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Klang Audium Comp 5

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  1. 3 Klang Audium Comp 5

Wenn ich meine eigenen Lautsprecher-Tests des letzten Jahres hinsichtlich eines exzellenten Preis/Leistungs-Verhältnisses Revue passieren lasse, fallen mir spontan zwei Modelle ein: die WLM La Scala (3.000 Euro) und die Ascendo C8 Renaissance (5.800 Euro). Na, vielleicht auch noch die Spendor S 8e (3.600 Euro). Das junge Jahr 2009 hat ‘nen neuen Kandidaten, das steht schon mal fest: Audium Comp 5. Und das Schöne dabei: Der absolute Preis liegt mit 2.000 Euro am unteren Ende dieser Reihe, vielleicht ganz passend zur Lage der Nation und des Weltenlaufs im Allgemeinen …

Audium Comp 5

Nun ist „preiswert“ für den geneigten HiFi-Freund ein höchst relativer Begriff, anderenfalls könnten gewisse Phänomene nicht erklärt werden. Und es stimmt auch insofern, als dass ein Lautsprecher für 200 Euro das Paar extrem preiswert sein kann – und uns vielleicht doch keine Freude bereitet. Nicht so bei der Audium, die macht richtig Laune und ist trotzdem ernsthaft highfidel (gut, sie liegt auch beim 10fachen Preis). Mich hat sie vor allem mit drei Dingen rumgekriegt: Rhythmik, Raum und tonaler Ausgewogenheit.

Stärken …

Audium BreitbänderDie Comp 5 versteht es, Impulse zu verarbeiten. Das liegt zum einen daran, dass sie schnell aus‘m Quark kommt – da wird nicht groß gezaudert, wenn es was zu tun gibt –, zum anderen aber wird auch die Ausschwingphase eines Tons weder verschliffen noch groß verkürzt. Ein Klavier klingt nicht nur nach Anschlag, sondern auch nach Ausklang, eine Gitarre wird nicht nur gezupft, sondern tönt noch nach. Gibt es eigentlich den Begriff „rhythmisch balanciert“ im HiFi-Tester-Jargon? Falls nicht, könnte eine Definition so aussehen: Die Musikpräsentation „fließt“ zwar, aber sie „zerfließt“ keinesfalls. Hm, nächstes Problem, was heißt denn „zerfließen“? Man nehme eine arg weiche Röhre und kombiniere sie mit einem veritablen Wattvernichter von Lautsprecher, einen mit schön wabbelig aufgehängten Basschassis – fertig ist die Soße. So ist’s nun eben nicht. Impulse dienen der Audium Comp 5 als klare Wegmarken, die ihr Richtung geben, aber da liegt eben auch ein Weg zwischen den Marken, sie beamt sich nicht von einer Marke zur anderen, wie ich das bisweilen bei als „super-schnell“ geltenden Komponenten im Verdacht habe.

Audium Comp 5 - Basstreiber

In der Praxis fallen noch zwei Dinge auf, die das Rhythmusgefühl dieses Wandlers betreffen: Ja, durchaus, er besitzt eine kleine Spaßbetonung im Oberbass. Aber dies ist ein Gewinn, da er sie nicht für eine besonders warme oder volle Abstimmung nutzt, sondern um zu zeigen, wo die Harke hängt: Das ist ein Kickbass, bamm-bamm-bamm. So schnell derartiges kommt, so schnell ist es auch wieder vorbei; es dröhnt einem Gott sei Dank nicht die Bude zu. Und zweitens: Die Audium zeigt sich hinsichtlich der Elektronik flexibel, eine Röhre mit ihr zu kombinieren, ist alles andere als verboten – auch rhythmisch betrachtet kann es Sinn ergeben. Freilich hängt‘s von der Röhre ab, manchmal wurde es mir in derartigen Konstellationen doch zu weich untenrum … Aber gerade ab den Mitten aufwärts – dort, wo der Breitbänder Regie führt – fand ich es fließender, wenn Glaskolben die Endverstärkung besorgten. Rhythmik heißt ja nicht nur „bamm-bamm-bamm“ (wie sich manche Leute auszudrücken belieben), es geht doch insgesamt eher um einen akzentuiertenAudium Comp 5 Flow, einen gewissen (eleganten) Schwung. Nun, wie auch immer …

Der umgekehrte Versuch mit den Transistor-Mono-Endstufen il piccolo von SAC jedenfalls, welche einen extrem hohen Dämpfungsfaktor über das gesamte Frequenzband aufweisen (>20.000), bedeutete nicht nur preislich mit Kanonen auf Spatzen zu schießen (4.800 Euro an einen 2 kEuro-Wandler geklemmt, und man braucht ja noch einen Pre), sondern es fragt sich auch, ob wirkliche fünfstellige Dämpfungsfaktor-Werte für eine knappe Handvoll Treiberfläche benötigt werden. Die Musik steht stramm wie eine Reihe Soldaten, und man möchte rufen: „Jetzt rührt euch doch mal!“ Meine Erkenntnis: Man muss die Audium nicht zu Tode dämpfen, vor allem im Mitten-/Hochton-Band nicht, wenngleich es im Bass schon sehr nett war …

Test: Audium Comp 5 | Standlautsprecher

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