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Hifi Test Tonabnehmer Shelter 501 MK 2 – Klang – Testbericht Phono, High End-Hifi-Magazin fairaudio

Inhaltsverzeichnis

  1. 2 Hifi Test Tonabnehmer Shelter 501 MK 2 - Klang - Testbericht Phono, High End-Hifi-Magazin fairaudio

Shelter 502 MK 2

Der Resonanztest offenbart, dass das Shelter 501 System, verglichen mit dem Ortofon Rondo, wohl eine etwas geringere Compliance besitzt (beim Rondo wird die Nadelnachgiebigkeit mit 15 angegeben): Während es mit dem Ortofon zwischen 8 Hz und 10 Hz resoniert, zappelt’s beim 501er zwischen 10 Hz und 12 Hz – sowohl lateral wie vertikal. Völlig okay.

Shelter 502 MK 2: Der Diamant

Beim Abtasttest erstaunt mich dann das Ortofon: Nach etwas Probiererei mit der Anti-Skating Einstellung lande ich schließlich bei circa 2,2 Gramm (Auflagekraft: 2,4 Gramm): Und das Ding läuft durch die 90 µ Rille der Testschallplatte fast glatt durch! Beim Shelter ist da früher Schluss – bei 70 µ fängt es an zu knistern, bei 80 ist’s dann vorbei. Nun, so viel braucht eh kein Mensch. Die Auflagekraft beim Shelter lag letztlich bei 1,6-1,7 Gramm, das Anti-Skating bei 1,2 – 1,3.

Klang:

Das Shelter 501 MK II würde ich als ein sehr schnelles und auch dynamisch aufspielendes System charakterisieren, welches zudem die Bühne breiter aufspannt, als ich es gewohnt bin. Vor allem aber ist das musikalische Geschehen auf dieser imaginären Bühne unheimlich klar und transparent – dies liegt an der guten Lokalisationsschärfe, welche das 501er bietet, und an dieser kompakt-griffigen und plastischen Art, mit der einzelne Klänge abgebildet werden; aber auch wohl daran, dass es sich zwar „tonal neutral“ zeigt, aber mit eher schlankem Grundton. Voller tönen geht – unklarer aber auch.

Sade / Promise„Never As Good As The First Time“, ist zweifellos eine plausible Ansicht – um die es hier aber nicht gehen soll. Vielmehr bin ich Opfer einer kleinen Eighties-Anwandlung geworden: Sade! Schmuse-Jazz vergangener Dekaden! Gar nicht sooo schlecht, eigentlich sogar ganz nett … Wie auch immer: Die Art wie das Shelter das Stück angeht, ist schon deutlich anders als beim Ortofon – insbesondere beim E-Bass und den Drums fällt das auf.

Während das Rondo vollmundig, knurrig, in gewisser Weise satt, aber auch mit Kontur zu Werke geht, zeigt das Shelter vom schlichten Volumen her weniger Impact. Aber auch wenn die Bassläufe nun weniger vollmundig entgegenströmen, so besitzen sie doch zweifellos mehr Durchzeichnung. Mehr Nuancen offenbaren sich – es herrscht eine nacktere Sicht auf die Dinge, wenn man so will. Und die Drumarbeit ist einfach zackige, schneller und prägnanter wird hier getroffen. Schön trocken aus dem Nichts. Diese entschlacktere Gangart des Shelter fördert zudem die schon erwähnte Durchsichtigkeit in räumlicher Hinsicht. Die Instrumente besitzen mehr Platz um sich herum, und wenn dazwischen nichts ist – dann ist da auch nix. Dies geht in Richtung sehr schwarzer Hintergrund, vor dem sich die „Einzelereignisse“ sehr plötzlich und konturscharf abheben. Dagegen vertritt das Ortofon fast schon den holistischen Ansatz …

Shelter 502 MK 2 DetailDie Platte dreht sich weiter und das Stück „Fear“ beginnt. Die spanisch angehauchte Gitarre, die in diesem Song immer wieder vorkommt – die perlt mehr über’s Shelter. Das hohe Tempo und die Definition, die dieser Abtaster soeben im Bassbereich zeigte – er zeigt’s ganz allgemein und eben auch hier an der Gitarre. Luftig und frei tönt es, schnell angerissenen Saiten folgt das 501 unmittelbar. Okay: Es betont etwas mehr die Saite als das Holz des Instruments – ohne aber aseptisch zu tönen. Gut, ein wenig mehr Volumen könnt‘ ich schon vertragen – und beim Ortofon dafür einen Schuss mehr Tempo. Wenn wir erstmal Pickups im fünfstelligen Eurobereich testen … Stimmen behandelt das Shelter übrigens mit sehr viel Akkuratesse, die mikrodynamischen Kleinteilchen werden jedenfalls sorgfältig präsentiert. Noch wichtiger ist mir allerdings dieses „körperliche Gefühl“ – dass da tatsächlich jemand mit physischen Ausmaßen singt, und nicht eine Stimme aus dem Off. Etwas, was der Japaner mit Bravour aus der Rille zu heben versteht.

Das Tempo und die Definition der Töne – im Verbund mit der räumlichen Durchsicht – verleihen der Musik einen gewissen „Anmachfaktor“. Das Shelter 501 langweilt einen nicht: Es zieht einen in die Musik hinein. Nicht durch „tonale Schwelgereien“ – nein, hier vertritt es die saubere Linie -, sondern durch Rhythmus und Pace. Wenn man es mit dem Denon DL-103 vergleichen wollte … nun, das funktionierte wenn überhaupt, dann nur hier: Dynamik und Spielfreude sind beiden Systemen gegeben. Wobei das Shelter sogar noch ’ne Schippe drauflegt. In allen anderen Disziplinen steht es eh ganz woanders (sollte es auch, beim fünffachen Preis). Mir kommt gerade die Begriffskombi „neutrale Anmache“ in den Sinn, was erstmal ziemlich blöde klingt. Aber es ist eben diese spezielle Mischung aus „sauber & klar“ und dem Rhythmusgefühl bzw. der dynamischen Spielweise, welche dieses System (für mich) auszeichnet.

Test: Shelter 501 MK II | Tonabnehmer

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