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Gestreamt & gehört: Rotel RCX-1500

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  1. 3 Gestreamt & gehört: Rotel RCX-1500

Nun hält der Rotel, ich erwähnte es eingangs bereits, diverse Wiedergabemöglichkeiten bereit. Neben dem integrierten CD-Laufwerk, von dem ich bisher berichtete, kann der geneigte Musikfreund sein Material auch via Heimnetzwerk (LAN, WLAN) oder etwa vom USB-Stick über eine an der Gehäusefront eingepasste Buchse einspeisen. Natürlich kann übers Netz auch Internetradio, sowie für Wellenjäger DAB- und ganz klassisch UKW-Radio empfangen werden.

Wurfantenne des Rotel-Receivers
Wurfantenne des Rotel-Receivers

An der Rückfront des Geräts findet eine weitere analoge Quelle und mittels kombiniertem Digitaleingang (optisch/koaxial) etwa ein DVD- oder Blu-Ray-Player Anschluss. Einen Phono-In hat sich Rotel – obwohl der Hersteller für seine hervorragend klingenden integrierten Lösungen bekannt ist – leider gespart.

Rotel RCX-1500

Damit wäre, zumindest aus meiner ganz persönlichen Perspektive, das Ausstattungspaket perfekt gewesen. Wer auf Schallplatten dennoch nicht verzichten möchte, muss in einen externen Vorverstärker investieren und kann damit dann den vorhandenen Hochpegelport belegen.

Rotel RCX-1500

Wie aber stellen sich nun die klanglichen Unterschiede der vermutlich meistgenutzten Wiedergabewege, CD und Netzwerk-Streaming, dar? Um dies herauszufinden, habe ich alle bereits beschriebenen Musikbeispiele sowohl von der CD als auch von der Festplatte via WLAN (44,1-kHz-WAV-Dateien vom iMac mit installierter „Twonky Media“-Software) im Wechsel gehört. Mit knappem Ausgang pro Streaming. Agierte das CD-Laufwerk mit seinem für seine wirklich beachtlichen Qualitäten oft gelobten 24-Bit/192-kHz-D/A-Wandler aus dem Hause Wolfson wie oben beschrieben bereits überzeugend, wirkte die Wiedergabe über das Netzwerk für mich noch eine Spur gelöster, lockerer, unverkrampfter und mit einem minimal größeren Raumeindruck bei jedem Material. Auch meinte ich, die Musik vor einem „schwärzeren“ Hintergrund zu hören. Was vielleicht damit zusammenhängt, dass das zwar wirklich leise, aber dennoch vorhandene mechanische Geräusch des physischen Laufwerks bei der Wiedergabe über das Netzwerk wegfällt? Genau definieren kann ich es nicht. Auch, weil es sich bei den klanglichen Unterschieden mitnichten um Welten handelt. Eher um Nuancen, die einem auffallen, wenn man Zeit und Muße hat, entspannt vor der Anlage zu sitzen. Dem bereits aufgezeigten Aspekt der Durchhörbarkeit kommt die etwas luftigere Darbietung via Netzwerk noch entgegen, man fühlt sich noch ein wenig tiefer ins klangliche Geschehen hineingezogen.

Zur Formatfrage: Neben herkömmlichen Audio-CDs liest das physische Laufwerk auch MP3-Dateien aus – heute Standard. Gestreamt werden können MP3-, WMA-, Ogg Vorbis-, AAC-, WAV-, AIFF- und AU-Dateien, FLAC funktioniert offiziell nicht (unter gewissen Umständen aber doch, siehe Rotel-FAQs). Der frontseitige USB-Port nimmt MP3-, MP4- (nicht Apple Lossless!) und WMA-Ströme entgegen. Außerdem kann etwa ein angeschlossener iPod/iPhone in seinen Grundfunktionen über den Receiver gesteuert werden. Die Audiodaten der „Apfelmännchen“ liest der Rotel dabei digital aus.

Rotel RCX-1500

Zwei Dinge, die das Handling betreffen, gefielen mir im Test nicht so gut: Zum einen benötigte der Rotel RCX-1500 bei mir relativ lange, um sich in mein WLAN-Netzwerk einzuklinken. Hatte er es dann gefunden, verging wiederum eine ganze Weile, bis ich Zugriff auf meine Musikdatenbank hatte. Bis die ersten Töne erklangen, vergingen gut und gern etwa fünf bis sieben Minuten. Nicht dramatisch, sicher. Bei manchem Wettbewerber geht das indes schneller.

Rotel: Connecting to LAN

Zum zweiten finde ich die Lösung, der Verpackung zwei USB-Dongles (LAN/WLAN, je nach gewünschtem Betriebsmodus muss das passende an der Rückfront eingesteckt werden) beizulegen, nicht eben elegant.

Rotel
USB-Stick zur LAN-Anbindung …

Zumal, sollte man etwa vergessen haben, eines der beiden Units einzustecken, bis auf die Wiedergabe von CD rein gar nichts läuft. Nicht mal Radio. Was damit zusammenhängt, dass es sich bei dem Netzwerk-/Internet-/UKW-/DAB-Empfangsteil um ein Kombimodul handelt, das praktisch mit dem Einstecken des Dongles aktiviert wird. Wenn man das weiß, stellt es aber im Alltag kein Problem dar. Ebenso unproblematisch zeigt sich die dank übersichtlicher Frontplattengestaltung fast intuitive Bedienbarkeit des Geräts. Nahezu alle Grundeinstellungen inklusive der Quellenwahl lassen sich auch dort tätigen, der – logisch aufgebaute – Weg in tiefer liegende Menüs führt über die mitgelieferte Fernbedienung. Bei der ich mir übrigens eine noch deutlichere Hervorhebung häufig benutzter Funktionen, etwa größere Tasten zur Lautstärkeregelung, wünschen würde, aber einen wirklichen Mangel sehe ich darin natürlich nicht.

Rotel
… und das Pendant zur WLAN-Kontaktaufname

Ausgewogen und flüssig präsentiert sich die Wiedergabe von UKW- und DAB-Stationen. Wenn Sie gut genug empfangen werden, erklingen Mainstream-Musiksender wie etwa die im Rheinland stark vertretene WDR-Jugendwelle „1Live“ leicht mittenbetont, basskräftig und am oberen Frequenzende etwas zurückgenommen. Was man nicht unbedingt dem Rotel in die Schuhe schieben muss. Zumeist sind die senderseitigen Kompressoren „schuld“ an diesem Eindruck. Erwartungsgemäß steht und fällt die Klangperformance bei Internetradio mit der Datenrate, mit der die Stationen ihr Programm ins Netz einspeisen. Von fürchterlich grottigem Coladosen-Geplärre vorwiegend US-amerikanischer Campus-Radios über ganz anständig satten Rock (etwa www.radio-im-internet.de) bis hin zu wirklichen Aha-Erlebnissen bei einigen Sendern, die sich etwa dem Jazz und Blues verschrieben haben und teilweise mit bis zu 320 kBit/s übertragen – das ist für Internetradio überaus freundlich – ist hier alles drin. Ich will ehrlich sein: Wegen des Tunermoduls wird sich niemand unbedingt für diesen Receiver entscheiden, „alltagstauglich“ ist es aber in jedem Fall. Und damit nicht besser oder schlechter als die Empfangsteile der meisten Wettbewerber.

Test: Rotel RCX-1500 |

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