Billboard
Innuos

Test-Fazit: Teufel Definion 3

Inhaltsverzeichnis

  1. 4 Test-Fazit: Teufel Definion 3

Hatte die Teufel Definion 5 bereits die Ambitionen des Herstellers angedeutet, in die Oberliga der Lautsprecheranbieter vorstoßen zu wollen, macht die Definion 3 nochmals klar: Die Berliner meinen das ernst! Die „Definion“ ist beileibe nicht nur ein Leuchtturm-Projekt à la: „Seht her, wir können das auch!“ Ich wage die Prophezeiung: Spätestens dann, wenn Teufel Ende 2015 Teufel Definion 3eine ganze Produktlinie daraus geformt hat, werden sich die Berliner in der bisher für sie ungewohnten Leistungsklasse etablieren.

Denn gerade die „Definion 3“ ist nicht nur ein weiterer Lautsprecher, der in einem eh schon dicht besiedelten Feld um seine Kunden buhlt. Schon durch ihr ausgefuchst konstruiertes Mittelhochtonchassis, das dem Ideal einer Punktschallquelle sehr nahe kommt, bietet sie ein Alleinstellungsmerkmal, um sich als wirkliche Alternative unter 2.000 Euro Paarpreis zu empfehlen. Die insgesamt sehr ausgewogene Abstimmung, mit der die schlanke Säule ausnehmend druckvoll, agil und basskräftig – trotz der beachtlichen Membranfläche aber nie aufdringlich – antritt, macht bei jedem Musikstil, insbesondere aber bei kernigem Blues und Rock, eine Menge Freude.

Grundsätzlich ist die Teufel Definion 3 eine sehr temperamentvolle Box, die mit dem passenden Verstärker bei aller Abbildungspräzision mitreißend und leidenschaftlich aufspielt. Obwohl sie mit ordentlichem Wirkungsgrad und gutmütigem Impedanzverlauf grundsätzlich keinen Amp vor Probleme stellt, zeigt sie erst an kräftigeren Exemplaren von höherer Güte ihr wahres Potenzial. Keine Angst vor ihrer Größe: Selbst Räume knapp unterhalb 20 Quadratmetern „trampelt“ sie akustisch nicht nieder, dank „Downfire“-Bassreflexrohr (es atmet nach unten, nicht nach hinten oder vorne) ist die „Definion 3“ zudem recht aufstellungsunkritisch. Ein technisch ausgefeiltes und klanglich überzeugendes Statement, zudem preislich attraktiv und mit sehr großzügigem Garantie- und Service-Versprechen ausgestattet. Das sind Argumente, die nicht nur Teufel-Aufsteiger locken dürften.

Teufels Definion 3 …

  • spielt im Frequenzkeller druckvoll, sauber und erdig. Im Vergleich zum preisklassenbezogenen Wettbewerb gehört sie in Sachen Tieftonperformance sicher zur kräftigeren Sorte. Da der Bass aber ausnehmend strukturiert dargeboten wird, empfindet man diese Kraft nicht als „zu viel“. Sogar mitunter kaum wahrnehmbare Subfrequenzen – die man eher fühlt als hört – gibt sie wieder. Die Basskontrolle und Präzision nimmt mit der Qualität des angeschlossenen Verstärkers noch zu.
  • zeigt im Mittel- und Hochtonbereich die konstruktive Finesse des patentierten „SCA“-Koaxialchassis. Die Abbildung von Gesang- und Sprecherstimmen ist gerade in Sachen Natürlichkeit, Durchhörbarkeit und Plastizität preisklassenbezogen frappierend gut. Darüber hinaus profitiert – was zu erwarten war – das Zeitverhalten vom Konzept des Hightech-Chassis. Verschleppungen im Timing oder ein Versatz im Übergang zu den oberen Lagen sind akustisch nicht feststellbar.
  • präsentiert einen Hochtonbereich, der alle relevanten Informationen – auch über die räumliche Beschaffenheit der Aufnahmesituation – bis ins Detail darstellen kann, ohne sie gläsern oder spitz überzubetonen. Allerdings benötigt Teufels Koaxialchassis eine gewisse Einspielphase, bis es diese souveräne Performance zeigen kann.
  • stellt Räume in Tiefe und Breite großzügig und luftig dar, was dem Klangbild zu einer gewissen Beschwingtheit und Leichtigkeit verhilft. Die Ortbarkeit von Einzelereignissen auf der virtuellen Bühne ist sehr gut, Relationen – etwa zwischen den Musikern – jederzeit nachvollziehbar. Das Geschehen spielt sich stets etwas weiter vor der Anlage ab, es geht mit den Definion 3 also involvierend nach vorne.
  • spielt über das gesamte Frequenzspektrum sehr homogen und flüssig, trotz des sehr kraftvollen Bassbereiches wirkt die Wiedergabe insgesamt ausgewogen.
  • vermag auch komplexe Melodiestrukturen gut aufzulösen und bietet einen guten Einblick „in“ die Aufnahme. Ihr Auflösungsvermögen und ihre Akkuratesse bringt sie an die Spitze ihrer Preisklasse.
  • ist auch dank des „Downfire“-Bassreflexprinzips recht aufstellungsunkritisch und spielt bereits in vergleichsweise kleinen Räumen, ohne diese mit ihrem dynamischen Charakter zu „erdrücken“.
  • bereitet mit ihrem dynamischen Talent, ihrem Temperament und ihrem sehr guten Zeitverhalten vor allem bei rhythmusbetonter Musik viel Freude.

Fakten:

  • Modell: Teufel Definion 3
  • Konzept: passiver Drei-Wege-Standlautsprecher mit koaxialem Mittel-/Hochtontreiber, Bassreflex
  • Preis zum Testzeitpunkt: 1.800 Euro
  • Maße & Gewicht: 200 x 1180 x 386 mm (BxHxT), 24 kg/Stück
  • Farben (Front/Korpus): Anthrazit, Weiß/Schwarz
  • Garantie: 12 Jahre
  • Sonstiges: keine Frontabdeckung

Hersteller & Vertrieb:

Lautsprecher Teufel GmbH
Bülowstraße 66 | 10783 Berlin
Telefon: 030 – 300 9 300
eMail: info@teufel.de
Web: www.teufel.de

Kommentar/Leserbrief zu diesem Bericht schreiben

Test: Teufel Definion 3 | Standlautsprecher

  1. 4 Test-Fazit: Teufel Definion 3

Über den Autor

Equipment

Analoge Quellen: Laufwerk: Transrotor Insigne Tonarm: Rega RB 300 Tonabnehmer: Shelter 201 (MM) Sonstiges: Tuner Sansui T-80

Digitale Quellen: CD-Player: Lua Appassionato, Yamaha CD-S 1000 Streamer: Pioneer N-50, Marantz NA 8005

Vorstufen: Phonoverstärker: Lehmann Audio Black Cube Statement

Lautsprecher: Magnat Quantum 905, Klipsch RF-82 II

Kabel: Sonstiges: LS- und NF-Kabel durchgängig in-akustik, alternativ Eagle Cable, WireWorld

Billboard
Saxx clubSound