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KingRex T20 – Batteriebetrieb – Trends TA-10 – Testbericht – fairaudio

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  1. 4 KingRex T20 - Batteriebetrieb - Trends TA-10 - Testbericht - fairaudio

Die PSUs führten dazu, dass sich die musikalische Atmosphäre insgesamt verdichtete. Mehr Wärme verteilte sich über eine noch weitere Bühne. Der Bass wurde tiefer, die Mitten gerieten im gleichen Maße prononcierter und förderten ein reichhaltigeres Obertonspektrum zutage. Man könnte auch formulieren, dass die Ecken und Kanten der Musik runder wurden, aber auf Kosten von Klarheit und Detailreichtum. Allerdings ist dies als kleines Opfer im Vergleich zu dem zu verstehen, was man – gerade als röhrengeeichter Hörer – dafür im Gegenzug erhält.

Im Grunde wurde der Röhrencharme in recht kontrollierter Weise transportiert (ich wiederhole mich: vergleichbar mit modernen Röhrenkonzepten). Es verschmierte – was die Bühnensortierung betrifft – nichts, auch dann nicht, wenn Orchester zum fulminanten Höhepunkt ansetzten. Um die Instrumente herum herrschte jeweils ein dünnes Luftpolster, was Fortissimos etwas polierter und glatter wirken und die Musik etwas euphorischer ins Ohr strömen ließ.

Die PSUs scheinen so etwas wie eine Filterwirkung auf digitalen Signalschmutz auszuüben und ließen den KingRex T20 quasi zu einem Röhrenverstärker mutieren. Wenn der Trends einen miniaturisierten NuForce darstellt, dann ist der KingRex T20 ein Miniatur – Kallisto Sinfonia 300 – nur absolut frei von jeglichem „Glas“. Und der T20 bleibt natürlich kalt wie ein Stein – auch nach 12 Stunden Dauerbetrieb. Das PSU fühlt sich da schon ein wenig wärmer an, wenn man es anfasst.

Wie kann man sich den zusätzlichen, vom PSU ins Spiel gebrachten Röhrencharme erklären? Ich will`s einmal versuchen: Unter dem kompakten Blechkleid des KingRex verbergen sich neben einem 45VA (48VA im Upgrade) Toroidal-Transformator auch entsprechend hochwertige Regelschaltkreise, die unter anderem mit hochwertigen Nippon Chemi-Con Elektrolytkondensatoren bestückt sind – 5 x 2.200 Mikrofarad werden dabei für die Eingangs- bzw. 3 x 4700 Mikrofarad für die gleichspannungsbereitstellende Ausgangsektion zur Verfügung gestellt.. Gerade die Abbildung kurzeitiger Attacken im Bereich der unteren Frequenzlagen stellt hohe Anforderungen an die Energielieferfähigkeit der Stromversorgung und das PSU kann solchen Anforderungen mit seinen üppiger ausgelegten Reservespeichern besser Genüge leisten. Zudem werden nach der Gleichrichtung verbleibende Restwelligkeiten vermehrt aus der Spannung „gebügelt“.

Stellen Sie sich das PSU also als jemanden vor, der mit der linken Hand Geld verdient und zeitgleich mit der rechten wieder ausgibt. Das PSU ist jemand mit einer ziemlich tiefen Tasche, dank welcher auch mal kargere Zeiten überbrückt werden können.

king rex t20

Und was passiert, wenn man den Trends TA-10 über das KingRex PSU laufen lässt? Oder man den KingRex komplett vom Netz trennt und stattdessen mit einer Batterie befeuert? Rein datentechnisch sollten meine Xandrex-Batterien schon passen – und eigentlich stand den Antworten nur ein kurzer Kabeltausch entgegen. Nun, die resultierenden Effekte waren in beiden Fällen deutlich vernehmbar. Dabei schien aber eher die Paarung Trends TA-10 mit PSU einen Gewinn zu bieten, als das Duo aus T20 und Batterie – die unteren Oktaven gerieten beim Trends potenter. Obwohl der erwähnte Röhrencharme sich nicht vollständig auf den TA-10 übertrug, klangen Becken oder dynamische, kurze Trompetenstöße merklich glänzender. Die Tiefenstaffelung konnte da – im Vergleich zum Batteriebetrieb – nicht ganz mithalten.

Im Falle des T20 wurde deutlich, dass der Hauptvorteil des Batteriebetriebes in einer besseren Feinauflösung resultierte, aber gleichzeitig Abstriche in Sachen Bass und Obertonreichtum gemacht werden mussten – insbesondere dann, wenn die Batteriespannung unter 12,5 Volt sank. Eine ordentlichere Klangperformance ist zudem zu erwarten, wenn eine vollständig geladene Batterie benutzt wird und aufgrund dessen mit Spannungswerten über 13,5 Volt gearbeitet werden kann. Aber selbst dann geht ein bisschen von der zuvor mittels des PSU ins Spiel gebrachten Magie verloren.

Bis jetzt drehte sich ja alles um die Bi-Amping-Ansteuerung von zwei in D`Appolito Anordnung übereinadergestapelten Lautsprecherpaaren. Leser, die lediglich ein Paar Wandler mittels eines einzigen Verstärkers betreiben möchten, mögen sich bitte nicht übergangen fühlen – und sich noch eine Minute gedulden.

Denn zuvor möchte ich noch zwei Punkte ansprechen. Zum einen liefert der KingRex – genau wie der Trends – ein invertiertes Signal am Ausgang: Alle Tripath Chips drehen nämlich die Polarität um. Obwohl das viele Leute wahrscheinlich nicht weiter stören mag, habe ich doch die Angewohnheit, grundsätzlich alles ins Reine bringen zu wollen. Wenn Sie auf den Fotos irgendwo vertauscht angeschlossene Kabel – sei es an den Verstärkern oder an den Lautsprechern – ausfindig machen sollten: Wundern Sie also sich nicht.

Zum anderen stellte ich mir seit dem Bericht über den Trends die Frage, ob Tripath-Verstärker, will man die Ausgangsleistung erhöhen, eigentlich gebrückt werden können. Die Antwort ist ein definitives „Nein“, weil Tripath-Chips grundsätzlich nach dem BTL-Prinzip (Bridge-Tied-Load) und damit gegenteilig zum Single-Ended-Prinzip arbeiten – d.h. sie sind bereits gebrückt. Soll aber bei leistungsschwachen Class-T-Verstärkern zielführend und effektiv die Ausgangleistung verdoppelt werden, kann man die doppelte Anzahl an Lautsprechern verwenden und diese dann im Bi-Amping-Modus ansteuern. Mehr Treiber bewegen nun einmal einfach mehr Luft – ganz zu schweigen von der besseren Kanaltrennung und der flexiblen Balance-Regelung (häufig nützlich bei bestimmten Aufnahmen oder räumlichen Gegebenheiten).

Diese beiden Punkte wollte ich Ihnen also nicht vorenthalten. Aber wie geeignet ist nun ein einzelner KingRex T20, wenn es darum geht, ein einzelnes Lautsprecherpaar anzusteuern? Sollte dies etwa einen kleinen Raum oder mittel- bis hocheffiziente Lautsprecher (meine Loth-X BS-1 harmonierten offensichtlich gut) notwendig werden lassen?

Test: KingRex T20 | Vollverstärker

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