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Klang Teufel Definion 3 (Teil 1)

Inhaltsverzeichnis

  1. 2 Klang Teufel Definion 3 (Teil 1)

Interpol (Album: El Pintor)Aber wir wollen hier letztlich ja auch keine Widerstände und Kondensatoren zählen, sondern Musik hören! Dafür hat Teufel seine „Definion 3“ schließlich gebaut und darauf hatte mein Testmuster auch ganz offensichtlich genau so viel „Bock“ wie ich. Denn wir beide haben uns schon ab den ersten Takten von „All the Rage back home“ der US-Punkrocker Interpol (Album: El Pintor) hervorragend verstanden. Was möglicherweise auch daran lag, dass sich mein Vollverstärker Magnat RV-3 mit seiner schieren Kraft und seinem dynamischen Talent quasi als Traumpartner für die Teufel Definion 3 empfahl.

Teufel Definion 3

So schraubt sich bereits das stark verdichtete und durch Verzerrung verfremdete Intro des Titels mit frappierender Unmittelbarkeit in den Gehörgang. Es fällt sofort auf, wie weit die Definion 3 das musikalische Geschehen vor sich in den Raum stellt und sich selbst dahinter zurückzieht. Über das ansatzlos einsetzende und mit gehörigem Druck und knackigem Punch gemasterte Schlagzeug erschrickt man fast, so „attackig“ platzt es in die Darstellung. Die mitunter recht komplex ineinandergeschachtelten und in gefühlt mehreren Schichten übereinanderliegenden Melodiestrukturen der Psychedelic- und Post-Punkrock-Band aus New York City breitet die große Teufel wohlgeordnet und bis in Details transparent durchhörbar vor dem Auditorium aus; insbesondere etwa bei „Anywhere“ oder dem melancholisch-sphärischen „Same Town, New Story“ keine leichte Aufgabe. Die dicht verwobenen, oft angezerrten und mit Hall- wie Effektgeräten bearbeiteten Kompositionen können auch aufgrund ihres – leider typischen – Kompressionsgrades akustisch sehr anstrengend werden. Nämlich dann, wenn eine HiFi-Kette – und damit natürlich auch die angetriebenen Schallwandler – kein so feinfühliges Auflösungsvermögen besitzen. Dann kommt oft nerviger Klangmatsch an die Ohren. Erstaunlich, wie gut die Berlinerinnen das hinbekommen. Und zwar relativ unabhängig vom Lautstärkepegel.

Teufel Definion 3

Dazu punkten sie mit einer bis in den Frequenzkeller sauber strukturierten und erdig-massiven Basswiedergabe, gut repräsentiert etwa durch den druckvollen „Breitwand-Sound“ der australischen Bluesrocker VDELLI. Etwa im treibenden „Change the View“ (Album: Never going back) pumpt sich der Beat aus E-Bass und Schlagzeug mit rasantem Puls in den Hörraum und VDELLImassiert gleichsam Trommelfelle wie Fußsohlen. Wobei die Basskontrolle mit der Güte des antreibenden Verstärkers hörbar ansteigt. So hatte ein zum Vergleich mitlaufender Musical Fidelity m3i (um 1.300 Euro) die drei Basstreiber der Definion 3 nicht annähernd so stramm unter Kontrolle wie mein Magnat RV-3. Der Kraftprotz aus Pulheim hielt die Berlinerinnen in jeder Situation – nicht nur im Bass – an der kurzen Leine und sorgte so vor allem für impulskräftige und trocken-erdige „Tiefdruckgebiete“, die niemals aufschwammen, dröhnten oder mit strukturellen Unsauberkeiten nervten. Im Gegenteil: Die Amp-Lautsprecherkombo machte sogar Subfrequenzen hörbar, die man im Allgemeinen eher spürt als hört.

Die beiden Bassreflexöffnungen der Teufel Definion 3 strahlen nach unten, zur Bodenplatte ab
Die beiden Bassreflexöffnungen der Teufel Definion 3 strahlen nach unten, zur Bodenplatte ab

Teufel Definion 3Die Mischung aus Nachdruck, Tiefgang und Sauberkeit der Basswiedergabe der Teufel Definion 3 ist auch in dieser bereits recht anspruchsvollen Klasse nicht unbedingt selbstverständlich. Bass ist auch nicht gleich Bass: So reicht meine „Lieblings-Maggie“ Magnat Quantum 905 – zum Zeitpunkt ihrer Markteinführung gute 2.000 Euro „teuer“ – zwar auch tief hinab und präsentiert das untere Frequenzende trocken und mit guter Struktur. Die Teufel kann hier aber in der Tat mehr. Und zwar nicht grundsätzlich „mehr Bass“ im Sinne von „das könnte auch zu viel sein“, sondern einfach noch mehr substanzielle Massivität, ihr Fundament steht noch unverrückbarer und bietet dabei noch feinere Nuancen. In dieser Disziplin erinnert sie stark an Nuberts nuLine 284, die ich vor einiger Zeit testete. Auch die Schwäbin generierte einen Tiefgang, bei dem ich mitunter einen unterstützenden Subwoofer vermutete, blieb dabei indes ebenso knochentrocken und strukturiert. Im Übrigen ist Teufel die tonale Balance der drei Frequenzbänder Tief-, Mittel- und Hochton sehr gut gelungen.

Obwohl die Definion 3 ohne Frage als basskräftiger – aber eben keinesfalls zu dick auftragender – Lautsprecher durchgeht, gelingt der Übergang in die darüberliegenden Bereiche bruchlos und flüssig, die tiefen Lagen sind keineswegs überbetont. Zu „Random Access Memories“ von Daft PunkÜberlappungseffekten kommt es nicht. Es ist eher so, dass mir gerade bei überwiegend „künstlich“ erzeugter Musik, beispielsweise bei „Random Access Memories“ von Daft Punk, auffiel, dass eben auch rechnergenerierte Effekte und Details mit frappierender Präzision aus der Gemengelage herausgelöst und dargestellt werden. Ein tiefer Einblick in die Aufnahme ist so jederzeit gewährleistet.

Test: Teufel Definion 3 | Standlautsprecher

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