Leistungsausbeute erstaunt aber auch der absolute Tiefgang.
  • Federnder, schneller und agiler Bass, der sehr unmittelbar wirkt. Klasse statt Masse. Das ist auch deshalb so toll, weil es für ein synchrones Timing quer übers Frequenzband hinweg sorgt.
  • Mitten und Höhen bieten eine sehr gute Auflösung.
  • Frappierende Grobdynamik angesichts des Konzepts – doch in der Preisklasse lässt sich natürlich noch mehr Slam und Schlagkraft erleben.
  • Fantastische Feindynamik – hier spielt dann wohl tatsächlich „Röhrenmagie“ mit hinein. Jedenfalls wirkt das Klangbild hochlebendig und authentisch, noch kleinste Schattierungen und Abstufungen werden ganz natürlich nachgezeichnet. Das macht insbesondere die Stimmwiedergabe und gut eingefangene akustische Instrumente zur (Live-)Show.
  • Realistische Raumdarstellung, weder kompakt noch ausnehmend weitläufig, in Breite wie Tiefe. Die Bühne beginnt gerne etwas vor der Stereobasis.
  • Die Abbildung einzelner Klange gerät ein wenig üppiger – und nimmt leichte Anleihen beim „Single-Ended-Triode-Charme“, sprich „Bloom“ und „Aura“ um Stimmen und Instrumente sind da, aber wohldosiert, nicht übertrieben. Es wirkt plastisch und organisch-natürlich. Schönheit ohne Schwulst.
  • Tom Evans gibt an, dass die Lautsprecher eine Minimalimpedanz von 4,8 Ohm nicht unterschreiten sollten – so streng würde ich das nicht sehen, im Test lief die Linear A an einem 4-Ohm-Lautsprecher hervorragend. Ein guter Wirkungsgrad kann freilich nicht schaden.
  • Die Verarbeitung ist solide, die Optik aber wohl eher als „britisch-schrullig“ zu bezeichnen. Eigenwillig, aber nicht unsympathisch.

Fakten:

  • Konzept: Stereo-Röhren-Endverstärker
  • Preis: 10.700 Euro
  • Maße und Gewicht: 48 x 32,5 x 26,5 cm (BxTxH), circa 22 kg
  • Farben: Schwarz
  • Eingänge: 1 x RCA
  • Ausgänge: 1 x Stereo-Lautsprecherterminal
  • Leistung: 2 x 25 Watt an 8 Ohm
  • Sonstiges: Einstellbare Gegenkopplung 0-3 dB
  • Garantie: 5 Jahre
  • Weitere Informationen auf der Website des Vertriebs

Vertrieb:

HiFi-Studio Wittmann
Brucknerstraße 17 | 70195 Stuttgart
Telefon: +49(0)711 – 69 67 74
E-Mail: kontakt@wittmann-hifi.de
Web: https://www.wittmann-hifi.de/

Billboard


PREMIUM-HÄNDLER, die Tom Evans führen

Keine Ergebnisse

Zur Fairaudio-Händlersuche

Leserbrief

    Hier gelangen Sie zu unserer Datenschutzerklärung.

    Über die Autorin / den Autor

    Profilbild von Ralph Werner Ralph Werner

    Equipment

    • Analoge Quellen:
      • Festplatte: SME Model 15
      • Tonarm: SME 309
      • Tonabnehmer: MC: Denon DL-103R, Dynavector DV-20X2 H, Transrotor Figaro; MM: Shelter 201
      • Sonstiges: Flux-HiFi (Nadelreiniger), Stack Audio Serene Mat & Stabiliser, VPI HW-16.5 (Plattenwaschmaschine)
    • Digitale Quellen:
      • D/A-Wandler: Rockna Wavelight+
      • Musikserver: Antipodes K22 G4
      • Computer/Mediaplayer: Software: MinimServer/MPD mit JPLAY-App, Squeeze-Server/Player mit Material/iPENG, Roon
      • Sonstiges: Network Acoustics Eno2 (Ethernet-Filter), Pink Faun LAN Isolator, Silent Angel Bonn N8 (Switch)
    • Vorstufen:
      • Hochpegel: Electrocompaniet EC 4.8 MKII
      • Phonoverstärker: BMC Audio MCCI Signature ULN
    • Endstufen:
      • Electrocompaniet AW 800 M
    • Lautsprecher:
      • Acapella High BassoNobile MK2
    • Kopfhörer:
      • Audeze LCD-2, Beyerdynamic DT-990, Sennheiser HD 800 S, Sony MDR-1000X, Teufel Supreme In
    • All-In-One:
      • Ruark Audio R4
    • Kabel:
      • Lautsprecherkabel: Dyrholm Audio Phoenix, fis Audio Studioline
      • NF-Kabel: Dyrholm Audio Phoenix XLR & Cinch, Boaacoustic Blueberry Signal.xlr, fis Audio Livetime (Cinch), Vovox und andere
      • Digitalkabel: Audioquest Cinnamon (Toslink), Audioquest Vodka 48 (HDMI/I2S), Boaacoustic Silver Digital Xeno (USB), fis Audio Magic (LAN-Kabel), Wireworld Series 7 Starlight Gold (S/PDIF koaxial)
      • Netzkabel: fis Audio Blackmagic, fis Audio Studioline
      • Netzleiste: fis Audio Blackmagic
    • Rack:
      • Creaktiv Trend 3 (Rack) auf bFly Audio b.DISC (Spikeaufnahmen) stehend, Stack Audio Auva EQ (Geräte-Entkopplungsfüße)
    • Zubehör:
      • Audes ST-3000 Power Conditioner (Trenntrafo)
    • Größe des Hörraumes:
      • Grundfläche: 40 m²
      • Höhe: 2,45 m