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Genelec 8351

Technik PHIO Audio Signature

Inhaltsverzeichnis

  1. 2 Technik PHIO Audio Signature

Die „Prise Salz“ kommt im Fall der Signature bei der Rückwand und der Bodenplatte der Bassmodule zum Einsatz – die eben aus MDF bestehen.

PHIO Audio Signature - großes ModellAuf der Rückseite der Box gibt es folgendes zu entdecken: Zum einen den Bassreflex-Kanal unten und zum anderen – oberhalb der LS-Klemmen – einen Drehregler: Mit ihm lässt sich der Wirkungsgrad ab 400 Hz bis zum Crossover-Punkt bei 1.200 Hz auf die Werte 90 dB, 88 dB und 86 dB einstellen. Die Sensitivität im Grundtonbereich liegt (fix) bei 90 dB. Der potentielle Kunde ist also auch nach der Wahl des für ihn passenden Moduls – eher eine „Bass & Raum-Entscheidung“ – nicht völlig fixiert, sondern bekommt die Möglichkeit an die Hand, nach Gusto weiteres Feintuning zu betreiben. Ach ja, noch was gibt‘s hinten zu entdecken: Ganze 16 Schrauben zieren den Rücken, sehr solide, aber auch keine ästhetische Offenbarung.

Wer glaubt, mit dem MDF ginge es an den Seitenwänden weiter, der irrt – hier wird Schichtholz verwendet. Bei den stabilisierenden Verstrebungen im Innern schließlich kommen Spanplatte und Massivholz zum Einsatz. Die Verwendung von vier unterschiedlichen Holzarten für eine „Kiste“ zeigt, wohin die Reise geht: Richtung Resonanzen-Minimierung; aber eben auch nicht: Eliminierung. Etwas, das vollständig sowieso nicht gelingen kann. Das (geringe) verbleibende Resonanzspektrum soll vielmehr gezielt in einen relativ breiten Frequenzbereich gestreut werden – was dem Verhalten „natürlicher Musikinstrumente“ ähnlich sei – und damit weniger wahrnehmbar sein. Auch der Einsatz unterschiedlicher Kunststeintypen zielt hierauf ab.

Der Vorteil von Kunst- im Vergleich zu Naturstein (siehe z.B. Test Expolinear / absolut audio): Entsprechendes Know-how und Produktionsmöglichkeiten vorausgesetzt, kann man die Zusammensetzung des Kunststeins hinsichtlich seines Einsatzgebietes feinfühliger steuern als es bei der Verwendung von Naturmaterial der Fall wäre. Schallwand und Deckel der PHIO Signature sind zudem schichtweise aufgebaut: Der Treiber selbst wird zunächst in Holz verschraubt und dann mit einer Schicht aus Kunststein von feiner Struktur umgeben, welcher für eine hohe und breitbandige Dämpfung sorgen soll. Danach folgt das „Kernmaterial“, welches gröber ist und einen hohen mineralischen Anteil aufweist – und schließlich wieder das feinere Material als Oberfläche. Laut Herstellerangabe dauert die Produktion einer Schallwand über zehn Tage (nicht zuletzt aufgrund der zwischendurch immer wieder notwendigen Trocknungszeiten).

Der Deckel des Bass-Moduls hat die Aufgabe, das auf ihm stehende Hochtonhorn möglichst vollständig von störenden Impulsen des Tieftöners zu entkoppeln. Entsprechend seines Einsatzgebietes wird hierfür eine dritte Steinmischung angerührt. Und die vierte schließlich fürs Horn selbst: Es wird aus einem den PHIO Audio Signature von obenHochtonbereich sehr effektiv dämpfenden Material gegossen. Streng genommen könne dieser Stoff aber gar nicht mehr als „Stein“ bezeichnet werden, so Herr Wendt, auch wenn er sich so anfühle – er weise keinen mineralischen Anteil auf. Es handele sich vielmehr um ein spezielles Kunststoff-Compound.

Dieses Hochtonhorn ist – neben dem Materialmix beim Gehäuses und dem damit verfolgten Ziel der Resonanzenminimierung und –streuung – wohl die zweite Besonderheit in technischer Hinsicht. Es setzt recht früh ein. Wie schon erwähnt, liegt die Übergangsfrequenz bei 1.200 Hz, also in einem Bereich, der für viele Tweeter zu niedrig wäre, da sie hier, mangels Membranfläche, relativ viel Hub machen müssen. Etwas, das sich in der Regel negativ auf die Verzerrungswerte niederschlägt. Warum also so früh trennen?

PHIO Audio Hochtonhorn

Laut Herrn Wendt bietet es den Vorteil, den Übergang von einem zum anderen Chassis aus dem Gefahrenbereich zwischen 2.000 bis 4.000 Hz zu bannen, und damit aus der Zone, in der das menschliche Ohr die größte Lautstärkeempfindlichkeit besitzt (siehe Definition Phon). Eine an sich gute Idee, aber wenn dies mit höheren Verzerrungen erkauft wird, nicht mehr ganz so gut … Herr Wendt macht es sich zu Nutze, dass sein Kugelwellenhorn frequenzabhängig verstärkt: Bei niedrigen Frequenzen ist die Verstärkung höher als bei hohen. Sie erreicht bei circa 2 kHz ihren Peak (plus 12 dB) und nimmt nach oben hin wieder ab, so dass ab 8 kHz keine Anhebung des Pegels mehr stattfindet. Der „Trick“ besteht nun darin, dass mittels der Frequenzweiche diese Pegelanhebung des Horns wieder ausgeglichen wird, indem man den Hochpass entsprechend so einstellt, dass insgesamt ein linearer Frequenzschrieb dabei herauskommt. Folglich muss das Hochton-Chassis „unten“ nicht mehr soviel Hub leisten, um laut zu sein, da der Hornvorsatz für die nötige Verstärkung in diesem Bereich sorgt. Und damit spielt es auch nicht mehr in einem kritischen Bereich – ergo verzerrungsärmer. Die PHIO-Hörner werden also primär zur Verzerrungsreduzierung eingesetzt, und nicht, um den Wirkungsgrad auf Extremwerte zu schrauben. Dieser ist im Hochton übrigens ebenfalls einstellbar: Der Wertebereich liegt zwischen 90 dB – 84 dB, in 2 dB-Schritten justierbar. Die Rückseite der Horns weist aber noch einen zusätzlichen Kippschalter auf, mit dem der Superhochtonbereich ab 10 kHz optional um 2 dB zurückgenommen werden kann – eigentlich sei dies von den meisten nicht mehr zu hören, so Herr Wendt, aber es böte dann einen Vorteil, wenn ein CD-Player allzu digital töne … Ah, okay.

Von PHIO Audio werden – wie erwähnt – zwei Hochtonhörner angeboten: Das kleine Horn klänge insbesondere in kleinen / mittelgroßen Räumen und bei moderaten Pegeln gut – das große sei hingegen in der Lage, auch große Räume zu beschallen, da es einfach mehr Pegel liefern könne, so Herr Wendt. Der Preis des kleineren Horns liegt bei 4.800 / Paar, für das größere sind nochmal 800 Euro mehr hinzulegen.

Die beiden Chassis der PHIO Signatur sind Stangenware. Allerdings erlesene. Der 8 Zoll-Tieftöner stammt von Eton und zeichnet sich durch die Verwendung eines mit „Hexacone“ bezeichneten Membranmaterials aus – ein Sandwich-Konstrukt mit wabenartiger Struktur im Innern. Anstelle der Dustcap schaut beim Eton-Treiber eine Heatpipe heraus – diese soll für eine bessere Kühlung der Schwingspule sorgen:

Eton Bass-Mitten-Chassis der PHIO Audio

Eton Bass-Mitten-Chassis der PHIO Audio

Als Tweeter fungiert eine Keramik-Inverskalotte von Thiel/Accuton – ein Chassis-Hersteller, auf den auch Marken wie Marten Design, Avalon oder AudiaZ vertrauen.

Accuton Keramik Invers-Kalotte im PHIO HornDie PHIO Lautsprecher sind (auch ohne Aufpreis) in vielen Ausführungen erhältlich. Sämtliche Automobillacke sind möglich und viele Furniere – es muss also nicht beim leicht biederen Touch unseres Testmusters bleiben. Wobei die Nextel-beschichtete Variante – also so wie unser Muster – die beliebteste sei, da sie naturgemäß robuster als eine Hochglanz-lackierte ist, so Herr Wendt.

Als angenehm werden viele die wohnraumfreundlichen Ausmaße dieses Wandlers empfinden: Das hier getestete Modell misst keinen Meter in der Höhe – inklusive der Spikes und des Horns. Und auch wer sich für die größere Signature-Ausgabe entscheidet, bekommt keinen Goliath geliefert: Sie ist gerade einmal 3 cm höher und 4 cm breiter.

PHIO Audio Signature

Test: PHIO Audio Signature | Standlautsprecher

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