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Der Klang der SAC-Kombi …

Inhaltsverzeichnis

  1. 3 Der Klang der SAC-Kombi ...

SAC-Monos: Igel 60 und Il PiccoloDa mir die großen Endstufen von SAC schon einige Zeit als Arbeitspferde dienen und mir deren Klangbild sozusagen ins Ohr gewachsen ist, war‘s ganz klar, welcher A/B-Vergleich als erstes dran ist: Igel vs. Piccolo. David gegen Goliath? Nun, nicht wirklich. Man sollte die nominal 100 Watt/8 Ohm der Piccolos zwar nicht unterschätzen (denn sie können anständig Strom liefern), aber zu alttestamentarischen Vergleichen reicht‘s nun auch nicht; und der David-Part haut ebenfalls nicht hin: Von der Größe her betrachtet vielleicht schon, aber es ist nicht so, dass die Igel-Monos nun dank völlig unerwartetem klanglichen Raffinement als Riesenbezwinger durchgehen würden. Wäre freilich auch zu schön gewesen, wenn man nur ein Viertel des Preises zahlen müsste und zum gleichen Ergebnis käme … kommt man aber nicht. In allen Bereichen gefallen mir SACs große Monos besser, sie leuchten den Raum weiter und vor allem tiefer aus, wirken offener im Hoch- und wesentlich souveräner im Tiefton, wissen von mehr Details zu berichten, stellen die Akteure konturenschärfer auf die Bühne etc. p.p. Vereinfacht ausgedrückt ist das der Unterschied zwischen High End und sehr gutem HiFi, wenn mir das Klischee zu formulieren gestattet sein sollte. Und es ist auch der Grund, warum man für die einen 4.800 Euro hinlegt und für die anderen 1.500 Euro. Ob sich die Performance damit tatsächlich auch vervierfacht oder, falls nicht, ob einem der klangliche Fortschritt soviel wert ist, muss jeder für sich selbst beantworten. Sicher ist nur: Goliath wird nicht geschlachtet.

Doch sind Familienähnlichkeiten auch nicht von der Hand zu weisen. Und dies gilt nicht allein für die Endverstärkung, sondern für die kleine SAC-Kombi insgesamt. Die gemeinsamen Wurzeln liegen dort, wo gemeinhin vom „Tempo eines Verstärkers“ die Rede ist. Rhythmisch akkurat spielt das kleine Essener Vor-/End-Gespann jedenfalls, bei Impulsen wird nicht ewig und drei Tage gewartet – sie kommen unmittelbar und gleichwohl nicht überhart. Treibender Rock bleibt treibend – auch wenn mancher Amp noch härter rockt. Andere Musikgattungen profitieren ebenso: Wer beispielsweise Klaviermusik mag, aber eine leicht breiige, schwimmende Klangwolke, die ein Klavier darstellen soll, eher weniger, bekommt hier pünktlich Mitteilung davon, wann genau die Hämmerchen die Saiten treffen – doch gläsern-spitz und überprononciert tönt der Anschlag nicht. Gute Mischung.

SAC-Kombi Beta & Igel 60

Allerdings war ich recht erstaunt, was die Beta/Igel-Kombination in tonaler Hinsicht bietet. Warum? Nun, vielleicht bin ich insgeheim zu sehr von einem „SAC-Haussound“ ausgegangen: Die Piccolos besitzen viel Kontrolle im Bass- und Grundtonbereich, soviel, dass sie, paart man sie mit Wandlern, die hier durchaus ein Pölsterchen vertragen können, bisweilen etwas zu trocken-schlank rüberkommen können. Bei einem Lautsprecher wie beispielsweise der Ascendo C8 kann davon überhaupt keine Rede sein – bei meiner Thiel SCS4 hingegen schon. Was soll sich da mit dem Igel als Endverstärker groß ändern, hat der doch auch eine extrem niedrige Ausgangsimpedanz, sprich eine hohe Dämpfung? Also die kleine Thiel mit SACs kleiner Kombi verbandelt, etwas akustisch Instrumentiertes der von mir geschätzten US-Kapelle Wilco in den Player gelegt. Und? Trocken? No way! Eher schon saftig, rechtschaffen sonor und grundtonstark geht‘s zu, nicht fett, aber durchaus fleischig. Nun, die Theorie vom „Haussound“ kann ich wohl ad acta legen …

Zudem geht es ja sowieso um den Eindruck der Kombi als Ganzes, entsprechend sollte ich die Endstufe Il Piccolo wohl vergessen und mich besser an die neulich getesteten Integrierten aus ähnlichen Preisgefilden (Electrocompaniet/Naim/Rega) erinnern beziehungsweise den Vollverstärker Myryad MXI2080 zu Vergleichen heranziehen – steht doch eh hier rum. Gesagt, getan.

Test: SAC Beta und Igel 60 | Vor-End-Kombi

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