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Klang PHIO Audio Signature

Inhaltsverzeichnis

  1. 3 Klang PHIO Audio Signature

PHIO Audio - großes Modell
Ausschnitt des größeren PHIO Audio Modells

Bevor ich etwas zu meinen Höreindrücken sage, scheint’s nötig, ein paar Prämissen zu klären, da die Frequenzbereichs-Regler an der Rückseite der Box durchaus mehr als schiere Gimmicks darstellen – den einheitlichen (tonalen) Klangcharakter der Signature gibt es nicht. Die 4 dB Regelungsspielraum zwischen 400 – 1.200 Hz und die 6 dB zwischen 1.200 – 20.000 Hz in Kombination mit der optionalen 2 dB-Absenkung ab 10.000 Hz lassen vielmehr Gestaltungsmöglichkeiten zu, die sonst häufig nur mittels anderer Komponenten oder auch Kabel erreicht werden.PHIO Audio Signature - kleines Modell

Man kann den PHIO-Wandler (links im Bild das kleinere Modell) mittiger tönen lassen oder grundtonstärker, heller oder dunkler, weniger luftig oder „weniger nervös“ bei bestimmten Aufnahmen … Nach einigem hin und her landete ich schließlich doch wieder bei „neutralen“ 88 dB für beide Module. (Ab und an senkte ich das Horn allerdings auch auf 86 dB Wirkungsgrad herab, die Absenkung bei 10 kHz ließ ich jedoch sein.)

Laut Herrn Wendt lässt sich die Signature nicht nur durch die Absenkung des Mitteltonbereichs relativ grundtonstärker machen, sondern auch, indem man sie näher an der Rückwand positioniert – na klar, wie bei anderen Boxen auch. Zu den dann üblichen Dröhneffekten käme es in der Regel gleichwohl nicht, da solche häufig ihre Ursache in durch Raumresonanzen angeregten Gehäuseresonanzen des Lautsprechers haben – und letztere seien bei seinen Modellen eben um Größenordnungen niedriger als bei der Konkurrenz. Nun, zumindest in meinem Raum konnte ich diese Theorie nur halb nachvollziehen. Rückwandnah postiert dröhnte es zwar in der Tat nicht, es wurde aber durchaus undeutlicher und weniger differenziert im Oberbassbereich; vor allem aber – seltsamerweise – nicht groß grundtonstärker. Da mir zudem, so aufgestellt, die Musik zu weit weg vorkam und die Bühnentiefe auch nicht gerade gewann, postierte ich die PHIO wieder dorthin, wo auch sonst fast alle (Stand-)Lautsprecher bei mir stehen: circa 80 cm von der Rückwand entfernt.

Auch mit den Hochtonhorn lässt sich ein wenig spielen, da dies ja lose auf dem Bassmodul steht – vor und zurück, Einwickelung variieren, so, wie man‘s gerade möchte. Bedauerlicherweise habe ich auch hier keine Geheimtipps zu verkünden: Bündig mit der Vorderkante des unteren Moduls abschließend und direkt aufs Ohr zielend – so, wie’s standardmäßig vorgesehen ist – fand ich es insgesamt am schlüssigsten. (Freunde der Zeitrichtigkeit aufgepasst: Laut PHIO Audio muss das Hochtonhorn hierfür um 5,5 cm nach vorne geschoben und dann verpolt angeschlossen werden. Sieht a) bescheiden aus und man muss b) ganz fest daran glauben, dass man was hört, wenn Sie mich fragen.)

Der PHIO-Wandler ist alles andere als ein vordergründiger Lautsprecher, er besticht vielmehr auf den zweiten Blick oder besser gesagt, nach längerem Hören. Mal schnell drei Tracks einlegen und sich dann ein Urteil bilden – das funktioniert nicht richtig. Wer Superlative in Einzeldisziplinen sucht, findet hier scheinbar erstmal nichts, wobei, stimmt nicht ganz, die ungemeine Transparenz fällt schon auf – doch dazu weiter unten. Die Signature tönt dynamisch – aber „typisch Horn“ ließe sich nicht sagen. Ein eindeutiger tonaler Fingerabdruck ist ebenfalls nicht recht auszumachen. Und auch die räumliche Darstellung muss eher als „realistisch“ denn als „besonders holografisch“ oder „faszinierend weitläufig“ durchgehen. Ihre grundsätzliche Art, Understatement als Stärke auszuspielen, lässt mich an die Tests der Ascendo C8 oder auch der Sehring 700 zurückdenken. Auch diese Wandler – so unterschiedlich sie sind – beeindruckten durch ihre Ausgewogenheit. Kurz und gut:PHIO Audio Signature - kleines Modell Für einen relativ neuen Player im Lautsprechermarkt, wie PHIO Audio einer ist, klingt es sehr ausgereift.

Hochton- und Bassmodul aufs gleiche Wirkungsgradniveau eingestellt und bis Zimmerlautstärke betrieben, klingt die PHIO Signature schon mustergültig tonal balanciert. Stellt man dann lauter, lässt sich eine Tendenz zur hellen Seite ausmachen (welche aber via Drehregler auf der Rückseite zurückgenommen werden kann, sollte der Wunsch danach bestehen). Die oberen Mitten werden bei höheren Pegeln prononcierter vorgetragen. Dünn klingt die PHIO gleichwohl nie – dafür sorgen die gut ausgebauten unteren Oktaven schon, dass der Verdacht sich nicht einstellt: Der Bass besitzt Volumen, Tempo und Struktur. Er spielt schnell und völlig dröhnfrei, aber auch nicht dröge. Ein veritabler Genießerbass.

Test: PHIO Audio Signature | Standlautsprecher

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