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Test Marantz SC-11S1 SM-11S1 Testbericht Bühne

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Fangen wir doch mal gleich mit dem Hochton an. Gefahr pieksig oder penetrant zu geraten, laufen die oberen Lagen in keiner Weise; vielmehr geht es an dieser Stelle gar ein wenig verhaltener zu, als dass der eine oder andere HiFi-Fundamentalist hier noch von der Einhaltung strengster Lehre sprechen würde. Dies führt im Song All The Wine (The National, siehe oben) beispielsweise dazu, dass das Wechselspiel von geschlossener/offener Hi-Hat etwas weniger prononciert und nachverfolgbar gerät. Aber eben auch dazu, dass die vielschichtigen Hochtonwelten auf Kevin Keys höchst abwechslungsreichem, vor elektronischen Soundspielchen nur so blubberndem Album The Ghost Of Each Room (2001) stressfrei und vorbildlich geschmeidig gereicht werden: Ja, es wirkt oben rum nicht nur einfach einen Tick zurückgenommener oder güldener als gewohnt, sondern irgendwie auch entgrateter und flüssiger – mit unangenehmen Adjektiven wie grau, körnig, drahtig oder porös hat Marantz‘ Kombi nun rein gar nichts am Hut.

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„Wie oben so auch unten“, könnte man mit Blick auf die Darstellungsweise der Frequenzenden eigentlich sagen. Was allerdings nicht suggerieren soll, dass es unsere Testprobanden im Tieftonbereich mager oder schlank zugehen lassen würden. Nein, die tonale Unterkellerung zeigt sich, quantitativ betrachtet, tadellos ausgebaut, asketisch geht’s über die SC-11S1/SM-11S1 Kombi in keiner Weise zu. Alles andere würde aber auch nicht zum bisher konstatierten, fast schon als genießerisch zu bezeichnenden Naturell unseres Gespanns passen.

Qualitativ betrachtet, geht es aber dann – analog zur Hochtoncharakteristik – ebenfalls etwas fließend-runder zur Sache. Die Bass-Sequenzerläufe in The Ghost Of Each Room geraten daher auch nicht so federnd-rhythmisch, dass es einem nun wie Traubenzucker ins Blut schießen würde, ebensoest habe ich die Bassdrum-Kicks und den Kontrabasslauf in ESTs Song Tuesday Wonderland (Album: Tuesday Wonderland, 2006) schon mal knackiger vernommen. Nun, die Grundidee, die man bei der Entwicklung dieses Gespanns – da bin ich mir sicher – im Auge hatte, nämlich ein fließend-unaufdringliches, seidig-entspanntes und über den gesamten Frequenzbereich sehr homogen, sprich schlüssig wirkendes Klangbild zu kreieren, bezieht konsistenterweise auch die entsprechende Ausgestaltung der tieferen Lagen mit ein.

Und natürlich auch das „Bühnenkonzept“: Als tadellos sortiert beziehungsweise ortungsscharf stellt sich die Raumabbildung dem Hörer dar – Marantz‘ Kombi baut in etwa auf der zwischen den Boxen gedachten Grundlinie ein realistisches Bühnenbild auf, welches eher eine entspannte Draufsicht vermittelt, als dass es frontal Richtung Hörer ginge oder versucht würde, mit schierer Abbildungsgröße Eindruck zu schinden.

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Test: Marantz SC-11S1/SM-11S1 | Vor-End-Kombi

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