Billboard
Norddeutsche HiFi-Tage

Klang: symmetrisch vs. unsymmetrisch …

Inhaltsverzeichnis

  1. 4 Klang: symmetrisch vs. unsymmetrisch ...

Electrocompaniet Prelude PI 2
Vier Hochpegelquellen lassen sich am EC Prelude PI-2 anschließen

Electrocompaniet predigt Symmetrie und ist davon überzeugt, dass Quellen, die am XLR-Eingang des Verstärkers hängen, besser klingen als asymmetrisch angedockte – nun ist es ein Leichtes, dies mit dem hauseigenen CD-Player PC-1 zu überprüfen, da er sowohl Cinchbuchsen als auch symmetrische Ausgänge besitzt. Mein erster Eindruck lässt sich aber, offen gesagt, eher mit dem Wort „naja“ zusammenfassen. Ja, insgesamt spielten die Komponenten, symmetrisch miteinander verbunden, schon etwas besser: etwas straffer, etwas definierter im (Tief-)Bass, etwas körperlicher. Mit der Betonung auf etwas … Ja, es ist zu empfehlen, sie symmetrisch zu verbinden, denn wozu das Ganze freiwillig etwas schlechter klingen lassen? Aber nein, die Welt ist‘s nun auch nicht. Da hatte ich mir mehr von versprochen.

Aqvox Phonostufe

In direkter Folge bekam ich, schon nicht mehr recht daran glaubend, einen der größten „Eingangswahl-Klangunterschiede“ meiner Karriere zu hören: Als ich nämlich meine vollsymmetrische Phonostufe von Aqvox einmal via Cinch- und einmal über XLR-Verbinder mit dem PI-2 verband. Vielleicht liegt es daran, dass nur eine durchgehende Symmetrie von der Quelle (also dem Tonabnehmer) bis zum Ende (vor den Laufsprecherklemmen) wahrlich ihre Vorteile ausspielen kann – vielleicht ist es aber auch purer Zufall. Jedenfalls mochte ich Analoges nun gar nicht mehr unsymmetrisch hören. So ziemlich alles geriet deutlich besser, wenn die Aqvox Phonostufe am symmetrischen Eingang des Electrocompaniets spielte: Wesentlich klarer, wesentlich aufgelöster und vor allem plastischer wurden Klänge in den Raum gezeichnet – das Ganze im Verbund mit höherer Spielfreude und mehr Durchzeichnung an den Frequenzenden. Via Cinch angeleint, senkte sich geradezu ein Grauschleier über die Musik. Sehr seltsam, das hatte ich mit anderen Verstärkern so noch nicht erfahren.

Electrocompaniet Prelude PI 2 - Ringkerntrafo
Ordentlich bestückt: Der Ringkerntrafo des EC Prelude

Die Moral der Geschichte ist eindeutig, wenn auch leicht banal: Ihre Hauptquellen sollten sie besser symmetrisch mit dem Electrocompaniet Prelude PI-2 verbinden. Der klangliche Gewinn kann marginal bis groß sein.

Anlagentipps …

… verteilen wir bei fairaudio nicht gerade am laufenden Band. Wer kommt schon in die Verlegenheit, auf einen Schlag eine komplette Anlage zu kaufen? Naja, vielleicht doch ein paar Leutchen. Aber im Allgemeinen feilen wir Klangtüftler doch an einem bestehenden Set von Komponenten und Lautsprechern herum. Was will man da mit der Erkenntnis, dass andere Ketten auch nett spielen?

Electrocompaniet Prelude-Kombi

Thiel SCS4

Die Kombination aus Electrocompaniet CD-Player PC-1, Verstärker PI-2 und den Kompaktlautsprechern Thiel SCS4 spielt aber nicht einfach „nett“, sondern derart auf den Punkt, dass sie einfach erwähnt gehört. Der Kollege Jörg erging sich glatt in für ihn ziemlich untypische Schwelgereien respektive Superlativen. Es war einer der letztlich doch nicht allzu häufigen Momente, wo die Dinge richtig zusammenrasten. Über das Wieso, Weshalb, Warum kann ich nur spekulieren:

Es mag daran liegen, dass eine hochtransparente und mit einer begnadeten räumlichen Präzision versehene Box wie Thiels Kleine – über den Prelude-Amp versorgt – eben keine unsauberen Stellen / Verzerrungen / Härten zum „aufdecken“ geliefert bekommt. Dass der PI-2, wie schon gesagt, über eine sehr gute Bühnendarstellung verfügt, von dieser Seite also kein Engpass zu befürchten steht, ist ebenfalls von Vorteil: Die räumlichen Fähigkeiten der Thiel werden nicht abgewürgt, sondern vielmehr ausgefahren. Ein weiterer Pluspunkt: Etwas Saft & Kraft hat den Wandlern aus Kentucky noch nie groß geschadet – und der Electrocompaniet kann damit offensichtlich dienen. Dass er des Weiteren durch seinen ungemein sexy daherkommenden Grundton der zwar keinesfalls dünnen, aber eben auch nicht fülligen Thiel einen angenehmen Schuss Wärme verleiht, wird ebenfalls positiv zur Kenntnis genommen. Ja, wahrscheinlich trägt sogar der CD-Spieler der Norweger sein Scherflein zu dieser erstklassigen Kette bei, indem er, bar jeglicher Nervosität oder digitaler Härte (und „solo betrachtet“, mir zugegebenermaßen etwas zu harmlos / zu wenig durchzeichnend vorkommend), in dieser hochtransparenten Konstellation für Fluss und Lockerheit sorgt.

Wie auch immer: Addiert man die drei Einzelpreise, so landet man bei 6.100 Euro – mit Kabel und Lautsprecherständer dann wohl so knapp unter sieben. Gewiss nicht wenig, keine Frage. Aber ich habe Anlagen für den vielfachen Preis gehört, die klanglich dem hier nicht das Wasser reichen konnten.

(Zur Einordnung: Man sollte nicht wesentlich mehr als 25 qm beschallen und nicht jeden Tag eine Party feiern wollen. Und auf die volle Information im (Tief-)Bass-Bereich verzichten können – der einzige wahre Nachteil dieser Kette, bedingt durch die Entscheidung für einen Kompaktlautsprecher.)

Test: Electrocompaniet Prelude PI-2 | Vollverstärker

  1. 4 Klang: symmetrisch vs. unsymmetrisch ...
Billboard
Daluso