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Test-Fazit Crayon CFA-1

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  1. 5 Test-Fazit Crayon CFA-1

Der Crayon Audios CFA-1 ist ein ungewöhnliches Produkt. Absurderweise könnten gerade HiFi-Freunde mit einem ausgeprägten Faible für Trioden-Verstärker für diesen Transistor empfänglich sein. Ja, er ist geradezu ein SET-Amp Double. In einem solchen Ausmaß habe ich das bisher noch nie erlebt. Allerdings geht er dabei aufgelöster vor und besitzt anscheinend die schnelleren Reflexe – was sich in phänomenal artikulierten Saitenanrissen und einer sehr hohen harmonischen Finesse ausdrückt. Das Ganze wird eingebettet in einen weit-offenen und dennoch milden Hochtonbereich. Der Crayon gibt sich tonal auch nicht so stark ausgepolstert wie manche Triode.

Crayon

Der CFA-1 ist perfekt geeignet für wirkungsgradstarke Lautsprecher, denn er spielt schon bei sehr geringen Leistungen hervorragend und ist zudem totenstill. Vielleicht aufgrund seiner DC-Kopplung, welche Koppelkondensatoren im Signalweg vermeidet, vermittelt er Impulse sehr plötzlich und unmittelbar. Aber er vermeidet diese „Steifheit im Ton“, welche Amps zu Eigen ist, die zwar „schnell“ spielen, aber ohne harmonische Raffinesse und ohne Gespür für Zwischenwerte. Des Weiteren versteht es der Crayon, eine tiefe Bühne zu zeichnen – die er bis in die Ecken ausleuchtet. Was dort noch alles an musikalischer Präsentation geboten wird, ist einfach sehr schön. Das Ergebnis ist eine atemberaubend reale Wiedergabe, bei der ein gleichzeitiger Fokus vorne und hinten auf der Bühne zur Aufführung gebracht wird.

Hartnäckige Trioden-Liebhaber werden gleichwohl weiterhin Röhren bevorzugen – schon allein aufgrund der besonders intimen Art und Weise, wie diese den Stimmbereich präsentieren. Aber auch das kann man mit dem Crayon – unter gewissen Umständen – erreichen. Bei mir war hierzu allerdings ein Röhren-Pre vom Kaliber eines ModWright DM 36.5 nötig. Und damit geht natürlich das ganze Vollverstärker-Konzept flöten …

In Sachen Basskontrolle ist der Crayon den SET-Verstärkern, die ich kenne, überlegen – und das bei einem /einer ähnlich gelagerten Tonfall / Textur über Wandler, die mit Röhren gut harmonieren. Darüberhinaus fällt die Suche nach einem passenden Lautsprecher naturgemäß leichter als bei SET-Verstärkern. Wenn ich mir dann noch vergegenwärtige, dass eine anständige Phonostufe mit an Bord ist sowie eine Fernbedienung und zahlreiche Features – und das alles für 3.000 Euro -, dann ist einfach ein Award fällig. Ich weiß nicht viel über die Firma – und auch nicht viel über die Zukunft von HighEnd-Hifi in einer Zeit, in der dieser Luxus für so einige nicht mehr machbar ist -, aber ich weiß, dass das, was wir Tester beurteilen (Verarbeitung, Klang, Preis/Leistungs-Verhältnis, etc.), vom Crayon ganz locker abgehackt wird.

Blue Moon Award für Crayon CFA-1

Man darf neugierig sein, was das Crayon-Entwicklerteam als nächstes bringen wird. Okay, der (SA)CD-Player und der CFA-2 Amp wurden schon angekündigt. Ein Paar Monos für 34.000 Euro gibt es schon. Lautsprecher sind in Planung. Aber in Anbetracht des Präzedenzfalles CFA-1 sagen Ankündigungen allein nicht aus, was tatsächlich zu erwarten steht. Manchem, der unser Hobby schon lange betreibt, ereilt eine gewisse Übersättigung, wenn er nicht gar zynisch wird … Der CFA-1 trotzt auch dem. Er lässt mich sehr erstaunt zurück. Herr Peter Steinfadt muss den Markt verdammt gründlich durchforstet haben, er hält eine echte Perle in den Händen!

Test: Crayon CFA-1 | Vollverstärker

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