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Spielereien und Upgrades Octave V 80

Inhaltsverzeichnis

  1. 5 Spielereien und Upgrades Octave V 80

Standardmäßig stecken im Octave V 80 vier 6550 C oder KT88 als Endröhren. Und da Standard ja jeder kann, begann ich mit dem EL34er-Alternativsatz – als Lautsprecher eine 5.000 Euro-Kompakte drangeschnallt, die durchaus mal Saft und Kontrolle vertragen kann (Volent Paragon), und ab geht die Post. Theoretisch zumindest, in praxi war ich doch eher ein wenig enttäuscht, hatte ich mir von einem Octave-Amp dieser Preisklasse doch mehr erhofft.

Cultured Pearls

Das feine Soul-Pop-Stückchen I Guess It Will Be der Cultured Pearls beispielsweise kam zwar mit Schwung und Fluss und dem charakteristischen Gitarrenflirren links und rechts – doch es gefiel mir über die Kombi Octave Pre und SAC-Monos besser, schlicht und einfach, weil die satt schnalzende Basslinie des Songs mehr Strahlkraft besaß. Nach Austausch der Endröhren und viertelstündigem Warm-up gingen dann aber gleich beide Augenbrauen hoch. Nun gab’s einiges mehr an Snap im Untergeschoss zu vermelden, geschmeidig, knurrend und treibend ging es zur Sache. Und saftig, aber nicht fett, liebe Gourmets – lecker! Und so gefiel mir der Bass bei diesem Song auch besser als über besagte Kombi – die nun (vergleichsweise) zu trocken und einfallslos erschien.

Aber nicht nur im Untergeschoss ging es mit der KT88 energischer und bestimmter los, es war vielmehr ein allgemeines Phänomen, welches sich im Bass nur am deutlichsten zeigte. Zudem wurde nun räumlich klarer arrangiert und auch die Tiefe der Bühne gewann – letzteres nicht gerade gut nachvollziehbar bei Studiopop, aber bei Zappas letztem Werk – Yellow Shark – geriet‘s beispielsweise schon fast dramatisch besser. Die genannten Effekte waren an unterschiedlichen Lautsprechern reproduzierbar – soll heißen, es ging immer in die gleiche Richtung. Freilich in unterschiedlichem Ausmaß. Das soll nun nicht heißen, dass es keine Amp/Wandler-Konstellation geben Octave V 80kann, in denen ein EL34 bestückter Octave V 80 nicht besser tönt – ich hatte allerdings keine zur Hand …

… dafür aber noch zwei Treiberröhren. Aber die Geschichte erspare ich Ihnen, da ich nach drei Stunden Rumgestöpsel doch nur wieder bei der Ausgangssituation landete. Das Spielchen „Röhre wechsle dich“ macht (mir) mit dem Octave V 80 nicht viel Laune …

Das Spiel „Kapazität erhöhe dich“ hingegen macht richtig Spaß – so sehr, dass es einem gleich wieder die Laune verdirbt, wenn man nicht sowieso gerade 2.350 Euro in kleinen Scheinen loswerden möchte. Denn das ist der Preis der Super Black Box genannten Netzteilverstärkung – und die tut’s, verflucht sei es. Mit der Idee, das Netzteil mit zusätzlichen (qualitativ hochwertigen) Siebkapazitäten nach Gusto aufzupeppen, steht Herr Hofmann freilich nicht alleine da – erinnert sei an die Naim-Trias Flat-/Hi-/Super-Cap (wobei in dem Fall ja noch Trafos drin sind), die in eine ähnliche Richtung weist.

Der Klangeffekt: Die Bühne wird insgesamt größer, eine frappierende Ausleuchtung bis in die hintersten Ecken darf festgestellt werden sowie nochmals mehr Druck, Impuls und auch Trockenheit im Untergeschoss (nein, nicht direkt „mehr“ Bass, sondern mehr Attacke / Kontur und Stabilität) und schlicht und ergreifend – Souveränität. Die Unterschiede sind klarerweise umso deutlicher, je schwieriger die Lautsprecher-Last ausfällt, die es zu betreiben gilt. Aber es ist auch bei guten Futterverwerten alles andere als eine Übung in Millimeterhören. Daher ein Tipp: Wenn 7.000 Euro Ihre Schmerzgrenze ist, sorgen Sie dafür, das der Händler bei der Vorführung die Super Black Box abschnallt.Octave Super Black Box

Test: Octave V 80 | Vollverstärker

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