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Klang Phonosophie PH CR-H500: Erstes Beschnuppern

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  1. 3 Klang Phonosophie PH CR-H500: Erstes Beschnuppern

Und nun zu den klanglichen Eigenschaften der schmucken, sauber verarbeiteten und durchaus nicht billig aussehenden Anlage. Vor einiger Zeit hatte ich bereits die Teac-Reference-600-Anlage zu Gast. Sie gefiel mir gut – bis auf ein leicht erhöhtes Grundrauschen der Verstärkersektion und den Klang des Phonoeingangs, den ich in jenem Test bestenfalls als Notlösung bezeichnen konnte.

Phonosophie CR-H500

Aus diesem Grunde dachte ich nun so für mich hin: „Naja, hakst du mal schnell der Vollständigkeit halber den Phono-Eingang ab und wendest dich dann den interessanten Dingen zu.“ Aber denkste! Spielte der MM-Eingang bei der Reference 600 noch so gerade am Rande des Erträglichen, so war er beim heutigen Probanden durchaus für eine Überraschung gut. hootesrKeine Ahnung, warum ich ausgerechnet die außerordentlich gut abgehangene Maxi-Single „All You Zombies“ der Hooters aus dem Schallplattenregal zog – ich sollte es nicht bereuen. Die kleine Teac-Zauberkiste rockte richtig gut los. Absolut anspringende Spielweise, das Offbeat-Schlagzeug knackig auf den Punkt, die Hammondorgel flirrend, die E-Gitarren druckvoll – all dies in einem überraschend sauber aufgestellten stereofonen Raum. Sollte man doch wieder mehr Schallplatten hören?

Kurz in die Klassik-Abteilung gegriffen; Modest Mussorgskys Bilder einer Ausstellung, eine tadellose Einspielung des Leipziger Gewandhaus-Orchesters von 1974. Auch hier: Überraschung! Vor allem die räumliche Staffelung ist für ein Gerät dieser Preisklasse, bei dem ich den Phono-Eingang bestenfalls als Alibi-Feature einordnete, sehr gut. Schön, wie im ersten Stück (Promenade) das Modest Mussorgskys Bilder einer Ausstellung Frage-Antwort-Spiel zwischen Streichern und Bläsern eine realistische Dreidimensionalität des Raumes aufzeigt. Ohne jetzt überdurchschnittlich lange auf dem Phonoteil herumreiten zu wollen – denn die spanabhebende Art der Musikreproduktion gehört hifimäßig nicht zu meinen wirklichen Fachgebieten – möchte ich doch zugeben, dass es mir nach knapp einjähriger Vinylabstinenz durchaus wieder Appetit auf die schwarzen Scheiben gemacht hat. Ebenfalls erfreulich: Das Thema Grundrauschen ist beim PH CR-H500 kein Thema. Liegt kein Signal an, so ist das Gerät komplett stumm. Und da die Lautstärkeregelung vollelektronisch in Schaltschritten läuft, gibt es auch bei geringsten Abhörpegeln keinerlei Links/Rechts-Gleichlaufschweinereien. Schön.

Steely Dans Album „Aja“Auf, auf, zum CD-Spieler! Wenn wir schon bei gut abgehangener Musik sind, warum nicht mal wieder in Steely Dans Album „Aja“ reinhören? Der Opener „Black Cow“ steht exemplarisch für das gesamte Album, wenn nicht sogar für das Gesamtwerk von Steely Dan: tontechnisch und musikalisch auf höchstem Niveau; groovend, aber nicht verschwitzt; ein wenig kühl, aber zugleich alles andere als reizlos. „Black Cow“ also. Eine relaxte Schlagzeug-Groove, akzentuierter Bass, zur Rechten erklingt ein funky Hohner-Clavinet, zur Linken einige Rhythmusgitarren-Tupfer, später gesellen sich weitere Gitarren, Gesang, Bläser und ein Fender Rhodes hinzu.

Klang Phonosophie PH CR-H500 Anschlüsse

Erster Eindruck: „Sahne!“ Das klingt wirklich nicht nach Kompaktanlage, sondern reif und erwachsen. Denn es ist im Grunde alles da: Ein animierender, federnder und auch substanzieller Bass. Der aus diversen rhythmisch-melodischen Elementen gewobene, fein verzahnte Klang- und Grooveteppich wird von der Phonosophie CR-H500 sauber aufgelöst und räumlich niet- und nagelfest wiedergegeben. Typisch für preiswerte Kompaktanlagen ist meiner Erfahrung nach, dass sie die Musik schon mal „einsperren“. Es fehlt zuweilen an Raum, an Dynamik, an einem natürlichen „Atmen“ der Musik. Als Nebenbeibeschallung tut’s die Kompakte natürlich, aber sie verleitet zumeist nicht zum Sitzenbleiben und Entdecken, denn man hört und spürt durch die Bank, dass es an „freier Entfaltung“ der Musik mangelt. Da spielt die CR-H500 in einer ganz anderen Liga. Man blickt auf diese kleine Kiste und denkt: „Gibt’s doch gar nicht“.

Test: Phonosophie PH CR-H500 |

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