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KingRex T20 – Philips DVP-9000S – Testbericht – fairaudio

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  1. 3 KingRex T20 - Philips DVP-9000S - Testbericht - fairaudio

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Zu dieser Zeit waren dann aber auch die Verstärker so gut wie fertig eingespielt. Ich tauschte die PSUs gegen die neuen selbstregelnden Adapter aus und startete meine erste Hörprüfung. Quellseitig war ein Philips DVP-9000S angeschlossen, als NF-Kabel dienten Luscombe LBR-35 Silvers und für die Verbindung zu den Lautsprechern wählte ich OCOS- Kabel.

Ich hatte nun nicht die Absicht, gleich voreilige Schlüsse zu ziehen bzw. zu schnell zu schießen. Blindgänger sind tödlich für die Objektivität. Sämtliche Eigenschaften eines HiFi-Gerätes sind mit so was wie einer imaginär gleitenden Skala ausbalanciert. Entwickler legen ein jeweiliges Mehr oder Weniger fest. Kunden entscheiden über das diesbezügliche Pro und Contra. Subjektivität überall.

Zudem wollte ich nicht gleich mit einem direkten A/B-Vergleich einsteigen und zwar aufgrund eines Umstandes, den ich den Pupillen-Effekt nenne. Direkt von A nach B schalten, kann wie das Wandern vom hellen Sonnenlicht in die Dunkelheit sein. Oder umgekehrt. Auch wenn ich dazu keine profunden medizinischen Quellenverweise vorweisen kann, ich glaube, dass unsere gehörspezifischen Reflexe weit aus störrischer und widerspenstiger sind, als unser Pupillenreflex – da ist eben Hörpsychologie im Spiel. Wochenlang entspannte ich mich also und ließ mich von der Musik, die aus dem KingRex T20 strömte, genussvoll einfangen.

Um noch mal kurz zum Trends TA-10 zu kommen: Ich empfand den TA-10 als eine Art Mini-NuForce – mit müheloser Tiefenstaffelung, einer entspannten Bühnendarstellung und einer Klarheit und Transparenz versehen, dass es nie Gefahr läuft, an Musikalität einzubüßen.

Der KingRex T20 bewahrt all dies und fügt noch etwas Klangvolles, musiketwas Wärme hinzu. Nein, der Trends TA-10 ist nun keinesfalls kalt tönend. Aber etwas neutraler im direkten Vergleich. Seine feinere Auflösung wirkt mehr funkenschlagend und hat mehr Biss, wenn`s darum geht, die farbenfrohen Streicher in Sarasates Zigeunerweisen (Akiko Suwana , Budapester Festival Orchester) darzustellen. Der KingRex bleibt der ureigentlichen Intention der Interpreten treu und liefert das Stück mit mehr lyrischer Finesse und einem nachhaltiger klingenden Reichtum an Obertönen ab.

Offen gesagt, ich verglich zu diesem Zeitpunkt rein aus dem Gedächtnis heraus. Um meine Verdachtsmomente aber weiter zu bestätigen, bleib mir nichts übrig, als tatsächlich zum direkten A/B-Vergleich zu schreiten.

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Aufgrund der Tatsache, dass ich über vier Paare Loth-X BS1 verfüge, kann ich zwei unabhängige Bi-Amping-Systeme gleichzeitig einsetzen. Alle angeschlossenen Verbindungskabel waren selbstredend gleichartig, der Philips DVP-9000S stellte das identische Musiksignal jeweils an verschiedenen Abgriffen bereit. Die mutmaßlich höherwertigen sollten das Trends-TA-10-System speisen. Eine weitere Unregelmäßigkeit ergab sich daraus, dass die jeweiligen Lautsprecher-Sets nicht vollkommen gleichartig ausgerichtet waren – das weiter innenliegende hatte ich wiederum den Trends zugewiesen. Ich entschied mich, mit diesen Ungerechtigkeiten zu leben und so durch bloßes Drehen an den Lautstärkereglern von A nach B wechseln zu können – beide Systeme standen also permanent unter Strom.

Da es nun vordergründig nicht darum ging, zu entscheiden, welche Komponente die bessere sei, sondern vielmehr darum, Unterschiede herauszukristallisieren (wenn es denn welche gäbe), konnte ich mir nun wirklich keine bessere Versuchsanordnung vorstellen. Um den erwähnten Pupilleneffekt zu vermeiden, erlaubte ich mir jeweilige 20-Minuten Pausen, in denen ich den Raum verließ, um sämtlichen verfälschenden Nachgeschmack aus den Ohren zu spülen.

Dasmusik Suwanai Repertoire bewies, dass mein reiner Gedächtnis-Vergleich gut funktioniert hatte. Drei weitere SACDs bekräftigten dies noch stärker. Über den Trends TA-10 gehört, gerieten Bläser und Becken heller und Streicher erhielten mehr an Textur (Mahlers Symphony No.5). Der Eindruck der Violine und des Pianos in Richard Strauss` leidenschaftlich jugendlicher Sonate in Es Dur wirkte etwas gemeißelter und eckiger. Das melodische Dies irae und Confutatis aus Sigurd Islandsmoens Requiem löste sich mehr vom Chorgesang ab.

Die Gangart des KingRex wirkte insgesamt entspannter und erreichte mehr Weite und Tiefe in der Bühnenabbildung. Die großartige Harmonie innerhalb des von ihm Dargestellten erinnerte mich an den Dared VP-20 6L6 Röhrenverstärker oder an neuere Generationen von 300B-Röhrenverstärkern – wie Kallisto’s Sinfonia 300 . Wie auch immer, dieser Röhrencharme verdeckte jedenfalls weder die Definiertheit einzelner Instrumente noch Informationen über deren Position im Klangbild, er romantisierte die Instrumente vielmehr in einer sehr melodischen Art und Weise. Der metallene Glanz der Bläser und Becken in Mahlers Symphonie erschienen beispielsweise mehr wie durch einen polarisierenden Filter.

Test: KingRex T20 | Vollverstärker

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