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Test Hifi Mono-Endstufe Bryston 28 B SST – Bass-Wiedergabe, Dynamik – Test-Bericht Stereo-Verstärker

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  1. 5 Test Hifi Mono-Endstufe Bryston 28 B SST - Bass-Wiedergabe, Dynamik - Test-Bericht Stereo-Verstärker

Bryston Mono-Endstufen 28B-SST

Der Bass hatte mehr Kraft und präsentierte sich gleichzeitig melodiöser, akkurater und sehr trocken. Summa summarum gewannen hierdurch sogar Tempo und Kontrolle, ganz entgegen meinen anfänglichen Befürchtungen. Der -3 dB Punkt der Tidals liegt bei 32 Hz – sicherlich schon eine Ansage, sicherlich auch ausreichend für das Gros aller Musik. Aber wahr ist freilich auch, dass sie es nicht mit der geradezu herkulischen Kraft und Tiefe, die die Mark & Daniel Apollo II in den Raum zu stellen pflegen, aufnehmen können. Diese Monos zusammen mit den 10-Zöllern der Mark & Daniels (1,2 Zoll langer, linearer Hub!): Eine Kombi, die dazu angetreten zu sein scheint, einem all das zu liefern, was im Bassbereich überhaupt geliefert werden kann. Die 28B-SSTs lieben die Apollos – nicht zuletzt deshalb, weil sie an ihnen wirklich zeigen können, was sie drauf haben.

Also gab’s dann auch gleich die richtige Kost vorgesetzt: Orgelwerke, große symphonische Inszenierungen und andere Klangspektakel. Die Order an den Pegelregler lautete: rechts! Normalerweise bin ich gar nicht so … Nun, wenn die Brystons das Kommando hatten, gab’s im dynamischen Bereich wenig zu bekritteln …;-) Was sag ich: Schier grenzenlos und explosiv ging es zu Werke, wenn’s sein musste. Und das Beste dabei: Selbst bei diesen fast schon krankhaften Pegeln zeigte sich das ganze System einfach lässig, ganz selbstverständlich wurden Attacken gefahren, nie hatte man das Gefühl, dies sei auch nur irgendwie mit Arbeit verbunden. Ich empfehle zwar niemanden, so lange so laut zu hören – aber man könnte durchaus. Denn das ist vielleicht das Entscheidende hierbei: Da nichts komprimiert, gepresst oder gar verzerrt klingt, bleiben auch bei infernalischen Lautstärken Ermüdungserscheinungen aus.

Wenn’s um schiere Kraft und Tiefe der Basswiedergabe geht, habe ich lediglich von bestimmten Subwoofern schon einmal mehr gehört. Wenn jedoch Überlegungen wie „Eingebundenheit ins Klangbild“, Kohärenz und schlicht Antrittsschnelligkeit eine Rolle spielen – dann kann ich offen gestehen, dass nichts, was ich bisher in meinen Räumlichkeiten vernommen habe, dem nahe kommt, was das Bryston/Mark & Daniel Gespann ablieferte. Nichts. Geschmeidig und lebhaft wie sie sind, boten die Brystons 28B-SSTs sowohl die Gewandtheit eines Turners wie den Punch eines Schwergewichtsboxers. Das ist keine Übertreibung, es ist schlicht und ergreifend eine Tatsachenfeststellung. Peter Contes Orgel brachte den Raum zum Zittern, richtig viel Bass war zu vernehmen, aber eben auch reichlich Struktur und Gestalt. Eric Kunzel und seine Cincinnati Pops erschreckten mich geradezu mit einigen messerscharfen Bass-Snaps, die sie auf mich abfeuern …

Auf dynamischem Feld – mikro wie makro – haben es die Brystons einfach drauf. Vor allem an den mit 96 dB sehr effizienten (mit Lowther-Chassis ausgerüsteten) Horning Perikles-Wandlern zeigte sich, dass die Brystons keine „normalen Kraftprotze“ sind. Sie verschenkten nichts an Dynamik oder verlangsamten gar das Tempo – und das mag für manch einen recht seltsam klingen. Schon lange bin ich der Ansicht, dass beim Thema Audio viele Wege ins (höchst persönliche) Nirwana führen. Nun, die Bryston Monos schlagen noch mal einen neuen Pfad ein.

Bei diesem Paar Bryston & Horning ließ mich nichts in irgendeiner Art unbefriedigt zurück. Im Gegenteil, es war eher so, dass ich vom hart aufgehängten 10-Zöller der Horning, der rückwärtig ein Horn antreibt, mit den Monos nun eine viel bessere Bass-Performance erreichte. Die Horning geht nicht so tief runter wie die Tidal, geschweige denn wie die Mark & Daniels – daher betreibe ich sie normalerweise zusammen mit einem Subwoofer. Doch den benötigte ich nun nicht mehr. Ich war einfach völlig zufrieden mit der Quantität und vor allem auch der Qualität der Basswiedergabe. Wozu sich noch groß bemühen und einen Sub integrieren? Ich bekam von der Horning nun mehr Bass und dies gleichzeitig besser definiert – diejenigen, die diesen Wandler kennen, werden verstehen, wovon ich eigentlich rede: Die Basswiedergabe stellt sozusagen die Achillesferse dieses Lautsprecher dar. Jetzt aber war der Oberbass genauso straff und voll wie der untere Bereich – dieser Wandler geht mit den Bryston-Monos einfach eine perfekte Synergie ein.

Test: Bryston 28B-SST | Endstufe

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