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Klang Stand-Lautsprecher Ascendo C8 Renaissance

Inhaltsverzeichnis

  1. 3 Klang Stand-Lautsprecher Ascendo C8 Renaissance

Klang

Ascendo C8

Die Ascendo C8 braucht schon etwas Zeit, bis sie ihr volles Klangpotential zeigt – nicht Monate, aber ein paar Wochen schaden sicherlich nicht. Normalerweise höre ich erst nach einer Woche genauer hin, und so auch hier bei der C8: Mein Eindruck war der, dass das alles ja schon verdammt gut klingt – aber hinkt der Bassbereich nicht etwas hinterher? Nicht vom Volumen, sondern vom Tempo her betrachtet. Zu meinem Erstaunen ließ sich hier die entscheidendste Verbesserung über die Zeit beobachten: Nach gut drei Wochen klang es integriert. Bassattacken springen einem auch jetzt nicht ins Gesicht und wer von klipschhornmäßigen Tritten in die Magengrube abhängig ist, der wird mit der C8 nicht glücklich. Meiner Meinung nach klingt der Bassbereich der Ascendo C8 nach gebührlicher Warm-up Phase bruchlos integriert, weist ein gutes Tempo auf, wobei es Steigerungsmöglichkeiten gibt, dient vor allem aber als wunderbar tiefes und dabei auch sauberes Fundament – es herrscht null „Geschlabber“ unten rum, hier scheint das Bandpass-Prinzip seine Stärken tatsächlich ausspielen zu können. Und dass dieses saubere Fundament einer der großen Stärken der Ascendo – dem räumlichen Darstellungsvermögen – in die Karten spielt, da bin ich mir auch ziemlich sicher.

Doch bleiben wir zunächst beim Tonalen, dem ersten Talent der Ascendo, und dies in dreifacher Hinsicht:

  1. Die C8 ist ein Full-Range-System. Leute, die 7 Meter lange Orgelpfeifen in Turnhallen zur Aufführung bringen möchten, mögen da „nicht ganz“ sagen – aber in wirklich 90% aller Fälle bekommt man mit der Ascendo das ganze Programm. Die C8 ist kein kleiner Lautsprecher, aber sie ist auch wahrlich kein Schiff. Letzteres könnte man aber meinen, denn akustisch vermittelt sie Volumen, Größe und Fundament (nach oben hin gibt es eh keine Beschränkung). Ein sehr kompletter Wandler.
  2. Die Ascendo C8 ist völlig im Gleichgewicht. Sie definiert sich eher darüber, was sie nicht macht: Sie fällt im Frequenzkeller nicht ab, noch weicht sie dort auf, besitzt kein Oberbassbäuchlein, gestaltet den Grundtonbereich weder etwas voller noch schlanker, die Mitten sind nicht „etwas präsent“ und ganz und gar nicht verhangen, der Hochton nicht charmant-verrundet oder etwas exponiert … Manchen mag dies zu „eigenschaftslos“ klingen, aber genau das ist ja der Punkt: Die C8 ist ein frappierend sauberes Wiedergabegerät, welches sich nicht einmischt.
  3. Das genannte Gleichgewicht bleibt auch bei hohen (und infernalischen) Pegeln erhalten, die C8 kippt in keine Richtung. Ausnehmend stabil.

Während es bei der „tonalen Tugend“ eher darum geht, was die Ascendo C8 nicht macht – sich keine Ungereimtheiten zu erlauben, nichts hinzufügen -, dreht sich’s bei der zweiten Stärke darum, was dieser Lautsprecher alles rausholt: Die C8 ist ein ungemein detaillierter Wandler. Insbesondere im Mitten-/Hochtonbereich scheint ihr nichts zu entwischen: kleinste Einatmer zwischen zwei Strophen, Griffarbeit an Saiteninstrumenten, leise Knarrgeräusche, die „leider“ auf die Aufnahme gelangt sind – alles da. Und dies eben nicht in einer leicht vordergründigen Manier, gar erkauft durch einen „kleinen lebhaften Präsenzbuckel“. Nein, es herrscht größtmögliche Selbstverständlichkeit hierbei. Mit leichter Hand werden die Klanginformationen aufgefächert – ja, so nüchtern dieser Satz, so achselzuckend-kommentarlos scheint mir die Ascendo C8 dabei vorzugehen. Es wird nichts größer gezoomt als es ist oder aufs Silbertablett gezerrt, aber es wird auch nichts unterschlagen.

Ascendo C8

Eine Beobachtung sei hier vielleicht auch noch erwähnt: Mir ist aufgefallen, dass dieser Lautsprecher Nebenstimmen nicht vergisst, soll heißen, wenn die Musik dichter wird, das Orchester richtig einsetzt (oder E-Gitarren nach vorne preschen) – dann schwächt sich die leisere Stimme im Hintergrund eben nicht ab oder geht gar ganz verloren. Nein, sie arrangiert sich ins Ganze und bleibt dabei, für sich betrachtet, ungerührt vom Getümmel, stehen. Die Ascendo zeigt sich also nicht nur gegenüber hohen Pegeln stabil, Stabilität beweist sie auch hinsichtlich der schieren Anzahl der Stimmen auf der Bühne, die sie zu händeln versteht. Das sind wahrlich mehr als drei-vier Bälle, die sie in der Luft halten kann.

Das bisher Angeführte – tonale Neutralität und Grad und Art des Auflösungsvermögens – sind Tugenden, die sich einem so richtig erst nach einer gewissen Zeit offenbaren: Es ist nichts Spektakuläres dabei, kein spontanes „Boah!“ kommt über die Lippen. Es verhält sich eher so, dass man zwei Wochen lauscht und dann überzeugt nickt und sagt: „Sooo ist das richtig.“ Gut, ich will hier keine mühsamen „Was-ist-denn-schon-richtig-Diskussionen“ anfangen (ehrlich gesagt, bin ich in dieser Frage eher pragmatischer Hedonist), ich möchte nur sagen, dass die Ascendo C8 bei mir das Gefühl des sehr Richtigen, Sauberen, Korrekten – Vorsicht, Pathetik: Wahren – hinterlässt. Und dass die Wertschätzung dieser Dinge etwas längerer Frist als „mal fünf Minuten reinhören“ bedarf. Das schwächt das Gesagte nicht ab, im Gegenteil. Nun, wie auch immer – es gibt da aber etwas, was durchaus „spektakulär“ ausfällt: nämlich die Art der räumlichen Darstellung. Wie die Ascendo C8 die musikalische Bühne in mein Wohnzimmer beamt, gehört mit zum Besten, was ich bis dato erleben durfte. Punkt. Beziehungsweise nicht Punkt, denn das erklärt ja noch nicht viel. Als von vorne …

Test: Ascendo C8 Renaissance | Standlautsprecher

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