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Praxis …

Inhaltsverzeichnis

  1. 3 Praxis …

Im Folgenden will ich nicht nur ein paar Worte zur klanglichen Qualität der Digigram VXpocket v2 verlieren (bei allen Hörrunden gelangten übrigens ausschließlich WAV-Dateien zur Anwendung), sondern Ihnen auch erläutern, wie’s sich mit dem foobar Player bzw. den vorzunehmenden Einstellungen verhält, damit Karte und Player reibungslos korrespondieren können.

digigram

Um Missverständnissen vorzubeugen: Klar, foobar ist natürlich nicht der einzige Player, mit dem das funktioniert. Allerdings halte ich foobar für absolut empfehlenswert, wenn es darum geht, eine ressourcenschonende und sehr flexible, auf individuelle Anforderungen zurechtschneidbare Player-Lösung sein Eigen nennen zu wollen. Auch die Einbindung eines ASIO-Treibers stellt kein Problem dar. Anleitungen zur Installation und Tipps & Tricks zu foobar gibt es im Netz zudem zu Hauf, eine sehr gute Hilfe für Einsteiger findet sich z.B. unter www.audiohq.de.

Aber nun erst mal zum Klang:

Meine ersten Hörrunden startete ich mit einer kleinen Irritation – die im Nachhinein aber recht Aufschlussreiches zutage fördern sollte. Nach reibungslos erfolgter Installation der Digigram-Treibersoftware (die sowohl die ASIO als auch die WDM-Treiberarchitektur in einem Rutsch auf den Rechner spült) sollte es nämlich zunächst via WDM losgehen.

Tja, es klang – über Fonel Emotion Vollverstärker und Thiel CS 2.4 Lautsprecher (siehe Bild) thiel cs 2.4 vermittelt -ganz angenehm: Recht mild und fließend tönte es, ohne jedwede störenden Härten oder Körnigkeiten, die digitalen Komponenten ja bisweilen angekreidet werden. Bühnentechnisch geriet’s zudem recht glaubwürdig sortiert – auch hier keine Spur von gröberen Nachlässigkeiten, wie z.B. der „Flächigkeit“, die ich insbesondere bei preiswerteren CD-Playern oftmals erlebe. Was allerdings fehlte, war eine Prise Verve im Gebotenen, es klang insgesamt doch etwas luschig-energiearm, einen Tick verhangener sowie weniger feindynamisch als gewohnt. Und vor allen Dingen zu leise … Ja, in Sachen Ausgangspegel erschien mir Digigrams Karte doch verdächtig schwach auf der Brust.

Sollte dieses kleine Kärtchen tatsächlich nicht zu mehr Pegel in der Lage sein? Nun, dieser Verdacht löste sich in Wohlgefallen (also deutlich höherem Pegel) auf, als ich nach einiger Zeit einfach mal zum ASIO-Treiber umschwenkte. Okay, zugegebenermaßen recht deppig, da hätte ich schneller nachschauen sollen: Hatte sich trivialerweise doch tatsächlich, wie auch immer das passiert sein mag (während der Treiberinstallation?), die von mir eigentlich zuvor auf Maximalstellung positionierte Lautstärkeregelung im Windowsmixer verselbstständigt gehabt …

Und nicht nur quantitativ, auch qualitativ rührte sich sodann etwas: Die Musik bot sich energetischer, offener, straffer und feindynamischer als zuvor. Ja, am Tipp, den Pegel im Windowsmixer tunlichst auf Maximalstellung zu halten, wenn’s über WDM geht, ist offenbar was dran, auch wenn ich ursprünglich gar nicht im Sinn hatte, dies genauer unter die Lupe zu nehmen …

asio digigram

Die Standardeinstellungen des Digigram ASIO-Treibers.

Ob man ASIO oder WDM den Vorzug geben sollte, ist, was die Digigram VXpocker v2 angeht, dagegen eher zweitrangig, wie ich finde. Bisweilen kam’s mir so vor, als ob es mit ASIO in der Tat noch ein wenig feindynamischer und gerade in der höheren Lagen etwas transparenter zu Werke geht, allerdings machte mich ein kurzer Blindtest, bei dem sich Kollege Ralph spontan als Treiber-Umschalter verdingte, in dieser Sache nicht gerade selbstsicherer …

Was aber im Falle der Digigram VXpocket v2 so oder so nicht entscheidend sein sollte: Ja, man kommt mit diesem kleinen Kärtchen klanglich in jedem Fall erstaunlich weit. Aufgrund der angenehm fließenden, frei von jedweder Körnigkeit tönenden, sehr homogenen und eher mild-entspannten fonel simpliciteSpielweise sowie den natürlichen Klangfarben und der recht akkuraten Bühnenabbildung schien mir spontan selbst ein Vergleich mit meinem hochgeschätzten, immerhin 2.850 Euro kostenden Fonel Simplicité nicht allzu verwegen, der dann allerdings in Sachen (Fein-)Dynamik, Transparenz und wegen des sich besser von den Boxen ablösenden Bühnenbildes doch recht klar die Nase vorn hat – nicht zuletzt auch infolge des etwas pralleren sowie konturierteren Bassbereiches tönt es über den Fonel insgesamt schon merklich anmachend-lebendiger.

Der von uns ebenfalls gern als Arbeitsgerät eingesetzte D/A-Wandler Benchmark DAC1 USB (ca. 1.500 Euro) wurde via USB und ASIO4All-Treiber desweiteren zum Vergleich an den Start gebracht und offenbarte interessanterweise ein im Grunde ähnliches Klangbild wie die VXpocket v2. benchmarkAllerdings hing dieses auch davon ab, welches USB-Kabel gerade zum Einsatz gelangte, was einen erbsenzählerischen A/B-Vergleich aufgrund der zum festen Bestandteil der Digigram gehörenden Kabelpeitsche etwas müßig erschienen ließ – mal abgesehen von den per se komplett anderen Einsatzmöglichkeiten, die der Benchmark als Stand-Alone-Gerät bietet. Dennoch ist festzuhalten: Diese beiden Lösungen lagen in puncto Klangcharakteristik überraschend dicht beieinander …

Test: Digigram VXpocket v2 | D/A-Wandler

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