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KingRex T20 – T-Amp – PSU – Testbericht – fairaudio

Inhaltsverzeichnis

  1. 5 KingRex T20 - T-Amp - PSU - Testbericht - fairaudio

Also nahm ich den kleinen T-Amp samt PSU an die Hand, um das Ganze in einem größeren Raum bzw. an kleineren Lautsprechern zu testen. Hinsichtlich Letzterem standen drei Test-Leihgaben von Unity-Audio zur Verfügung: Die Clearwater (das schwarze Paar), die Inner Spirit (das weiße Paar) und die Whitewater in Kirsche. Jedes dieser Modelle hörte ich mir zwei bis drei Tage an, ohne mir dabei die unterschiedlichen technischen Spezifizierungen näher vor Augen zu halten. Als CD-Laufwerk diente ein Micromega MicroDrive und als DAC ein Deltec Precision Audio PDM Two.

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Kabelseitig (NF- sowie Lautsprecherkabel) fanden Unity Audio Solid Link Verwendung. Die 70 cm hohen, aus einem Marmor-Verbund bestehenden Mark & Daniel Lautsprecherständer (eigentlich sind diese speziell für die Maximus-Ruby entwickelt worden) passten zu den drei Lautsprecherpaaren perfekt.

Mit der Clearwater sollte es losgehen – war sie doch am ehesten mit der Loth-X BS-1 vergleichbar: Zwei Treiber, frontseitiges Bassreflexrohr und eine simple Frequenzweiche 1.Ordnung (6 dB/Oktave, bestückt mit einem Kondensator und einer Spule). Ich ließ in zufälliger Reihenfolge eine Unzahl von Dance-Music-Titeln und Symphonic-Pop-Stücken laufen. Und die Kombination aus KingRex T20 und der Unity Audio Clearwater bestand den Test – sogar bei anspruchsvollen Darbietungen wie La Cumparsita oder bei Pink Floyds The Wall. Dabei wurde genügend Druck aufgebaut, um selbst das hintere Ende des fast 9 Meter langen Raumes noch hinreichend zu beschallen. Der Bass aus The Wall wurde – in Anbetracht eines solch leichtgewichtigen Set-Ups – ebenfalls in angemessener Weise in den Raum transportiert. Auch die Ortung einzelner Instrumente, wie z.B. auf Rossinis Sonatas for Strings, gelang in eindeutiger Weise.

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An dieser Stelle möchte ich einmal die Gelegenheit nutzten, Ihnen meine „Jury“ näher vorzustellen – vier ganz außergewöhnliche Aufnahmen, die mir beim Prozedere, den geeigneten Lautsprecher für den KingRex herauszusuchen, zur Seite standen:
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Shostakovich: Piano Sonata No.2/Limpid Stream Suit, gespielt vom jungen Russischen Pianisten Konstantin Scherbakov. Das denkbar intelligenteste Kapitel im Russischen Piano-Schriftentum, Shostakovich’s Sonata No.2, ist durchwoben mit Wundern an Virtuosität und dichterischer Weisheit. Nur die besten Lautsprecher bieten die Fähigkeit, die stattfindenden Wechsel im Hinblick auf tonale Schattierungen und emotionale Übergänge zu offenbaren. Limpid Stream, das dritte und letzte aus der Reihe der von Shostakovich stammenden und unter den wachenden Ohren Stalins entstandenen Ballettstücke ist in der Tat schon fast unverschämt unterhaltsam. Der Tango aus dem ersten Akt ist der ultimative Test, was Dynamik und Attack angeht. Scherbakovs sparsamer Gebrauch des Sustain-Pedals am Piano lässt das Ganze zusätzlich elektrifizierend wirken.

Glass: Heroes Symphony, gespielt vom Bournemouth Symphony Orchestra und geleitet von Marin Alsop, ist das dritte und letzte Werk aus Philip Glass‘ Berlin Trilogy, welche auf Rockalben von David Bowie und Brian Eno zurückgeht. Zwei besonders interessante Sätze sind sicherlich Abdulmajid und Neuköln. Ersterer basiert auf einem instrumentalen Stück, welches der späteren Frau Bowies gewidmet sowie folglich auch nach ihr benannt wurde – und ist geladen mit theatralischer Spannung. Der Zweite ist von solch tragischer Dramatik erfüllt, dass bei mir komischerweise Erinnerungen an den Film Gladiator wach wurden. Im Vergleich zu vielen modernen Werken, die den Hörer bisweilen fast übertrieben hart bombardieren, um ihn aus der Reserve zu locken, ist dieses vergleichsweise minimal orchestriert und verfügt eher über eine gewisse Weite, denn Opulenz. Diese Musik eignet sich vor allen Dingen, um Kriterien wie tonale Akkuratesse, Textur und die Übermittlung der richtigen Stimmungen abzuklopfen.

Strawinski: The Soldier`s Tale , die originale, vollständige Version für drei Darsteller und ein Ensemble. Das Solisti New York wird dabei geleitet von Ransom Wilson. Herrlich in Szene gesetzt sind die Erzählerin Sally Goodman, der Soldat Ron Bohmer und der teuflische Reed Amstrong. Aufgrund der aus der minimalistischen Instrumentierung resultierenden klanglichen Möglichkeiten wurde die Version der Suite lange Zeit von Audiophilen favorisiert. Strawinski erschafft wahrlich magische Momente – dies mit nur sechs Instrumenten (Violine, Kontrabass, Klarinette, Fagott, Trompete, Posaune) und einem Perkussionisten. Die Aufnahme gerät zudem zeitweise richtiggehend holographisch.

Orff: Catulli Carmina, Eugene Jochum leitet dabei den Chor der Deutschen Oper, Berlin. Weniger bekannt als der Vorläufer Carmina Burana, ist dieser Teil eines musikalischen Triptychons eine der wagemutigsten und brillantesten Kantaten Orffs. Der Part bezieht sich auf den römischen Dichter Catullus, der wegen seiner untreuen Lesbia an Liebeskummer litt und einst in Exil gehen musste, nachdem er Caesar im Rahmen einer Parodie öffentlich verunglimpfte. Stimmlich begleitet von einer Sopranistin (bei dieser Aufnahme: die wunderbare Arleen Auger) sowie einem Männer- bzw. Frauenchor wird dieser Teil durch vier Pianos und einer ganzen Armada von Perkussion komplettiert. Die Texte sind von Leidenschaft, aber auch ausdrücklicher Sexualität geprägt. Rhythmisch gerät die Musik pulsierend, teilweise schon fast barbarisch und besitzt mehr erschreckend-kreative Momente als Carmina Burana. Wer Catulli nicht kennt, kennt eigentlich auch Orff nicht richtig …

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Während die Clearwater den Bass auf The Wall stark betonte, wirkte dieser im Hinblick auf das Shostakovich-Album irgendwie ausgetrocknet. Die unterste Oktave konnte nicht gerade überzeugen. Am meisten schmerzte dies, als ich unterbewusst Vergleiche mit der NuForce Ref 9/Ruby-Kombination anstellte. Die Bühnendarstellung und Tiefenstaffelung konnten dagegen zufrieden stellen, was die Schüchternheit im Bass ein wenig in den Hintergrund rücken ließ. Dabei kam mir jedoch eine interessante Frage in den Sinn: Sollte die Clearwater mit nach innen- oder außenliegenden Hochtönern positioniert werden?

Test: KingRex T20 | Vollverstärker

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