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Inhaltsverzeichnis

  1. 1 Solider Luftikus
  2. 2 Teufel Airy: Klangeindruck
  3. 3 Testfazit: Teufel Airy

Dieser Kopfhörer von Teufel ist mir allein schon deshalb sympathisch, weil er „Airy“ heißt (Web: www.teufel.de, Preis: 150 Euro). Nicht etwa XY0815 BT oder wie andere Hersteller ihre Kopfhörer auch immer nennen mögen – die Buchstaben-Zahlen-Kombination ist dabei beliebig und „BT“ steht für Bluetooth. Die kabellose Art der Musikübertragung erfreut sich gerade unterwegs zunehmender Beliebtheit. Da passt „Airy“ – luftig – doch in doppelter Hinsicht: Die Musik wird durch die Luft übertragen und meist hört man über solch einen Kopfhörer, wenn man an der frischen Luft ist.

Teufel Airy - Komplettansicht

Manche denken jetzt sicher „Frische Luft in der Stadt?“, andere „Teufel Airy, ist doch ein alter Hut.“ Über die Luftqualität in Städten mag ich nicht spekulieren. Der Sache mit dem „alten Hut“ kann ich allerdings ein klares Jein entgegen halten. Ja, einen Kopfhörer namens Airy hat Teufel schon 2015 auf den Markt gebracht. Nein, das hier zum Test vorliegende Modell ist nicht das alte, sondern eine neue, überarbeitete Version, die Teufel Ende 2018 vorgestellt hat.

Optisches

Wobei: So viel hat sich auf den ersten Blick gar nicht geändert. Das Design ist etwas glatter geworden, die Kontraste sind dezenter. Hatte die weiße 2015er-Version des Airy noch schwarze Ohrpolster, hat das 2018er-Modell jetzt graue – der gleiche Farbton wie bei der weichen Silikonbeschichtung, die innen am Kopfbügel für Halt und Bequemlichkeit sorgt. Beim neuen schwarzen Teufel Airy ist dieses Silikonpolster dagegen ebenfalls schwarz, früher war es kontraststark in Weiß gehalten.

Teufel Airy kommt mit drei Farbringen

Da der aktuelle Airy also insgesamt etwas dezenter wirkt, hat Teufel ihm gleich drei Paar farbige Gummiringe mitgegeben, mit denen er sich aufpeppen lässt. Sie lassen sich gegen die schwarzen oder weißen Ringe austauschen, die serienmäßig zwischen Ohrpolster und Gehäuse sitzen.

Praktisches

Kommen wir zu den wesentlichen Änderungen. Neu ist, dass der Teufel Airy Knickgelenke im Bügel hat und sich zum einfacheren Transport falten lässt. Das ist praktisch, denn gerade Bluetooth-On-Ears wie den Teufel Airy nutzt man gerne auf dem Weg zu Schule, Uni oder Arbeit. Am Ziel angekommen, macht es sich dann meist nicht so gut, den Kopfhörer auf den Ohren sitzen oder um den Hals hängen zu lassen.

Der Teufel Airy lässt sich falten

Das neue Design hat allerdings eine Änderung der Bedienelemente zur Folge. Diente beim alten Airy das runde, aufgesetzte Teufel-Logo auf der rechten Seite als Lautstärke-Drehregler, so ist das Logo beim neuen Airy nur noch dezent eingraviert. Den originellen Drehregler hat Teufel aber beibehalten, nur ist der jetzt in das Bügelende gewandert. Vorne und hinten guckt das Rad aus dem Bügel heraus. Damit man es findet, ist es in auffälligem Rot gehalten.

Der Lautstärke-Drehregler ist in Rot gehalten

Der Lautstärke-Drehregler des Teufel Airy ist in Rot gehalten

Geblieben ist, dass die unteren Ecken des Bügels als Skip-Tasten für den Titelsprung dienen und das der Bereich oberhalb des Teufel-Logos als Multifunktionstaste – Koppeln, Start/Stop, Anruf annehmen und beenden, Sprachassistent aktivieren – ausgelegt ist. Was mir nicht so gut gefällt, ist, dass Teufel die USB-Buchse zum Laden jetzt hinten rechts an die Seite des Bügels verlegt hat, etwas oberhalb des Lautstärkereglers. Als er noch wie der Anschluss für das Verbindungskabel nach unten zeigte, fand ich ihn unauffälliger.

Auch an der Elektronik hat Teufel etwas geändert. Der neue Lithium-Polymer-Akku soll für bis zu 30 Stunden Spielzeit sorgen – das ist ordentlich. Aufgeladen ist er innerhalb von drei Stunden. Auch ein guter Wert. Beim Bluetooth-Protokoll setzt der Teufel Airy 2018 auf die Version 4.2 samt klangförderndem aptX. Bei einem Kopfhörer mit klanglichem Anspruch hätte ich mir allerdings aptX-HD gewünscht.

Wie steht’s mit der Passform? Mit 165 Gramm ist der Airy recht leicht. Entsprechend wenig Druck braucht es, damit er sicher auf dem Kopf hält. Für sein Gewicht sitzt der Teufel Airy allerdings vergleichsweise stramm, dabei aber nicht unbequem. Die Ohrpolster sind weich genug, um den Anpressdruck abzufedern. Das Silikonpolster im Kopfbügel hat kaum etwas zu tun, sorgt aber durch einen gewissen Anti-Rutsch-Effekt für zusätzlichen Halt. Insgesamt ergibt sich damit ein sehr sicherer Sitz des Kopfhörers. Dank abwaschbarer Kopf- und austauschbarer Ohrpolster kann man den Teufel Airy gut beim Sport verwenden. Auch Brillenträger kommen mit dem Airy gut zurecht.

Die Ohrpolster des Teufel Airy lassen sich abnehmen

Die Ohrpolster des Airy lassen sich abnehmen

Abzüge in der B-Note gibt es dafür, dass der Teufel Airy mechanische Geräusche recht unmittelbar ans Gehör weiter gibt. Etwa, wenn man mit dem Kopfbügel irgendwo anstößt, aber auch, wenn man die Bedientasten unsanft betätigt. Auch Windgeräusche – zum Beispiel wenn man den Airy bei stürmischem Wetter aufhat oder ihn beim Fahrradfahren trägt – mischen sich hörbar unter die Musik.

Teufel Airy: Klangeindruck

Apropos Musik: Standesgemäß per Bluetooth mit dem Smartphone verkuppelt und dabei kontrolliert, dass Smartphone und Airy sich per aptX unterhalten, gibt sich der Teufel sehr kultiviert. Damit passt er nicht ganz zum krawalligen Image, das das Unternehmen immer gerne augenzwinkernd pflegt. (Ich verweise hier nur auf den Teufel-Truck, der eigentlich bei jedem größeren Auftritt des Unternehmens präsent ist.)

Das Aufladen des Akkus erfolgt per USB-Kabel

Das Aufladen des Akkus erfolgt per USB-Kabel

Pouti - Silicon SoulIm Bass gibt der Airy auf jeden Fall den wohlerzogenen Musterknaben. Er spart sich eine künstliche Tieftonanhebung und gibt sich damit bei jeder Musikrichtung konsensfähig. Das Album Pouti (auf Amazon anhören) der 1980er-Elektro-Wave-Pioniere Silicon Soul hat im Bassbereich wirklich wilde Töne zu bieten. Die entstammen zum Großteil den selbstgebastelten elektronischen Klangerzeugern von K. L. Schafer und sind nicht nur hinsichtlich der Frequenzen, sondern auch der Phase und was einen elektronischen Ton sonst noch so ausmachen kann, extrem spannend. Der Teufel Airy folgt dabei auch den wildesten Basskapriolen, bewahrt jederzeit die Kontrolle und sorgt dafür, dass ich nach 20 Minuten denke, ich habe einen Knoten im Gehör. Das muss so – der Airy macht es verteufelt richtig. Insgesamt ist er damit den Over-Ears der Real-Reihe von Teufel sehr ähnlich. Die sind tonal auch recht neutral abgestimmt. Wer unbedingt mehr Bass braucht, findet irgendwo in den Tiefen des Einstellungsmenüs seiner Player-App bestimmt eine Bass-Boost-Option.

Liz Wright - Dreaming Wide AwakeAls eher audiophil veranlagte Hörer lassen wir natürlich die Finger von solchen Spielereien und hören uns an, was der Teufel Airy in den Mitten zu bieten hat. Und das ist eine ganze Menge. Es sind vor allem die vielen Details und Feininformationen, die positiv auffallen. Der Airy löst wirklich sehr ordentlich auf. Nach den synthetischen Tieftonorgien vielleicht mal etwas Natürliches: eine tolle Stimme. Nehmen wir Liz Wright, Dreaming Wide Awake (auf Amazon anhören). Okay, die teilweise sehr „spirituell“ gesungenen Gospels können einem in der falschen Stimmung auf den Geist gehen. Doch in der richtigen Seelenlage ist es einfach nur beeindruckend, dieser Sängerin zuzuhören. Der Teufel tut einem den großen Gefallen und spart es sich, im Grundton nachzuschieben. Das hat der Toningenieur bei der Aufnahme ja schon bis kurz vor der Schmerzgrenze getan. Doch über den Airy kann ich die Sache noch gut genießen und freue mich darüber, wie nuanciert er die stimmliche Darbietung von Frau Wright rüber bringt.

Vergleiche

Ja, der Airy ist tatsächlich auf guten Klang getrimmt. Zum Vergleich fallen mir leider nur wenige andere Bluetooth-On-Ear-Kopfhörer ein. Der etwa gleich teure JVC HA-XP50BT zum Beispiel ist ganz anders abgestimmt. Er macht bewusst auf „Bassmonster“ und spricht dabei eher die Zielgruppe „Beats“ an. Für meinen Geschmack ist JVC dabei übers Ziel hinausgeschossen: Auch der komplette Grundton trägt zu satt auf. Sängerinnen klingen wie auf Steroiden und mit Dingen wie Detailwiedergabe hält er sich vor lauter Bassenergie nicht lange auf. Der ähnlich bepreiste SoundMagic BT30 dagegen versteht sich darauf, im Bass ein bisschen mehr anzubieten, ohne dafür Auflösung und eine saubere Mittenwiedergabe zu opfern. Den würde ich trotz seiner etwas bassbetonteren Abstimmung klanglich auf Augenhöhe mit dem Teufel Airy sehen. Auch dynamisch liegen beide Kopfhörer auf einem ähnlich hohen Niveau.

Teufel Airy Kopfbügel

Luft nach oben gibt es natürlich immer, wer bereit ist, mehr Geld auszugeben, findet so ab 300 Euro Edel-On-Ears à la Beyerdynamic Aventho wireless oder AKG N60NC Wireless. Die bieten dann schon aptX-HD und mit einem passenden Zuspieler (der natürlich auch aptX-HD beherrschen muss) geht hier noch mehr an Auflösung und Details. Nach unten wird man in der Klasse zwischen 60 und 80 Euro fündig. Hier gibt es meist gar kein aptX, doch zusammen mit einer etwas weicheren klanglichen Abstimmung kann das auch sehr gut funktionieren, bietet aber insgesamt dann nicht die Qualität des Teufel Airy.

Hochton?

Klar, den bringt der Airy auch recht souverän rüber. Hier macht er seinem Namen sogar Ehre und klingt tatsächlich ziemlich luftig, teilweise sogar nach frischer Brise. Zumindest wird hier nichts künstlich gedimmt. Andererseits forciert der Teufel Airy die hohen Frequenzen auch nicht. Das alles passt zu seiner insgesamt sehr neutralen Abstimmung. Auch hier würde ich den SoundMagic BT30 als „seelenverwandt“ sehen, ebenso den Real Blue als Teufelsbruder der Over-Ear-Kategorie.

Partnertausch

Mal sehen, ob beim Teufel Airy noch mehr geht. Partnerwechsel. Ein Astell & Kern A&norma SR15, der gerade zur Hand ist, darf „abklatschen“ und das Smartphone ablösen. Hier bleibe ich zuerst bei der Bluetooth-Verbindung. Auch der Edel-Player unterstützt natürlich aptX. Doch wie zu erwarten, ändert sich am Klang des Airy – nichts. Wie auch? Letztendlich kann der Astell & Kern den Airy per Bluetooth auch nur mit Daten versorgen. Die D/A-Wandlung und Verstärkung übernimmt natürlich weiterhin die Technik im Kopfhörer, so wie wenn das Smartphone den Datenlieferanten gibt. Und auch hier ist Bluetooth, selbst mit aptX, offenbar ein Nadelöhr. Denn spannend wird es, als ich den Teufel an die Leine beziehungsweise ans Anschlusskabel nehme.

Am Kabel geht noch mehr...

Am Kabel geht noch mehr…

Ja, analog per Kabel an einen guten Zuspieler angeschlossen, geht mehr! Die Feinzeichnung gewinnt noch einmal deutlich. Und der Bass legt dezent zu. Weniger hinsichtlich seiner Präsenz im Klangbild, tonal verschiebt sich wenig. Aber es machen sich mehr Festigkeit und Stabilität im Tiefton bemerkbar. Das kann man ganz leicht darauf zurückführen, dass die in einem Bluetooth-Kopfhörer eingebauten Verstärker nicht die kräftigsten sind. Schließlich soll der Akku ja auch lange durchhalten. Da hat ein externer Verstärker, auch wenn er mobil ist, andere Reserven, die sich eben vor allem im leistungsintensiven Bereich, dem Bass, bemerkbar machen.

Auch in Sachen Auflösung legt der Airy am Kabel nochmals zu. Hier muss man sich bewusst machen, dass die Bluetooth-Technik häufig der limitierende Faktor ist. Bei dieser drahtlosen Übertragungsart ist die Datenrate und damit die Menge an Informationen, die transportiert werden können, limitiert. Wer auf Bluetooth verzichtet, kann entweder Geld sparen – mit dem „angeleinten“ Airy vergleichbare, rein kabelgebundene Kopfhörer gibt es für um die 100 Euro – oder man bekommt mehr Klang fürs gleiche Geld.

Allgemeingültige Aussagen zum räumlichen Eindruck, den der Teufel Airy vermittelt, sind schwer zu treffen. Zum Raumeindruck trägt nämlich die Ohrmuschel einen großen Teil mit bei. Bei einem Over-Ear-Kopfhörer bleibt die „vollumfänglich“ beteiligt, insofern hört man quasi „normal“. In-Ears dagegen schalten die Ohrmuschel komplett aus, da sie am Anfang des Gehörgangs sitzen. Auch hier lassen sich nachvollziehbare Aussagen treffen. Ein On-Ear wie der Airy sitzt aber mitten auf der Ohrmuschel. Hier hängt es dann stark vom Sitz des Kopfhörers auf den Ohren ab, welchen Raumeindruck man gewinnt. Wie dem auch sei: Für mich wirkt der Teufel jedenfalls „halbweit“: nicht so direkt, wie manch geschlossener Over-Ear, nicht so „luftig“ wie viele offen gebaute Over-Ears.

Testfazit: Teufel Airy

Mit dem Teufel Airy bekommt man einen schicken, gut gemachten Bluetooth-On-Ear-Kopfhörer, der vor allem deshalb überzeugt, weil er zu Ende gedacht ist und von seinem Träger keine Kompromisse im Alltag verlangt. Er sieht schick aus, ist robust, sitzt und hält gut – und klingt auch so.

Teufel Airy in Schwarz

Teufel Airy in Schwarz

Denn der Teufel Airy gibt sich tonal so ausgewogen, dass ich schon fast von „audiophil“ sprechen möchte. Zwar wird er, so wie alle Bluetooth-Kopfhörer, in Sachen Auflösung und Dynamik durch die Limitierungen dieses Funkstandards begrenzt – dafür ist das Feature halt ungemein praktisch. Kabelgebunden kann er in allen Disziplinen nochmal zulegen. Insgesamt ist der Teufel Airy ein toller Allround-Kopfhörer für anspruchsvolle Hörer.

Fakten:

  • Modell: Teufel Airy (2018)
  • Konzept: On-Ear-Bluetooth-Kopfhörer mit aptX und Kabelanschluss
  • Preis: 150 Euro
  • Gewicht: 165 Gramm
  • Ausführungen: Schwarz oder Weiß mit wechselbaren, farbigen Zierringen, Color-Kit als Zubehör
  • Sonstiges: Bluetooth 4.2 aptX, Akkulaufzeit bis zu 30 Stunden
  • Lieferumfang: Anschlusskabel Miniklinke 3,5 mm (1,3 m), Micro-USB-Ladekabel (0,3 m), 3 x 2 Farbringe (Rot, Gelb, Grün), Stofftasche
  • Garantie: 2 Jahre

Hersteller & Vertrieb:

Lautsprecher Teufel GmbH
Budapester Straße 44 | 10787 Berlin
Telefon: +49(0)30–217 84 217
E-Mail: info@teufel.de
Web: https://www.teufel.de/

Test: Teufel Airy | Kopfhörer

  1. 1 Solider Luftikus
  2. 2 Teufel Airy: Klangeindruck
  3. 3 Testfazit: Teufel Airy

Über die Autorin / den Autor

Equipment

Analoge Quellen: Laufwerk: stst Motus 2 Tonarm: stst Vertex Tonabnehmer: Zyx Yatra

Digitale Quellen: D/A-Wandler: Antelope Zodiac+, North Star Design Supremo CD-Player: North Star Design CD-Transport (Laufwerk)

Vorstufen: Hochpegel: EAR Yoshino 868 mit NOS-Röhren

Endstufen: Bryston 4B³

Lautsprecher: Spendor D 9.2, Genelec 8020

Kopfhörer: AKG K702, AudioQuest Nighthawk, Beyerdynamic T 51p, fabulous earphones Basic Dual Driver, Sennheiser HD8 DJ

Kopfhörerverstärker: Lehmannaudio Drachenfels USB

Kabel: Lautsprecherkabel: Cardas Clear Light NF-Kabel: Cardas Clear Light Digitalkabel: AudioQuest Coffee

Rack: Lovan Sovereign, Tiglon TMB-10E (Gerätebasis)

Zubehör: Stromfilter: Audioplan FineFilter S, Mehrfachsteckdose PowerStar S, Gerätefilter PowerPlant S, Netzleitungen PowerCord

Größe des Hörraumes: Grundfläche: 17 m² Höhe: 2,6 m

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Kii Audio

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