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Hifi Test Vorverstärker Funk Lap-2 / MTX-Monitor Klang Lap-2 – Testbericht Verstärker, High End-Hifi-Magazin fairaudio

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radiohead

Dazu zählte zum Beispiel das 2007er Album der englischen Avantgarde-Britpopper Radiohead. Die Tatsache, dass In Rainbows als Kritikerliebling durchging, ist bei Radiohead ja mittlerweile schon fast dem Terminus „Normalfall“ zuzuordnen. Als grundsätzlich unnormal geht aber sicherlich durch, dass man dieses auch aus kommerzieller Sicht vielversprechende Album zunächst lediglich via Musikdownload anbot, bei dem der Hörer auch noch selber den fälligen Preis bestimmen durfte.

Reckoner ist ein Stück, das musikalisch auf ebenso subtile wie zarte Weise eine ganz besondere – wenn auch etwas wehmütige – Intensität beziehungsweise Intimität vermitteln kann. Getragen wird das Stück von einer locker und luftig vor sich hinscheppernden Perkussion, Thom Yorkes larmoyanter Stimme, sanftem Gitarrenspiel und zeitweisen Streichereinsätzen, die dem Stück sogar noch einen Schuss zusätzliche Tragik einhauchen.

Dass so ein Stück zu fesseln vermag, liegt aber auch darin begründet, wie es transportiert wird. Und daran hat der kleine Funk einen nicht unerheblichen Anteil: Der Lap-2.V2 strahlt klanglich ein gehöriges Maß an Reinheit beziehungsweise Ruhe aus und sorgt für den sprichwörtlichen schwarzen Hintergrund – und damit für die nötige Entspanntheit die`s braucht, will man sich solcher Musik öffnen. Ja, das vielleicht etwas unsexy auszusprechende Wörtchen „Verzerrungsarmut“ hat in praxi zweifelsohne schon was für sich.

Auch die Darstellung der Klangfarben gerät überzeugend: Dies gilt nicht nur für die Art, wie Thom Yorkes Stimme wiedergegeben wird (das kann bei dieser recht eigentümlichen Stimme sonst nämlich recht schnell in ein Katzengejammer bzw. ins fistelige kippen), sondern auch im Hinblick auf die reichhaltige Perkussion. Ob Rassel, die Bronzeabteilung des Schlagwerks oder die Snaredrum: Der Lap-2 stellt all dies nicht nur angenehm leichtfüßig und flink dar, sondern auch hinreichend körperhaft.

Zudem: Der kleine Funk läuft mit seiner seidigen Hochtonwiedergabe sicherlich niemals Gefahr, Dinge wie Becken und Hi-Hat in irgendeiner Weise seelenlos-spitz vor sich hinzischeln oder Sibilanten (S-Laute) ungebührlich scharf werden zu lassen …

Musikalisch zupackender als Reckoner – aber künstlerisch für meinen Geschmack kein bisschen anspruchsloser – geraten einige Stücke, die sich auf den frühen Alben Peter Gabriels tummeln.

peter gabrielJa, auch wenn`s für einige von Ihnen möglicherweise alter Tobak sein mag: Der bewusste Verzicht auf den Einsatz jeglicher Becken über das gesamte Album hinweg (Schlagzeug spielt grundsätzlich aber schon eine große Rolle), der erstmalige Einsatz von Samplern und die Einführung neuartiger Drumsounds (man ließ die Hallfahne abrupt abreißen) waren damals hochinnovativ und machen Peter Gabriels drittes Soloalbum (1980) auch heute noch absolut hörenswert.

Die Titel „Start“ und „I don`t remember“ verschmelzen dabei zu einem Stück. Das anfängliche Saxophon – leider von nicht gerade herausragender Aufnahmequalität – gerät vergleichsweise samtig und warm. Nein, zu Härten neigt der Lap-V2 in keiner Weise – das wurde bereits durch das oben Gesagte deutlich. Deutlich wird bei diesem Stück aber auch:

Der Funk ist kein Freund davon, Einzelereignisse der Musik in extrovertierter Manier herauszuschälen: Die stets ausgesprochen homogene, integrative Spielweise des Lap-V2 lässt I don`t remember – das von allerhand Soundeffekten, verfremdeter Stimme und trockenen Drumbeats durchwobenen wird – auf ganz eindrucksvolle Weise flüssig sowie wie aus einem Guss spielen. Ein kopfiger Analytiker ist der kleine „Profi“ jedenfalls keineswegs – dennoch trägt er hinreichend Sorge, dass auch die feineren Charakteristika der Musik – wie der spezielle Nachhall der Drums oder einige eher hintergründig eingespielte Flangereffekte der Gitarren – ihren Weg zum Hörer finden.

Ja, die schwer greifbare, aber dennoch vielzitierte „Musikalität“ haftet dem Einstiegsmodell von Funk ganz gewiss an. Unabhängig davon gilt: Der Berliner gibt sich grundsätzlich zwar „studiolike“ neutral: Unten rum gerät`s aber eher schlanker denn vollmundig. Die Bassdrum und die Bassläufe in I don`t remember hab` ich jedenfalls schon mächtiger gehört – sind sie doch sehr ohrenfällige Elemente dieses rhythmischen Stücks.

klinikHinreichend sauber geraten die unteren Lagen aber allemal: Da hatte ich als ultimativen Test aber auch noch das Sequenzer-Drumcomputer-Inferno Black Leather der alten EBMHeroen The Klinik am Start: Wobei gleichzeitig noch zu erwähnen wäre, dass der kleine Funk auch (aber nicht nur) bei opulenten Elektrogewittern räumlich stets die Übersicht behält und eine hinreichend plastische und ortungsscharfe Spielweise an den Tag legt.

Test: Funk Lap-2.V2 und MTX-Monitor.V3a | Vorstufe

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