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Klang Raumfeld Cube (Seite 2)

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  1. 3 Klang Raumfeld Cube (Seite 2)

Teufel Raumfeld Cube

In der Freifeldaufstellung konfrontierte ich die Würfel gleich mal mit etwas rauerer Kost: „Nothing left to lose“ von der amerikanischen Band Wipers. Auch diese Band war vornehmlich in den 1980er-Jahren als Trio unterwegs und spielte einen düster-energischen Punkrock. Ein weiteres Mal war ich recht angetan von der Performance der kleinen Würfel. Der eher drahtig als bauchig produzierte Bass-Sound wurde von den Cubes mit einem Wipersgehörigen Maß an Spielfreude wiedergegeben, die mit viel Pull-Off-Verzierungen gespielten Gitarrenläufe perlten ebenfalls mit Schmackes in den Raum. Bei Zimmerlautstärke und auch noch etwas darüber klangen die Cubes tonal recht erwachsen und konnten auch im Tieftonbereich überzeugen. Etwas anders wurde es – und hier muss man eigentlich das Wort „naturgemäß“ anfügen –, wenn es in lautere Gefilde ging. Bei höher und höher gedrehtem Lautstärkepegel gingen die Raumfeld Cubes peu à peu in eine Kompression, die sich glücklicherweise nicht allzu böse zeigte – im Sinne von Kratzen oder Zerren (siehe Verzerrung) –, sondern eher in einer sukzessive sich verringernden Auflösung beziehungsweise Differenzierung des Gebotenen. Klar, die Physik ist nun mal nicht zu überlisten.

Koax-Chassis der Teufel Cube im Detail
Der Koax-Treiber der Raumfeld-Box im Visier

Bei – im Sinne betonter Frequenzgangenden – etwas weniger herausfordernder Musik konnten die Cubes mich allerdings auch im Wohnzimmer überzeugen: Dimitri Shostakovich hat in seinem Klavierkonzert Nr. 2 in F-Dur einen der schönsten und Shostakovichbewegendsten mir bekannten Klaviereinsätze komponiert: Im zweiten Satz, Andante, beginnt das Klavier nach einem sehr traurigen, moll-lastigen Vorspiel mit einem einzigen Ton, der gemeinsam mit dem Orchester zum ersten Mal ein richtiges Dur erstrahlen lässt. Das absolute Gänsehaut-Ding! Ich war verblüfft, wie reif und sauber die Cubes die Illusion des Orchesters im Raum aufzogen. Offenbar ist hier durch die koaxial angeordneten Treiber nicht nur die vielzitierte Annäherung an eine Punktschallquelle gelungen, auch in Sachen Laufzeitoptimierung hat man bei Raumfeld offenbar ins Schwarze getroffen. Macht Spaß.

Klar ist natürlich auch, dass die Cubes dann im nächsten Satz „Allegro“ des Konzerts ein wenig an ihre Limits kamen, vor allem wenn man zuvor durch den elegischen zweiten Satz zum Hochdrehen der Lautstärke motiviert wurde. Im dritten Satz geht ziemlich die Post ab. Volles Orchester, scharfes Blech-Stakkato, viel Schlagwerk – nun, da ist mit „zwanzig Zentimetern hoch drei“ dann irgendwann mal Schluss mit Volumen und Vehemenz. Da wurde es dann tonal schon ziemlich „mittig“ und auch Fein- und Grobdynamik sackten in sich zusammen. Andererseits – Sie würden ja auch nicht mit einem Kleinwagen die Rallye Paris-Dakar antreten.

Teufel Raumfeld Cube
Ein Metallgitter schützt die Kalotte vor neugierigen Fingern

Aufgefallen ist mir übrigens, dass die Cubes so gut wie frei von Grundrauschen sind, man muss schon wirklich das Ohr an die Schutzbespannung pressen. Ich finde das sehr löblich, weil leider viele – und durchaus nicht nur preisgünstige – Aktivsysteme unter einem solchen Grundrauschen leiden. Weiterhin fällt auf, dass die Cubes von digital zugespieltem Material – gegenüber dem analogen Hochpegeleingang – profitieren. Und dass man bei hochauflösenden Daten im Zweifelsfall mit der kabelgebundenen Verbindung besser fährt als über WLAN, was allerdings auch wenig überraschen dürfte. Der analoge Hochpegeleingang klingt durchaus nicht übel, ich fand ihn aber einen Zacken zahmer und in Sachen Auflösung/Detailvielfalt etwas weniger ausdifferenziert im Vergleich zum digitalen „Direktversand“ des Musikstücks per Netzwerkkabel an den Cube. Trotzdem finde ich es sehr gut, dass man den Cubes diesen Analogeingang verpasst hat, denn das macht sie nochmal flexibler. Apropos flexibel – dieses Wort spielt gleich noch eine wichtige Rolle – im Fazit …

Test: Teufel Raumfeld Cube |

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